Teuto-Express droht das Aus
TWE will Strecke verkaufen

Tecklenburger Land -

Dem Touristenmagneten Teuto-Express droht das Aus. Die Teutoburger-Wald-Eisenbahn AG, Besitzerin des Schienenstrangs, will den 50,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ibbenbüren und Versmold verkaufen. Es ist die Hausstrecke des historischen Dampfzugs.

Freitag, 02.08.2013, 06:08 Uhr

Die Teutoburger-Wald-Eisenbahn (TWE) AG will den nördlichen Abschnitt zwischen Ibbenbüren und Versmold endgültig aufgeben. Sie plant den Verkauf der Strecke, die über Ibbenbüren, Brochterbeck, Lengerich und Lienen Richtung Bad Laer führt. Wie Romy Mothes , Pressesprecherin Captrain Deutschland GmbH (zum Unternehmen gehört die TWE) auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, gibt es einen Interessenten. Ein Preis sei nicht festgelegt, das sei „reine Verhandlungssache“.

In einer Pressemitteilung schreibt die TWE, sie plane, mit dem Verkauf ihre langjährigen Bemühungen, neue Güterverkehre auf dem sogenannten Nord-Abschnitt zu generieren, einzustellen. „Die Aufgabe dieser historischen Strecke ist sehr bedauerlich und stellt für uns eine schwere Entscheidung dar“, wird TWE-Vorstand Thomas Kratzer zitiert. Die Anstrengungen, in diesem Abschnitt neue Verkehre auf die Schiene zu holen, hätten leider keinen Erfolg gebracht. Die wirtschaftliche Situation lasse keine andere Wahl. Künftig werde sich das Unternehmen vollständig auf die Entwicklung des südlichen Streckenabschnittes zwischen Versmold und Hövelhof konzentrieren.

Der Nordabschnitt der TWE-Strecke ist, wie berichtet, durch Gleisunterspülungen zwischen Brochterbeck und Tecklenburg seit 2010 nicht mehr durchgängig befahrbar. Weitere Schäden gab es in der Folgezeit in Bad Iburg und Lienen. Reparaturen seitens der TWE erfolgten nicht.

Die TWE schreibt, sie habe den 50,6 Kilometer langen Nord-Abschnitt unter die Lupe genommen. Um die „durchgehende Befahrbarkeit und mittelfristige Betriebssicherheit für den vereinzelten Schienengüterverkehr wieder herzustellen“, seien Investitionen von knapp 7,5 Millionen Euro notwendig. Dem stünden jährliche Einnahmen von 154 000 Euro gegenüber.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats finde der Verkauf der Strecke im Rahmen des Verfahrens zur Stilllegung einer Schienenstrecke nach Paragraf 11 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) statt. Hierbei werde zunächst versucht, einen neuen Betreiber zu finden. Die Stilllegung der Strecke erfolge nur dann, wenn keine Übernahme zustande komme sowie der weitere Unterhalt der Infrastruktur dem derzeitigen Betreiber wirtschaftlich nicht länger zugemutet werden könne.

Hannes Pohlmann , Mitglied der Geschäftsführung des Fördervereins Eisenbahn-Tradition, der den bekannten Teuto-Express betreibt, sieht das Vorgehen der TWE sehr skeptisch. Er vermutet, dass das Eisenbahnbundesamt drei Jahre nach der ersten Unterspülung in Brochterbeck Druck gemacht hat. Die TWE habe jetzt entweder die Durchgängigkeit der Strecke wiederherstellen oder aber den nun beschrittenen Weg einleiten müssen. Und der könne auch mit einer Stilllegung enden. Jetzt sei abzuwarten, was nach dem Verkaufsangebot kommt. Auf jeden Fall sieht Pohlmann die Politik gefordert. Der Teuto-Express habe ein touristisches Alleinstellungsmerkmal.

Für den Güterverkehr nutzt die Firma Bergschneider einen Teilabschnitt zur Anlieferung in den Hafen Dörenthe. Firmenchef Walter Bergschneider weiß, dass die Strecke zur Disposition steht, hofft aber noch auf ein Weiterbestehen. Er hält aber einen langfristigen Erhalt der Strecke nur für den Güterverkehr für illusorisch.

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