Tod durch verschmutztes Wasser
Fischsterben im Aabach

Lengerich -

Pfingstmontag wurden auf dem Lengericher Aabach tote Fische entdeckt. Die Suche nach der Ursache gestaltete sich kompliziert. Schließlich wurde am Dienstag ein Defekt einem städtischen Regenüberlaufbecken behoben. Für viele Tiere in dem Fließgewässer war das zu spät.

Mittwoch, 11.06.2014, 18:06 Uhr

Im Lengericher Aabach ist es am Montag und Dienstag zu einem massiven Fischsterben gekommen. Ursache war ein technischer Defekt am Regenüberlaufbecken nahe der Fußgängerbrücke an der Lienener Straße. Jürgen Wegener , Gewässerwart, des Angelvereins, sprach von einem „Tiefschlag“ bei den Bemühungen, das Gewässer als Ökosystem zu erhalten und aufzuwerten.

Entdeckt wurden die ersten toten Tiere bereits am Pfingstmontag gegen 14 Uhr. Ein Mitglied des örtlichen Angelvereins habe die verendeten Fische in der Höhe der Eislaufwiesen an den Burwiesen gesichtet, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Danach gestaltete sich jedoch die Suche nach der Ursache und nach verantwortlichen Ansprechpartnern offenbar schwierig. Polizei und Feuerwehr wurden von den Anglern zwar hinzugezogen. Doch dann, so Jürgen Wegener, sei es trotz zahlreicher Telefonate nicht gelungen, weiter zu kommen.

Bachaufwärts wurde derweil von Mitgliedern des Vereins nach der Einleitungsstelle gesucht. Das Wasser im betroffenen Bereich sei trübe gewesen und habe nach Waschmitteln und Fäkalien gerochen, beschreibt Jürgen Wegener die Situation. In der Nähe des Bahnhofs habe man nach mehreren Stunden schließlich ein großes Betonrohr gefunden, durch das das verschmutzte Wasser in den Aabach floss.

Als nächstes sei mit der Dyckerhoff-Werksfeuerwehr auf dem Werksgelände nach der Ursache gefahndet worden. Erfolglos. Schließlich rückte das städtische, 1440 Kubikmeter fassende Regenüberlaufbecken in den Fokus.

Stefan Lürwer von der Stadtverwaltung berichtet, dass dort ein Abfluss verstopft gewesen sei. Bei der Kontrolle am Dienstag habe es „plötzlich einen Knall gegeben, dann war er wieder frei“. Unter normalen Umständen, erklärt er weiter, werde bei Bedarf ein Gemisch in den Bach geleitet, das fast ausschließlich aus Regenwasser und nur zu einem geringen Teil aus Schmutzwasser bestehe. Durch die Störung sei nun offenbar genau das Gegenteil eingetreten.

Lürwer betont weiter, dass die Meldekette bei Störfällen klar geregelt sei und die Feuerwehr die Nummer der Rufbereitschaft der kommunalen Kläranlage habe. Wahrscheinlich habe es aber keine Meldung gegeben, weil am Nachmittag angesichts der noch unklaren Lage die Zusammenhänge nicht deutlich geworden seien.

Kirsten Weßling, Pressesprecherin des Kreises, betont, dass der zuständige Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde von der Leitstelle der Feuerwehr erst am Abend um 20.30 Uhr benachrichtigt worden sei. „Er war dann am Dienstag am Morgen sofort vor Ort.“

Unter den geborgenen toten Fischen sind nach Aussage von Jürgen Wegener unter anderem Hechte und Barsche, Rotaugen sowie seltene Bitterlinge und Schmerlen. Auch Fischbrut und Lebewesen wie Insektenlarven und Krebse dürften die Verschmutzung seiner Einschätzung nach nicht überlebt haben. Wegen der starken Strömung nach den heftigen Niederschlägen der vergangenen Tage werde ein Großteil der verendeten Fische nicht an die Oberfläche kommen, sondern auf den Gewässergrund bachabwärts Richtung Ems getrieben.

„Zusammen mit dem Landesfischereiverband Westfalen und Lippe wird der Verein nun ein Schadensgutachten erstellen, um dann möglichst bald die Population wieder aufzubauen.“

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