Meinungsaustausch über Bürgerwindpark
Kurzzeitig stürmisch

Lengerich -

Alle Verantwortlichen wollen ihn. Doch wie ein Bürgerwindpark in Lengerich realisiert werden sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Am Mittwochabend saßen die aktuell Beteiligten zusammen und diskutierten über die bestehenden Probleme.

Donnerstag, 19.12.2013, 05:12 Uhr

Es war kein Durchbruch. Es war jedoch auch nicht das Ende für das Millionen-Projekt Bürgerwindpark Lengerich . Am Mittwochabend haben die Beteiligten wahrscheinlich das erreicht, was sie sich vorher von der Veranstaltung erhofft hatten: eine Annäherung und ein weitgehend sachlicher Austausch der Positionen.

Rund eineinhalb Stunden redeten die in einer Gesellschaft zusammengeschlossenen Grundstückseigentümer (Bürgerwindpark Lengerich-Wechte GbR), Ratsmitglieder inklusive Bürgermeister Friedrich Prigge , Stadtwerke-Chef Martin Schnitzler und Vertreter der NLF Bürgerwind GmbH miteinander. Das war schon insoweit bemerkenswert, weil zuletzt kein direkter Kontakt mehr bestanden und mehrere geplante Treffen nicht stattgefunden hatten.

Zunächst stellten die von den Eigentümern als Berater hinzugezogenen Jörg Tiemann und Karina Buller (beide NLF) das von der GbR favorisierte Modell vor. Das, erklärte das Duo, sei so schon in mehreren Orten des Kreises realisiert worden und zeichne sich vor allem durch eine direkte Beteiligung der Bürger aus – finanziell, aber auch bei der Konzeptionierung und beim Betrieb eines Windparks. Zudem gebe es keine Mehrheitsbeteiligungen, der maximale Anteil werde gedeckelt.

Jörg Tiemann betonte in diesem Zusammenhang, dass die GbR keinen Stadtwerke-Windpark wolle – und erntete damit massiven Widerspruch von Bürgermeister, Ratsmitgliedern und Stadtwerke-Geschäftsführer Schnitzler. Der erinnerte unter anderem daran, dass die im Kreis geltenden Leitlinien für Bürgerwindparks, an denen sich nach eigenen Angaben auch die NLF orientiert, überhaupt erst von den Stadtwerken Lengerich erarbeitet worden seien.

Angesichts der Vorbehalte gegen das Konzept der Stadt, das eine Beteiligung von je einem Drittel für Flächeneigentümer (GbR), Bürger und Stadtwerke vorsieht (WN, 23. November), fragte der Bürgermeister Richtung Eigentümer: „Wovor habt ihr eigentlich Angst?“ Offenbar, wie von Tiemann gesagt, vor einem „Stadtwerke-Windpark“. Denn das Versorgungsunternehmen, so die Sorge, könnte auch die Federführung beim Bürgeranteil übernehmen und damit das Sagen für den gesamten Windpark haben.

Eine Sichtweise, die bei den Ratsmitgliedern über die Parteigrenzen hinweg Erstaunen hervorrief und der deutlich entgegengetreten wurde. Es gehe einzig und allein darum, die Stadt über die Stadtwerke angemessen an einem Projekt zu beteiligen, das überhaupt erst von diesen beiden Beteiligten angestoßen worden sei. Ein Streben nach Vorherrschaft im Bürgerwindpark sei hingegen keinesfalls der Plan.

Zumindest ein Stück weit, das zeigten die Reaktionen bei den Grundstückseigentümern, schien die Überzeugungsarbeit der Lokalpolitiker zu fruchten. Klaus-Henrich Schulte, einer von drei Geschäftsführern der Bürgerwindpark GbR, zog mit den Worten „Gewitter reinigen die Luft“ ein positives Fazit und vereinbarte mit Bürgermeister Prigge, dass im Januar ein weiteres Treffen stattfinden soll.

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