Erfolgreicher Vogelzüchter
Dieter Gretenkord ist Deutscher Meister

Lengerich -

Zum ersten Mal ist Dieter Gretenkord ist Deutscher Meister. Und das zum ersten Mal und mit 67. Wenn man Kanarienvögel züchtet ist das möglich. Der Lengericher macht das seit 1992.

Dienstag, 14.01.2014, 05:01 Uhr

„Ein bisschen Herzklopfen hatte ich schon“, bekennt Dieter Gretenkord . Der Lengericher hat auch allen Grund dazu. Mit seiner Kollektion isabell gelb intensiv ist der Kanarienzüchter Deutscher Meister geworden. „Zum ersten Mal“, räumt er ein. Dabei züchtet er schon seit 1992 die kleinen Singvögel.

Dass er Deutscher Meister ist, hat der 67-Jährige ganz unspektakulär erfahren. „Wir sind am Sonntag nach Bad Salzuflen gefahren. Am Käfig hing dann der Zettel“, erzählt er. Die Preisrichter hatten seine und viele andere Vögel bereits am Freitag unter die Lupe genommen. Geht´s jetzt weiter zur Weltmeisterschaft? Der Rentner winkt ab. „Das wird mir zu teuer.“

Durch einen Zufall ist er zu seinen ersten Vögeln gekommen. „Kollegen haben mir welche geschenkt“, erinnert er sich. Seine Söhne, damals rund zehn Jahre jung, waren von den kleinen Federbällchen begeistert. Und auch der Papa hat seine Liebe zu den Singvögeln entdeckt. Dass die Kollegen alle Züchter waren, lässt ihn vermuten, „die hatten wohl einige Vögel übrig“.

Damit wäre die Sache eigentlich gelaufen gewesen – wenn die Kanarien sich nicht vermehrt hätten. „Da habe ich gesagt, okay, dann werde ich Züchter“, blickt er zurück. Erster Schritt, der Beitritt in den Verein der Kanarienzüchter und Vogelfreunde Lengerich . Die Voraussetzung, um die Tiere beringen zu können.

Die erste Ausstellung? Die Vereinsmeisterschaft. „Mitte der 1990er Jahre“, das genaue Jahr weiß Gretenkord nicht mehr. Dafür aber, dass „ich alle Vögel hingebracht habe, die ich hatte“. Zu Meisterehren hat´s nicht gereicht. Irgendwann danach – „Das muss so zehn, 15 Jahre her sein“ – trifft er die Entscheidung, sich bei der Zucht auf isabell gelb intensiv zu konzentrieren. Literatur und ein Bekannter, der diesen Farbschlag mal gezüchtet hat, geben den Ausschlag.

Der Aufwand, den er für sein Hobby betreibt, hält sich in Grenzen. Meint Gretenkord. „Meine Frau sieht das manchmal etwas anders“, räumt er mit einem Schmunzeln ein. 43 Kanarien hält er. Fürs Füttern gehe eine halbe Stunde am Tag drauf, kämen Pflege und Reinigung hinzu, könnte es auch eine Stunde dauern.

Die Verpflegung – zwei Mal täglich – hat er den Kanarien vor und nach der Arbeit gebracht. Nur der Nachwuchs habe manchmal für komische Blicke seiner Frau gesorgt. „Urlaub haben wir nur gemacht, wenn die Nestlinge aus dem Nest waren“, erläutert er.

Was ihn an der Kanarienzucht fasziniert, hat Gretenkord schnell beschrieben. „Man sucht die Paare aus, züchtet und wartet mit Spannung darauf, was aus dem Gelege wird.“ Der melodische Gesang der Vögel ist für ihn „eine schöne Zugabe“. Die genießt er auch im Winter. Die Kanarien hält er in einer Außenvoliere. „Auch bis minus zehn Grad, da passiert nichts“, versichert er.

Als Züchter muss er das wissen, schon aus Erfahrung. Wie man einen weiblichen und männlichen Vogel als Laie unterscheidet? Der 67-Jährige lacht. „Das erkennt man an der Kloake.“ Nun wird sich so ein Piepmatz kaum von einem Anfänger anfassen lassen. „Bei den Weibchen ist der Kopf etwas schmaler“, geht sein Blick zu den vier Käfigen auf dem Tisch. „Das sind drei Hähnchen und ein Weibchen“, gibt er Hilfestellung. Mit Erfolg.

Auch wenn er als Züchter einen Blick für die Tiere hat, „man lernt immer noch dazu“, verweist er auf Tipps, beispielsweise von Preisrichtern oder Kollegen. Große Wünsche hat er nicht. „Es sollte so bleiben“, sagt er und denkt kurz nach. „Der nächste Titel könnte etwas schneller kommen“, lacht er.

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