Lengericherin macht in Berlin Politik
Im Reichstag regiert die Jugend

Lengerich/Berlin -

WN-Mitarbeiterin Frederike Blömker hat am Planspiel „Jugend und Parlament 2013“ teilgenommen. Vier Tage war sie in Berlin und hat dabei erfahren, wie die große Politik funktioniert. Darüber berichtet sie an dieser Stelle.

Donnerstag, 06.06.2013, 09:06 Uhr

Er ist das Zentrum der deutschen Demokratie, der Reichstag in Berlin . Vier Tage lang hatten dort bis Dienstag nicht wie sonst Merkel, Steinbrück und Co. das Sagen, sondern 312 Jugendliche aus ganz Deutschland . Sie schlüpften in die Rolle von Nachwuchspolitikern und simulierten Gesetzesinitiativen. Möglich wurde das mit dem Planspiel „Jugend und Parlament 2013“. Durch die Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper wurde auch mir die Möglichkeit geboten, die große Politik hautnah und ziemlich realistisch zu erleben.

Ich erhielt als Abgeordnete einen fiktiven Namen, eine neue Biografie und natürlich eine Parteizugehörigkeit. Ob konservativ, sozialdemokratisch, liberal, ökologisch oder links – alle Richtungen waren, wie auch in der Realität, vertreten. Mein neues Ich war Mitglied der Christlichen Volkspartei (CVP).

Schon beim ersten Zusammentreffen mit meinen Fraktionskollegen stellte sich heraus, dass diese Tage im Bundestag eine Bereicherung für mich werden würden. Ich lernte politikbegeisterte Jugendliche aus allen Ecken Deutschlands kennen. Sofort herrschte zwischen uns eine freundschaftliche Atmosphäre. Und wir nutzten intensiv die Möglichkeiten, uns auszutauschen. Oft standen wir aber auch im Zwiespalt zwischen unseren wahren Ansichten und der fiktiven Rolle. Es ging um Themen wie die Frage nach einer Wahlpflicht oder einer Pkw-Maut. Sorgten die schon für eine Menge Zündstoff, drohte bei der Debatte über anonyme Bewerbungen sogar die Koalition zwischen CVP und Liberalen auseinanderzubrechen.

Schnell lernte ich, dass Politik mit einem Mannschaftssport vergleichbar ist, denn ein Einzelner kann nicht auf sich gestellt seine Position durchsetzen. Dennoch gab es immer wieder trotzige Haltungen und auch Intrigen hinter den Kulissen. Besonders aufregend waren die Sitzungen im Plenarsaal. Schon allein deshalb, weil dort normalerweise nur echte Politiker Zutritt haben.

Mehrere von ihnen lernte ich kennen: Eduard Oswald von der CSU, Petra Pau von der Linken und natürlich meinen Gastgeber, Dieter Jasper. Das Gespräch mit dem Hopstener bot mir Gelegenheit, Antworten auf meine Fragen rund um das Thema Politikgeschehen zu bekommen. Beispielsweise erfuhr ich, dass Politiker durch Lobbyismus schnell in schwierige Situationen geraten können und wie stramm der Zeitplan eines Abgeordneten ist.

Die zahlreichen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten unter uns Jugendlichen empfand ich oft als ziemlich amüsant. Es prallten erhitzte Gemüter aufeinander. Es gab Alphatiere, die aus der Herde der Parlamentarier durch ihre ausgezeichnete Rhetorik heraus ragten.

Das Schlusswort hatte Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert. Er bestätigte, dass unsere mühsame Arbeit in den Parteien wichtig gewesen sei, da ohne das Parteiensystem keine Demokratie möglich wäre.

Mein Fazit: Die Einladung von Dieter Jasper war eine großartige Gelegenheit, das Politikgeschehen anschaulich nachvollziehen zu können. Klar wurde mir so, dass Durchsetzungsfähigkeit und gekonnte Öffentlichkeitsarbeit wichtige Voraussetzungen für politische Siege sind.

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