Frühlingskonzert
Die Geheimnisse der russischen Seele

Lengerich -

Russische Weisen erfüllten am Samstagabend klangvoll die Gempt-Halle beim großen Frühjahrskonzert „Klingender Osten“ der Chorgemeinschaft Lengerich. Dem Publikum wurde ein inspirierendes Musikerlebnis geschenkt.

Montag, 07.04.2014, 09:04 Uhr

Sehr viele Liebhaber dieser Musik hatten sich eingefunden, um gemeinsam ihrer Vorliebe für diese ausdrucksstarke und gefühlsbetonte Musik nachzukommen. Mit versierter Kunstfertigkeit führte Dirigent Ralf Junghöfer die Sänger, die so ihre ganzen Qualitäten als großes Gesangsensemble aufzeigen konnten.

Seit nunmehr 20 Jahren leitet er die Chorgemeinschaft , hat sie in vielen Probenstunden sehr intensiv auf dieses Konzert vorbereitet. Die Früchte dieser Arbeit konnte das Publikum an diesem Abend genießen, erlebte ein bis ins kleinste Detail bestens einstudiertes Programm.

Für die instrumentale Bereicherung wurde das russische Ensemble „ Troika “ gewonnen, das natürlich für solche Musik bestens prädestiniert ist. Die Liebe dieses Quartetts richtet sich auf Werke russischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Aber auch bei mehr folkloristischen Weisen sind sie ganz Zuhause. Ralf Junghöfer konnte den farbenreichen Klang von Dombra, Balalaika, Bajan und Gusli bestens mit dem der Chorgemeinschaft verbinden.

Schon beim „Kosakenritt“ und „Raspascjol“ war das Publikum mitgerissen von diesem lebendigen Miteinander von Chor und Instrumentalisten. Für den solistischen Part war der auch international konzertierende Bass-Bariton Markus Krause gewonnen worden, der mit seiner warm timbrierten Stimme die Herzen des Publikums im Sturm eroberte. Mit großem Einfühlungsvermögen sang er vom herrlichen Baikal, entführte in bester Iwan Rebroff-Manier in die Welt der „zwölf Räuber“.

Wenn er das „Lied der Sehnsucht“ anstimmte, dann fühlte sich einfach jeder ergriffen von seiner gefühlvollen Gesangskunst. Esprit und Leidenschaft zeigte er, wenn er die Zigeuner zum Aufspielen aufforderte. Ungarisches Flair und Wiener Charme der alten kuk- Monarchie verband er mit dem bekannten „Ja, das Schreiben und Lesen“ aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß.

Da loderte das „Balkanfeuer“ in einer Melodienfolge slawischer Volksweisen. Er schuf mit seiner ausdrucksstarken Art ein intensives Band zum Publikum, wusste seine Stimme über dem differenzierten Chorklang erstrahlen zu lassen.

Bei den Liedern zeigte die Chorgemeinschaft Lengerich , dass sie ihr Publikum bestens zu unterhalten wusste. Wenn es auf die rasante „Troikafahrt“ ging, der temperamentvolle „Csardas“ die Stimmung anheizte, dann sang der Chor mit starkem Ausdruck. Mit gutem Gespür für einen fesselnden Aufbau waren auch rein instrumentale Werke in das Programm eingefügt worden.

Alexander Pankov zeigte „Unter einem Steinchen hervor“, einer Konzertbearbeitung eines russischen Liedes von Alexander Na Yun Kin, seine große Kunstfertigkeit. Mit Filmmelodien wie „Lara‘s Thema“ aus dem Film „Doktor Schiwago“ wurde das Publikum ganz niveauvoll mitgenommen auf eine Reise in die Geheimnisse der russischen Seele.

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