Benefizkonzert für das Bündnis gegen Depressionen
Gruseln mit Liszt

Lengerich -

Mehr als zufrieden waren die Organisatoren eines Liszt-Abend in der LWL-Klinik. Rund 120 Besucher waren am Sonntagabend dabei, als Werke des deutsch-ungarischen Komponisten aufgeführt wurden. Der Erlös ist bestimmt für das Steinfurter Bündnis gegen Depressionen.

Dienstag, 09.10.2012, 12:10 Uhr

Benefizkonzert für das Bündnis gegen Depressionen : Gruseln mit Liszt
Kiyomi Kudo-Helms und Helmut Thiele präsentierten Werke von Franz Liszt. Der deutsch-ungarische Komponist (1811 bis 1886) galt als äußerst produktiv und vielseitig. Foto: dpa

Es ist die Kombination aus Sentimentalität und tiefster Romantik bis hin zum Melodramatischen und leicht Gruseligem, die diesen Klassik-Abend zu etwas Einzigartigem werden lässt. Im Rahmen eines Benefizkonzerts zu Gunsten des Steinfurter Bündnisses gegen Depressionen erspielten und eroberten Pianistin Kiyomi Kudo-Helms und Sprecher Helmut Thiele die Aufmerksamkeit der Gäste im Festsaal der LWL-Klinik auf Anhieb.

Liebesträume und Melodramen von Franz Liszt bestimmten die Reise in eine musikalisch-kulturelle Welt, die durch das Pendeln verschiedener Emotionen einen individuellen Reiz mit sich brachte. „Des toten Dichters Liebe“ nach dem Gedicht von Ludwig Uhland und „Der traurige Mönch“ nach einer Ballade von Nikolaus Lenau bildeten nur einen Teil des Programmes. Kleine Hilfestellungen führten das Publikum an den „ungewöhnlichen Konzertabend“ heran.

Die Beliebtheit zu Weih-und Schützenfesten, auf denen den Kindern zu Liebe eine Fahrt mit der Geisterbahn einst oftmals dazugehörte, zeigte die Verbindung zu den Grusel- und Schauderliedern, die sich in Form der Melodramen im Konzert wiederfanden. Der Einfallsreichtum am Klavier ließ an die Zeit des Stummfilms denken. Nach ungewöhnlichen Klängen führten die wohl bekanntesten Werke Liszt zum Vertrauten zurück.

Während die „Liebesträume“ allein durch den Klang des Pianos und die ausdrucksstarke Präsens Kiyomi Kudo-Helms glänzten, wurde bei den Melodramen ein anderer Fokus gesetzt. Schauspieler, Sänger und Echo-Preisträger Helmut Thiele vertonte mit beeindruckender Ausdrucksstärke und Lebendigkeit die Werke Liszts, im Hintergrund die Musikbegleitung Kiyomi Kudo-Helms.

Im weiteren Konzertverlauf wurden „Der blinde Sänger“ nach einer Ballade von Alexis Tolstoi sowie „Lenore“ nach einer Ballade von Gottfried August Bürger zum Besten gegeben. Die Themen Verlust, Tod und Würde ließen Zusammenhänge zwischen den musikalischen Darbietungen und der Arbeit des Steinfurter Bündnisses erkennen.

Für einen runden Abschluss sorgte Kiyomi Kudo-Helms mit der Präsentation des allerseits bekannten Liebestraumes Nr.3 „O Lieb“. Bis zum Verhallen des letzten Tons lauschten die Zuhörer gebannt dem musikalischen Hochgenuss.

„Die rund 120 Zuhörer haben die Erwartungen weit übertroffen“, zog Dr. Christos Chrysanthou als Vorsitzender des Steinfurter Bündnisses eine positive Bilanz. Dr. Heinz Hörster als Organisator der Musikschule dankte neben den Akteuren den Schirmherren vom Lions-Clubs Tecklenburg sowie vom Rotary-Club Tecklenburger Land für das „große gesellschaftliche Engagement.“

Ein kleiner Imbiss ließ den klassischen Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

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