Julia Neigel über ihr Leben und ihre Visionen
„Den Zufall gibt es nicht“

Lengerich -

Über ihr Leben und ihre Vorstellungen hat Julia Neigel berichtet. Die Musikerin las im Kulturforum aus ihrem Buch „Neigelnah – Freiheit, die ich meine.“

Montag, 10.12.2012, 08:12 Uhr

Julia Neigel über ihr Leben und ihre Visionen : „Den Zufall gibt es nicht“
Julia Neigel hat eine prächtige Stimme. Das demonstrierte die Musikerin, begleitet von Matthias Kiefer, während einer Lesung im Kulturforum. Das Publikum war fasziniert. Foto: Jendirik Peters

„Ich glaube nicht an Glück, sondern daran, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Julia Neigel weiß, was sie will und macht dies auch deutlich. „Den Zufall gibt es nicht.“

Die 46-jährige Musikerin und Autorin war am Freitagabend zu Gast in Lengerich . Sie las auf Einladung des Kulturforums der Stadtsparkasse Lengerich aus ihrem neuen und ersten Buch „Neigelnah – Freiheit, die ich meine“.

In dem Buch geht es um das Leben der vielseitig begabten Frau, die mit nur fünf Jahren aus der Sowjetunion nach Deutschland kam und mit knapp 16 Jahren schon von Zuhause auszog. „Ich bin mit meinem damaligen Partner zusammengezogen“, erläutert die Musikerin im Gespräch vor der Lesung. „Heute würde ich aber nicht noch einmal so früh ausziehen“, gibt sie sich selbstkritisch. Das Bewusstsein über jeden Schritt in ihrem Leben ist ihr anzumerken. Überlegt gibt sie Antworten auf Fragen zu ihrem Leben und der Musik, die sie macht.

In Zeiten, wo viele bekannte Persönlichkeiten eine Biografie schreiben, sieht sich auch Julia Neigel dazu veranlasst, über ihr Leben zu schreiben. Dass diese Idee nicht von ganz allein kam, schildert sie ebenfalls. „Ich war mir nicht sicher, ob ich über die Gründe meiner langen Pause mit der Musik sprechen soll.“

Am Ende habe sie sich aber durch einen Auftritt im „Kölner Treff“ dazu entschieden, über ihre Höhen und Tiefen zu schreiben. Mit Unterstützung des Leipziger Journalisten Arno Köster ist ein Buch entstanden, welches das Leben von Neigel in vielen Details schildert und auch eine Botschaft vermittelt. „Träume können wahr werden und es gibt Nichts, dass nicht erreicht werden kann“, gibt sie ihren Leserinnen und Lesern mit auf den Weg. Das beste Beispiel für diesen Leitspruch ist Julia Neigel selbst.

Mit dem Hit „Schatten an der Wand“ bravourös in die Musikwelt gestartet, folgte ein Absturz, von dem sich die 46-Jährige nur mühsam befreien konnte. Im vergangenen Jahr feierte sie ein großartiges Comeback. „Freiheit ist, dass ich meinen Beruf frei ausüben kann, wie ich es möchte“, freut sich die musikalische Autorin und spricht damit ein Thema an, das in ihrem Buch sehr viel Beachtung findet. Auch in den Auszügen, die sie dem Publikum im Veranstaltungsraum der Stadtsparkasse vorlas, ging es oft um „Freiheit“. Freiheit sei nur mit einer Sicherheit gewährleistet, einem Dach über dem Kopf und mit Grund- und Menschenrechten ausgestattet.

Julia Neigel engagiert sich neben ihrer Karriere auch für viele soziale Projekte. „Rock gegen Rechts“ ist nur eines ihrer Vorhaben in Deutschland. „Rechtsterrorismus ist kein deutsches Problem“, sagte Neigel. „Auch andere Länder haben damit zu kämpfen.“ Ebenso sieht sie im Linksextremismus eine Gefahr für die Gesellschaft.

Neben zahlreichen Textpassagen präsentierte Neigel den Zuschauern auch einige Lieder aus ihrem alten und dem aktuellen Programm. Zusammen mit Gitarrist Matthias Kiefer gab sie Rock-Stücke in einer unplugged Version zum Besten. Die Zuhörer waren erfreut. Mit einer einfühlsamen, rockigen Stimme zog Julia Neigel Jeden in den Bann und erfüllte den Raum mit geballtem Rock. Matthias Kiefer gab durch souverän harmonisches Gitarrenspiel den passenden Rahmen dazu.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1336080?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F699522%2F1782736%2F
Nachrichten-Ticker