Kunstprojekt: Macher freuen sich über Resonanz
Wächst und gedeiht

Lengerich -

An die 150 freiwillige Helfer haben sich bislang an dem Kunstprojekt „Vision: Weltkulturerbe Lengerich“ beteiligt. „Sensationell“ findet das Macher Ralf Witthaus. Bis zum 24. Juni wird noch gemäht und gesenst.

Samstag, 14.06.2014, 16:06 Uhr

„Hier, die Schutzbrille.“ Ralf Witthaus reicht den Augenschutz rüber. Wer näher als fünf, sechs Meter an die Akteure auf dem Rasen ran will, kommt an dem Anlegen von Schutzbekleidung nicht vorbei. Auch, wenn es nur eine Brille ist.

Was die Sicherheitsbestimmungen betrifft, ist der Rasenmäher-Künstler unerbittlich. Das bestätigt Barbara Rübartsch, Projektleiterin des Stadtmarketingvereins „Offensive“, aus der täglichen Zusammenarbeit.

Was der 40-Jährige nicht im Griff hat, ist das Wachstum des Rasens. „Der wächst so stark, dass es kracht“, sagt er und muss lachen. Von einem Bauern hat er gehört, dass der Mais in den vergangenen Tagen um bis zu acht Zentimeter in die Höhe geschossen ist – „täglich“.

„Sensationell“ findet er den Zustrom an freiwilligen Helfern. An die 150 sind es bislang gewesen. Am Freitagmittag ist eine Gruppe der Uni Osnabrück auf dem Gelände der LWL-Klinik aktiv. Wie gewünscht in schwarzen Hosen und weißen Oberteilen. Von weitem sieht es aus wie eine Ballettgruppe, die über den Rasen schwebt.

Mit dem aktuellen Stand des Projekts „Vision: Weltkulturerbe Lengerich “ ist Ralf Witthaus zufrieden. Etliche Flächen seien bereits vermessen, würden für den Schnitt vorbereitet. Die Zeichnung von Peter Joseph Lenné findet der 40-Jährige „ästhetisch schön. Jetzt entdeckt man die Mauern wieder“, zeigt er quer durch den Innenhof. Früher stand dort ein Waschhaus. Und mit der Mauer wurden auch Männer- und Frauenbereich voneinander getrennt.

Zwei der von Lenné gestalteten Gärten sind heute Weltkulturerbe, darunter Schloss Sanssouci bei Potsdam. „Lengerich ist nie umgesetzt worden, aber wir zeichnen das nach, um es erlebbar zu machen.“ beschreibt der Künstler seine Intention.

Die „Offensive“ erhofft sich noch mehr und sieht sich auf einem guten Weg. „Wir leben Kunst im öffentlichen Raum“, sagt Vorsitzender Wilhelm Möhrke. Dazu gehört für ihn auch die Auseinandersetzung mit der Kunst, der Klinik und dem Projekt. „Das ist gewollt.“

Am 24. Juni endet die Zeit der Rasenmäher und Motorsensen. Wenige Wochen später werden die Zeichnungen anhand der Lennéschen Pläne nicht mehr zu sehen sein. Beim Gartentag am Sonntag, 29. Juni, besteht die Gelegenheit, sich mit Ralf Witthaus über das Projekt zu unterhalten.

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