Diskussionen über KLR-Gelände
Die Sorge vor dem Nichts

Lengerich -

Interessenten, die sich auf dem KLR-Gelände niederlassen wollen, gibt es offenbar einige. Das Problem: Ihre Pläne stimmen nicht überein mit den stadtplanerischen Vorstellungen von Verwaltung und Lokalpolitik.

Mittwoch, 26.09.2012, 18:09 Uhr

Diskussionen über KLR-Gelände : Die Sorge vor dem Nichts
Auf Rot stehen aktuell die Zeichen für die Entwicklung des KLR-Geländes. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es könnte alles so einfach sein, wenn das Areal einfach ein paar Meter weiter südlich liegen würde, auf der anderen Seite der Schulstraße. Tut es aber nicht, und das macht den Fall KLR-Gelände so schwierig.

Interessenten, die sich auf dem Grundstück ansiedeln möchten, gibt es. Das ist kein Geheimnis. Doch sie passen, wenn man so will, nichts ins Anforderungsprofil. Das wurde jetzt wieder deutlich – im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend und wohl auch ein paar Tage zuvor, als ein potenzieller Investor einen Gesprächstermin bei Bürgermeister Friedrich Prigge hatte.

Eine knapp 800 Quadratmeter große Filiale (Verkaufsfläche) möchte der bereits in Lengerich vertretener Discounter an der Schulstraße eröffnen. Praktisch in Nachbarschaft zum Netto – und außerhalb des städtischen Gebietes, das zum zentralen Versorgungsbereich gehört. Und nur in dem scheint derzeit solch ein Vorhaben realisierbar, weil hier das „zentrenrelevante Sortiment“ aus der „Lengericher Liste“ angeboten werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Schnittblumen, Computer und elektrische Haushaltsgeräte.

Klar ist, das sagt auch ein Vertreter des Discounters, dass eine Ansiedlung unter Ausschluss des zentrenrelevanten Sortiments keinen Sinn macht. Klar ist, zumindest für den Bürgermeister, dass dennoch nicht an den bestehenden Regelungen gerüttelt wird. „Wir haben einstimmige Beschlüsse, an die sollten wir uns halten.“ Klar ist aber auch, dass in Teilen der Kommunalpolitik darüber nachgedacht wird, ob es einen Weg geben kann, einerseits an den städteplanerischen Vorgaben festzuhalten und andererseits dennoch den Weg zu ebnen für einen Discounter, nicht für einen Vollsortimenter.

Die Sorge, die offenbar hinter dieser Bereitschaft zum Entgegenkommen steckt, formulierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Kuhn , der am Dienstag von der „Alternative einer Industriebrache“ sprach, „die zehn Jahre vor sich hingammelt“.

Gelassener zeigt sich der Bürgermeister. Er verweist darauf, dass es abseits der Discounter genügend Alternativen für das Gelände geben könnte – wenn denn der Preis stimme.

Eine wesentliche Rolle spielt in der Diskussion auch das benachbarte Markt-Carrée und das daran angrenzende Parkplatzgelände. Hier gibt es, so die Verwaltung, „Planungsabsichten möglicher Investoren zur Errichtung großflächiger Einzelhandelsvorhaben mit innenstadtrelevanten Sortimenten“.

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