DRK wird Asylsuchende betreuen, weiß aber nicht, wie die Gruppe zusammengesetzt ist
Viele offene Fragen

Lengerich -

Das DRK bereitet sich auf die Betreuung der Flüchtlinge vor, die in der Berufsschule Lengerich untergebracht werden sollen. Sicher ist nur, dass die ersten Personen am Donnerstag kommen werden. Wie viele es sind, aus wie viel Nationen, ob Kinder und Behinderte dazugehören – auf diese Fragen gibt es noch keine Antworten. Die Oberstufenschüler der Berufsschule müssen ab Mittwoch in Ibbenbüren zum Unterricht.

Dienstag, 03.03.2015, 19:03 Uhr

Die Betten sind gemacht. Johannes Hille (Vorstandsvorsitzender DRK-Kreisverband Tecklenburger Land), Ute Rosenbach, Hildegard Dellbrügge und Achim Glörfeld (von rechts) vom DRK-Ortsverein Lengerich in einer der elf Klassen, die zu Schlafräumen umfunktioniert worden sind.
Die Betten sind gemacht. Johannes Hille (Vorstandsvorsitzender DRK-Kreisverband Tecklenburger Land), Ute Rosenbach, Hildegard Dellbrügge und Achim Glörfeld (von rechts) vom DRK-Ortsverein Lengerich in einer der elf Klassen, die zu Schlafräumen umfunktioniert worden sind. Foto: Michael Baar

Es ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. „Wir wissen nur, dass am Donnerstag gegen Mittag die Flüchtlinge kommen“, sagt Johannes Hille . Das Rote Kreuz übernimmt die Betreuung der Menschen in der Berufsschule an der Bahnhofstraße.

Wie viele Kinder, Jugendliche, Senioren oder Behinderte unter den 150 Personen sind, aus welchen Ländern sie kommen, welche Sprachen sie sprechen, welchen Religionen sie angehören? Fragen über Fragen, aber keine Antworten. Dabei würde das die Arbeit des DRK erheblich erleichtern, stellt der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes Tecklenburger Land fest.

Die Vorbereitungen sind – so weit möglich – getroffen. In elf Klassenräumen der Schule stehen jeweils 14 Betten. Doppelstöckig. „Ein paar Kinderbetten haben wir in Ibbenbüren auf Vorrat“, berichtet Johannes Hille. Ebenso ein Dutzend Matratzen für Behinderte und Senioren. „Die könnten Probleme mit den Betten haben“, räumt er ein.

Immerhin, der Kreisverband hat Erfahrungen mit der Unterbringung von Flüchtlingen. Im Oktober hat der Kreis vorübergehend gut 200 Personen in der Kreissporthalle einquartiert. Acht Dolmetscher sind damals im Einsatz gewesen. Für Muslime wurde ein Gebetsraum eingerichtet.

Dinge, die bei der Planung in Lengerich berücksichtigt werden. Seit Freitagmittag weiß der Kreisverband von der Übergangs-Unterkunft, berichtet Johannes Hille. 17 Vollzeitstellen sind auf die Schnelle für die Betreuung der Flüchtlinge ausgeschrieben worden. „Die ersten Vorstellungsgespräche laufen.“ Hinzu kommen viele ehrenamtliche Kräfte. Wie bei denen sollen auch die Vollzeitkräfte „das Herz am rechten Fleck haben, engagiert sein und Kümmerer, die sofort anfangen können“.

Oberstes Ziel: „Wir wollen eine positive Stimmung haben beim Empfang, das macht vieles leichter“, schöpft er aus den Erfahrungen in Ibbenbüren. „Es sind alles liebe, nette Menschen, die einen Grund haben, zu kommen.“

Was nichts daran ändert, dass ein eingespieltes Prozedere umgesetzt werden soll: „Status feststellen, Impfen und so weiter“, berichtet er. Auch der Abgleich der Fingerabdrücke gehöre dazu.

Die Leitung der Übergangs-Unterkunft werde vor Ort sein, versichert er. Zwischen 7 und etwa 20 Uhr sind „drei bis vier Betreuer, ein Sanitäter, ein Arzt samt Assistentin“ präsent. Nach 20 Uhr voraussichtlich zwei Betreuer und ein Sanitäter. „Dieser Drei-Schichten-Betrieb an sieben Tagen in der Woche erfordert ganz viel Flexibilität“, weiß Johannes Hille aus Erfahrung.

Genügend ehrenamtliche Helfer zu finden „ist kein Problem“, versichert Achim Glörfeld. Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Lengerich hofft vielmehr auf viele Bewerber für eine der 17 Vollzeitstellen und auf Spenden: Bekleidung, Spielsachen und Geld (Konto 1100 0304, Kreissparkasse Steinfurt, BLZ 403 510 60). „In Lengerich geht keiner vom DRK mit einer Sammeldose durch die Stadt.“ Dieser Hinweis ist ihm wichtig. Und ab Montag, 9. März, ist der DRK-Kleidershop an der Wielandstraße (gegenüber Rewe) geöffnet. Dort werden Kleider- und Geldspenden angenommen.

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