Harald Egbert bekommt viel Unterstützung
Das Apfelparadies wächst

Lengerich -

Im vergangenen Herbst berichteten die WN von Apfelliebhaber Harald Egbert. Der Lengericher hat sich zum Ziel gesetzt, Bäume von möglichst vielen Sorten zu pflanzen. Und dabei hat er reichlich Unterstützung erfahren.

Mittwoch, 23.04.2014, 07:04 Uhr

Inzwischen kann Harald Egbert durchatmen. Die meiste Arbeit ist erledigt. Neue Bäume sind gepflanzt, viele wurden nachveredelt, sein Apfelprojekt läuft bestens. Im vergangenen Herbst hatten die Westfälischen Nachrichten erstmals darüber berichtet – und damit eine Resonanz ausgelöst, von der der Lengericher positiv überrascht wurde.

„Die einen haben erst einmal angerufen, andere kamen gleich direkt mit einem oder mehreren Äpfeln vorbei“, erzählt der Betreiber des Bergcafés. Die Leute, die sich meldeten oder vor der Tür standen, kamen aus der ganzen Region, von Rheine bis Bielefeld und von Osnabrück bis Münster.

Harald Egbert ging und geht es darum, möglichst viele Sorten zu haben. Das ist die Aufgabe, die sich das „Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt“ gestellt hat, bei dem Harald Egbert mitmacht. Mit viel Erfolg, wie sich nun herausstellt. Insgesamt hat er aktuell rund 300 Obstbäume.

Darunter finden sich auch einige Birnen- und Pflaumenexemplare, der Großteil sind aber die von ihm und der Familie so geliebten Äpfel. Das Ergebnis der jüngsten Aktion ist in Höhe der Max-und-Moritz-Hütte auf einem rund zwei Hektar großen Areal rechts und links des Hermannsweges zu sehen. Dort stehen in Reih und Glied junge Bäume, circa 55 von ihnen wurden nachveredelt. Der Blick auf die Triebe zeigt, dass das Aufpfropfen gut funktioniert hat. Es geschah, wegen des warmen Wetters früher als geplant, im März mit Hilfe eines Fachmannes.

Die brauchte der Lengericher zum Teil auch bei der Bestimmung der Apfelsorten, die ihm zugetragen wurden. Nicht immer gelang es. In solchen Fällen, erklärt Harald Egbert, würden erst einmal Arbeitsnamen vergeben. „Roter Mond“ ist ein solcher. Der Café-Betreiber vermutet, dass er von Soldaten während des Zweiten Weltkrieges aus Russland nach Deutschland gebracht wurde. Ein extrem frostharter Apfel, allerdings wenig schmackhaft. Ein weiterer unbestimmbarer Kandidat wurde kurzerhand nach seiner Spenderin „Magiera“ genannt, ein anderer „Tecklenburger Land Apfel“.

Für die Veredelung benötigte der Lengericher von den Leuten, die sich meldeten, sogenannte Reiser. Idealerweise sollten das junge und etwa bleistiftdicke Triebe sein. Doch da die Bäume teilweise 80 oder sogar 100 Jahre alt sind, seien die Reiser oft sehr dünn und klein gewesen, erzählt Harald Egbert weiter. Eine spezielle Methode, die Geißfuß-Veredelung, musste deshalb angewendet werden.

Stolz ist er nun auf seltene Sorten wie „Schöner aus Buke“, „Westfälischer Zwiebelapfel“ oder „Fieserers Erstling“. Der Erfolg, den der WN-Bericht hatte, war jedoch so groß, dass nicht für alle Obstspenden Platz ist, obwohl Harald Egbert schon 30 Bäume mehr gepflanzt hat, als ursprünglich geplant. Unter anderem konnten der „Bürener Zitronenapfel“ und das „Paderborner Seidenhemdchen“ nicht aufgenommen werden. Vorerst.

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