Antrag: TWE-Gebäude sollen unter Denkmalschutz
„Bedeutsames Kulturgut“

Lengerich -

Geschrieben und diskutiert wurde in der jüngeren Vergangenheit schon viel über die Teutoburger Wald-Eisenbahn. Nun kommt ein neues Kapitel hinzu. Das Aktionsbündnis pro TWE will zu der Bahn gehörende Immobilien in Lengerich unter Denkmalschutz stellen lassen.

Samstag, 02.02.2013, 08:02 Uhr

Die TWE-Gebäude in Hohne: Nach Ansicht von Bahnfreunden droht möglicherweise der Verkauf oder gar der Abriss.
Die TWE-Gebäude in Hohne: Nach Ansicht von Bahnfreunden droht möglicherweise der Verkauf oder gar der Abriss. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Immobilien der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) in Hohne sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Das wünscht sich das in Bad Laer ansässige Aktionsbündnis pro TWE und hat einen entsprechenden Bürgerantrag in Lengerich eingereicht. Befassen wird sich mit dem Thema nun der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Dienstag.

Hintergrund ist die ungewisse Zukunft der TWE. Nach Darstellung des Aktionsbündnisses ist damit zu rechnen, dass die Captrain Deutschland GmbH, der die TWE gehört, den Streckenteil zwischen Ibbenbüren und Versmold einstellt. „Dafür gibt es viele Indikatoren“, sagt der Sprecher des Aktionsbündnisses, Dr. Rolf Westheider .

Eine Einschätzung, die so von Captrain nicht bestätigt wird. „Aktuell machen wir eine Gesamtbetrachtung“, sagt Unternehmenssprecherin Stefanie Diekmann. Der Investitionsbedarf für die TWE werde ermittelt und auch das Marktpotenzial überprüft. Die Ergebnisse der Analyse sollen im Sommer vorliegen. Danach sei zu entscheiden, ob die notwendigen Arbeiten in Angriff genommen werden, die nötig sind, um auf den Schienen wieder Züge rollen zu lassen. „Wir schließen keine Option aus“, betont Diekmann, die auch klar macht, dass es wohl nur eine Entscheidung geben wird, die sich für Captrain rechnet.

Bereits seit Längerem ist die Nutzung der Strecke durch Bahndammschäden bei Tecklenburg und Bad Iburg stark eingeschränkt. Wie der Lengericher Verein Eisenbahn-Tradition auf seiner Internetseite mitteilt, ist nunmehr auch der Bahnhof Bad Iburg wegen Brückenschäden nicht mehr erreichbar. „Wir können für die Saison 2013 noch keine Prognose abgeben, hoffen aber dass der Teuto-Express in Zukunft wieder planmäßig die Teutoburger Wald-Eisenbahn befahren kann“, heißt es auf der Internetseite des Vereins.

Der bekam jüngst Besuch von der SPD-Kreistagsfraktion und erhielt dabei Rückendeckung (WN, 31. Januar). Die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Veldhues warf Captrain vor, nicht in die Unterhaltung der TWE zu investieren, obwohl das Unternehmen dazu verpflichtet sei.

Das Aktionsbündnis pro TWE will nach eigener Darstellung verhindern, dass es zu einem „voreiligen Verkauf des Bahngeländes oder gar einem Abriss von Gebäuden und dem unwiederbringlichen Verlust eines technik- und verkehrsgeschichtlich bedeutsamen Kulturgutes kommt, bevor die angestrebte Überführung der Strecke in eine zukunftsfähige Trägerschaft erfolgreich auf den Weg gebracht ist“.

Konkret geht es um den TWE-Personenbahnhof an der Bahnhofstraße 194, das Kreuzungsbauwerk über die Hauptstrecke Münster - Osnabrück sowie den TWE-Güterbahnhof nebst Zentralwerkstatt mit Fahrzeughalle, Lokwerkstatt, Kesselschmiede und Nebengebäuden.

Bereits jetzt, so das Bündnis weiter, sei Dr. Winfried Wilkens vom Landkreis Osnabrück damit befasst, in Abstimmung mit den Kreisen Steinfurt und Gütersloh Möglichkeiten zu prüfen, wie der „stilllegungsgefährdete TWE-Abschnitt als Eisenbahnstrecke des öffentlichen Verkehrs erhalten“ werden könnte. Ins Gespräch bringt Bündnis-Sprecher Dr. Rolf Westheider die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, die Interesse an der TWE signalisiert habe.

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