Tag des Wassers der Vereinten Nationen
Glücklich im Tecklenburger Land

Tecklenburger Land -

Die Versorgung mit Trinkwasser ist im Tecklenburger Land traumhaft gut. Dennoch ist der „Internationale Tag des Wassers“ auch für den Chef des hiesigen Wasserverbandes ein wichtiges Datum.

Samstag, 21.03.2015, 09:03 Uhr

In vielen Regionen der Erde ist es eine Traumvorstellung, dass trinkbares Wasser einfach aus einem Hahn fließt und selbst genügend Wasser da ist, um in einem heißen Sommer draußen Blumen zu gießen. Diese Probleme wird es im Tecklenburger Land auch auf lange Sicht nicht geben, sagt Johann Knipper, Geschäftsführer des Wasserversorungsverbandes Tecklenburger Land.
In vielen Regionen der Erde ist es eine Traumvorstellung, dass trinkbares Wasser einfach aus einem Hahn fließt und selbst genügend Wasser da ist, um in einem heißen Sommer draußen Blumen zu gießen. Diese Probleme wird es im Tecklenburger Land auch auf lange Sicht nicht geben, sagt Johann Knipper, Geschäftsführer des Wasserversorungsverbandes Tecklenburger Land. Foto: dpa

Wasser? Ja, das ist ein kostbares Gut. Wer sich mit Johann Knipper , dem Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL), unterhält, dem wird zudem schnell bewusst, was es für ein großes Glück ist, in der hiesigen Region zu Hause zu sein. Nein, sagt Knipper, wir werden – auch aufgrund des Klimawandels – nach allem menschlichen Ermessen keine Wasserpro­bleme bekommen. Einer der Gründe: Aus 25 und 80 Meter Tiefe kommt für die Menschen von Ladbergen bis Westerkappeln, Hopsten bis Lienen das Wasser aus dem Hahn – es sei denn, sie sind nicht an das WTL-Versorgungsnetz angeschlossen.

Anlass für das Gespräch an diesem sonnigen Donnerstag im Büro des Geschäftsführers in Laggenbeck ist der „Internationale Tag des Wassers“ der Vereinten Nationen , der am Sonntag weltweit begangen wird. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“.

Auch wenn die Wasserversorgungslage im Tecklenburger Land im Gegensatz zu vielen, vielen anderen Regionen auf der Erde traumhaft gut ist, ist das Thema „Nachhaltigkeit“ für Johann Knipper und sein Team ein großes. „Wir sind Menschen, wir haben Hinterlassenschaften“, macht er deutlich, dass Wasser in hoher Quantität und Qualität nicht einfach als naturgegeben hingenommen werden darf, sondern dass daran stetig gearbeitet werden muss.

Seit 1990, also mittlerweile seit 25 Jahren, gibt es deshalb eine Kooperation mit den Landwirten, die gut funktioniere. Ein Berater bei der Landwirtschaftskammer ist eigens für sie Ansprechpartner. Zudem, sagt Knipper, gebe es für Landwirte vom WTL Ausgleichszahlungen, wenn sie Maßnahmen durchführten, die über die gesetzlichen Forderungen hinausgehen. Auf 300 000 Euro jährlich beziffert Knipper die Summe für Berater und Ausgleichszahlungen.

Geld, das offensichtlich gut angelegt ist. Denn: Nur Eisen, Mangan und Kohlensäure sind im hiesigen Wasser in zu hoher Konzentration vorhanden. Die Kohlensäure wird durch Entgasung, Eisen und Mangan werden durch das Hinzugeben von Luft, sie verflocken dann, dem Wasser entzogen. Mit Nitrat etwa gebe es keinerlei Probleme.

Stellt sich die Frage: Wo kommt das kostbare Nass eigentlich her? Knipper: „80 Prozent stammen aus Grundwasser, 20 Prozent werden aus Oberflächenwasser gewonnen.“ Bisher wird Oberflächenwasser aus der Glane gezogen. Das allerdings werde sich 2017 ändern, kündigt Johann Knipper gegenüber unserer Zeitung an. Der Grund: Um aus der Glane Wasser zu entnehmen, müsste jetzt saniert werden. Da sei es wirtschaftlich vernünftiger, neu zu bauen und dann Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal zu ziehen, der näher sei.

166 000 Einwohner versorgt der WTL. 1990 verbrauchte jeder Bürger pro Tag durchschnittlich 145 Liter. 2013 waren es nur noch 130 Liter. „Jetzt sind wir bei 120 Liter angekommen“, sagt Knipper. Einerseits seien Einsparungen natürlich gut. Doch der Geschäftsführer spricht hier lieber von einem „sorgsamen Umgang“ mit dem wertvollen Nass. Denn er weiß: „Wenn der Wasserverbrauch unter 100 Liter pro Tag und Person sinkt, wird es problematisch.“ Weil? In den Leitungen, die von den vier Wasserwerken bis in die Haushalte gehen, muss eine gewisse Durchflussgeschwindigkeit herrschen – ansonsten steigt das Risiko, dass Wasser in den Leitungen stehenbleibt und sich Bakterien ansiedeln können. Um das zu verhindern, „müssten wir die Leitungen verstärkt durchspülen“, erläutert Knipper. Heißt: Das Wasser, das der Bürger spart, verbraucht der Versorger selbst, damit die Qualität unverändert hoch bleibt.

In Spitzenzeiten, sprich in heißen Sommern, verbraucht der Mensch in der hiesigen Region auch schon mal 250 Liter Wasser am Tag. Bedeutet: Künftig kleinere Leitungen zu verlegen, würde keinen Sinn machen, soll es in heißen Sommern nicht zu Engpässen kommen.

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