Gespräche im Tecklenburger Land
Bundesbankerin informiert sich

Lengerich -

Margarete Müller ist Präsidentin der Hauptverwaltung der Bundesbank in Nordrhein-Westfalen. Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer war sei jetzt im Tecklenburger Land zu Gast. In Lengerich machte sie gleich zwei Mal halt.

Dienstag, 15.04.2014, 16:04 Uhr

Vom Ärger, den Bargeld verursachen kann, über florierende Unternehmen, die für hohe Kaufkraft sorgen, bis zur Währungspolitik in der Euro-Zone: Nur knapp 40 Kilometer lang war die Reise durch den Kreis Steinfurt, die Margarete Müller , Präsidentin der Hauptverwaltung der Bundesbank in Nordrhein-Westfalen , in Begleitung von IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing am Montag absolvierte. Doch die Tour entpuppte sich für die Präsidentin als abwechslungsreicher Praxisausflug.

Erste Station war die Firma Geile in Westerkappeln, Marktführer bei Warenautomaten, wie man sie von Bahnhöfen kennt. Für Geschäftsführer Wolfgang Geile ist das Bargeld, das seine bundesweit fast 7000 Automaten liefern, zu „einem spürbaren Kostenfaktor“ geworden. Früher habe die Bundesbank einen kostenlosen Service für das Bargeld-Handling geboten. Der sei jedoch immer weiter abgebaut worden. „Seit einigen Jahren versteht sich die Bundesbank im Bargeldverkehr als Großhändler“, erläuterte Müller die Auswirkungen der strategischen Neuausrichtung im Kerngeschäftsfeld Bargeld.

Vom Kleingeld zu Milliarden: Im Ringhotel Teutoburger Wald in Brochterbeck traf Müller auf die CDU-Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek, Mitglied im Bundesausschuss für Finanzen. Entsprechend ging es bei dem Gespräch auch um den Euro und die Geldpolitik. Fazit: Die niedrigen Zinsen bereiten sowohl den Versicherungsnehmern wie auch den Kleinsparern große Probleme. Die Versicherungskunden fürchten um ihre Versorgung im Rentenalter, Banken und Versicherungen fällt es immer schwerer, zugesagte Leistungen zu erfüllen.

Die speziellen Finanzierungsbedingungen im Maschinen- und Anlagenbau standen im Mittelpunkt der Gespräche bei Windmöller & Hölscher in Lengerich . Dr. Jürgen Vutz, Vorsitzender der Geschäftsführung, präsentierte das Unternehmen. Die Präsidentin zeigte sich beeindruckt von diesem „Beispiel für die starke Wirtschaft des Münsterlandes“.

Den Schlusspunkt der Tour bildete das Gespräch von Müller und Schulte-Uebbing mit dem Obmann der Sparkassen im Münsterland, Achim Glörfeld. Der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Lengerich und Müller waren sich einig über die Bedeutung der Sparkassen für die Mittelstandsfinanzierung sowie über die Wirkung des deutschen Drei-Säulen-Modells mit öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten, Genossenschaftsbanken und privaten Banken. „Dieses System hat sich in der Finanzkrise als sehr stabil erwiesen“, betonte Müller. Weitere Themen waren die neuen Eigenkapitalregeln für die Kreditwirtschaft sowie die europäische Bankenunion.

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