Teutel startet mit Vermarktung
Das Glasfaserkabel kommt

Lengerich -

Bislang läuft das Internet in Lengerich fast ausschließlich über Kupferleitungen. Das will die Stadtwerketochter Teutel in den kommenden Jahren massiv ändern. Glasfaser lautet das Zauberwort. Die Vermarktung läuft ab Mitte April.

Samstag, 15.03.2014, 12:03 Uhr

Für Martin Schnitzler und Ronny Juch ist es so etwas wie eine neue Zeitrechnung, die am 17. April beginnt. Dann startet in Lengerich offiziell die Vermarktung von Glasfaseranschlüssen durch das Stadtwerke-Tochterunternehmen Teutel . Der Presse und dem Planungsausschuss stellte das Duo, das das Vorhaben federführend begleitet, die Pläne am Donnerstag vor.

Schnitzler, in Personalunion Geschäftsführer beider Unternehmen, betonte unter anderem, dass es nicht wie bei Großkonzernen darum gehe, möglichst viel Geld zu verdienen. Ziel sei vielmehr, für eine gute Infrastruktur zu sorgen, also auch für schnelle und stabile Internetverbindungen, und dabei eine „schwarze Null“ zu erwirtschaften. Zunächst wird es Glasfaseranschlüsse in Teilen Lengerichs geben. Bis 2022 sollen dann etwa 80 Prozent Lengerichs, Ladbergens, Lienens und Tecklenburgs abgedeckt sein.

Nach einer, so Juch, detaillierten Analyse beginnt die Teutel in vier sogenannten Clustern mit ihrem Glasfasergeschäft (ein TV-Pilotprojekt mit der Lengericher Wohnungsbaugenossenschaft läuft bereits). Ausgewählt wurden die Bereiche Lengerich West I und Lengerich West II und III nördlich und südlich der Tecklenburger Straße mit zusammen 930 Haushalten, der Bereich Wiesenstraße/Hans-Sachs-Straße (450 Haushalte) und Lengerich Ost (275 Haushalte). Mittels Bundeszuschüssen soll zudem versucht werden, in Hohne ein Gebiet mit 850 Haushalten anzuschließen.

Wer in den vier Clustern wohnt, soll den Anschluss kostenlos bis ans Haus bekommen. Hinzu kämen die monatlichen Gebühren, drei unterschiedliche Angebote will die Teutel machen. Die Preise seien „wettbewerbsfähig“, sagte Schnitzler auf eine entsprechende Frage von Ausschussmitglied Karlheinz Horstkotte (SPD) ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.

Über die vier Gebiete verteilt müssten nach Angaben von Schnitzler und Juch 28 Prozent der fraglichen Haushalte einen Glasfaseranschluss bekommen, damit die Teutel die Wirtschaftlichkeit erreicht. Sie rechnen nach eigenen Worten fest damit, dass das gelingt. Zunächst solle nun in den kommenden zwei bis drei Monaten um Kunden geworben werden, dann könnten die Anschlüsse innerhalb von weiteren drei bis sechs Monaten verlegt werden.

Zudem können in Lengerich ab sofort potenzielle Kunden auch außerhalb der Cluster ihr Interesse am Glasfaseranschluss anmelden. Die Gebiete, in denen es die meisten gibt, würden dann als nächstes ausgebaut.

Bislang läuft das Internet in Lengerich und Umgebung noch über Kupferleitungen, die bei Weitem nicht die Leistungsfähigkeit von Glasfaserkabeln haben. Schnitzler und auch Bürgermeister Friedrich Prigge betonten, dass ein Ausbau für die Standortattraktivität Lengerichs unumgänglich sei. Der Stadtwerke- und Teutel-Chef verwies in seiner Präsentation unter anderem auf das immense Wachstum beim Datenverkehr. In einer 25 000-Einwohner-Stadt – Lengerich hat rund 22 000 – seien im Jahr 2000 monatlich Datenmengen versandt worden, die rund einer Millionen heruntergeladener Musikstücke entsprächen. 2012 seien 250 Millionen gewesen und für 2020 würden 1,5 Milliarden prognostiziert.

Bis Ende 2014 wird die Teutel nach Angaben von Schnitzler einen einstelligen Millionenbetrag in das Glasfaserprojekt investieren.

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