HAG-Schüler schnuppern in die Arbeitswelt
Souveräne Jungunternehmer

Lengerich -

Staubsaugervertreter gehören landläufig nicht zum Kreis der Personen, denen man bereitwillig seine Zeit opfert. Anders am Donnerstag: da standen 20 junge Menschen mit ihren innovativen Reinigungsgeräten im Rampenlicht. Und einem kritischen Fachpublikum Rede und Antwort.

Sonntag, 01.02.2015, 12:02 Uhr

Die Oberstufenschüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums  schlüpften erfolgreich in die Rolle von Unternehmern.
Die Oberstufenschüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums  schlüpften erfolgreich in die Rolle von Unternehmern. Foto: Dario Sellmeier

Wie auch in den vergangenen Jahren bot der Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland interessierten Oberstufenschülern des Hannah-Arendt-Gymnasiums die Möglichkeit, für eine Woche in die Rolle von Unternehmern zu schlüpfen. Dieses „Management Information Game“ ermöglicht außergewöhnliche Einblicke in den Kosmos Wirtschaft mit all seinen komplexen Wechselwirkungen. Allerdings verlangt es den Gymnasiasten auch einiges ab: die Betreuung der virtuellen Unternehmen, die die Teilnehmer über mehrere „Geschäftsjahre“ als Vorstände führen, lässt nur einen Zehn-Stunden-Tag zu.

In den Räumen des Gastgebers Windmöller & Hölscher mussten die Nachwuchsmanager das Gelernte dann praktisch umsetzen. Was grenzt das Produkt von anderen ab? Welche Zielgruppe soll erreicht werden? Zu welchen Konditionen wird verkauft? Keinen saugenden und blasenden Heinzelmann, sondern hochmoderne Technologie boten die drei konkurrierenden Firmen den Zuhörern. Der Fokus lag dabei besonders auf dem Komfort des Kunden: selbstverständlich, dass dieser nicht mehr selbst Hand anlegen muss, sondern allenfalls mal jedes Jahr den Filter wechseln.

Die CleanTec AG legte haushoch vor und präsentierte ihren vollautomatisierten Saugroboter. Ganz auf der Höhe der Zeit von überall steuerbar und mit Umgebungsscan versehen, zusätzlich ausgerüstet mit per App kontrollierbarer Luftverbesserung. Mit einem selbst gedrehten Werbeclip hatten die Entwickler auch gleich ein passendes Marketingkonzept parat.

Der zweite Bewerber, die Dust Destroyer AG , wartete mit einem integrierten Lufterfrischer auf. Auch ein Fleckenscanner gehörte zur Grundausstattung des technischen Wunderwerkes.

Das dritte Produkt stammte aus dem Hause der VAQU+ AG. Diese hoffte, mit einem integrierten Handstaubsauger und Kamerafunktion Punkte zu sammeln.

Im Anschluss an jede Produktvorstellung war es den Wirtschaftsführern möglich, Nachfragen an die Gruppen zu richten. Von der Verträglichkeit mit kleinen Haustieren über Garantieansprüche bis hin zum Einwand, das Unternehmen könne in fünf Jahren ja schon längst bankrott sein, reichten die Wortmeldungen. Auch über Einkaufspreise wurde mitunter hart gefeilscht. Die Jungunternehmer ließen jedoch keinen Zweifel daran, ihre Produkte mit dem Potenzial zum Marktführer ausgestattet zu haben und räumten souverän alle Bedenken aus.

Schulleiterin Angelika Heitmann war sichtlich stolz auf die Leistung ihrer Schüler. Ebenso wie Spielleiter Thorsten Gottschling lobte sie deren Einsatz, noch über den langen Tag hinaus weitergedacht und -gearbeitet zu haben. „Vielleicht haben die hier anwesenden Chefs schon den einen oder anderen Schüler im Blick“, schloss sie augenzwinkernd.

Bei der Abstimmung über die beste Präsentation hatte schließlich die CleanTec AG die Sympathien auf ihrer Seite. Die Kombination aus ansprechendem Produkt, durchdachter PR-Strategie und technischem Sachverstand überzeugte. „Aber Gewinner sind wir alle“, brachte einer der Teilnehmer auf den Punkt, wie die gesamte Gruppe von fünf lehrreichen Tagen profitiert hat.

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