Diskussion mit Rita Süßmuth
Als die deutsche Einheit kam

Lengerich/Tecklenburg -

25 Jahre deutsche Einheit, dieses Thema hat das „Deutschland- und Europapolitischen Bildungswerk NRW“ zum Anlass genommen, zwei prominente Politikerinnen einzuladen: Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth und die Präsidentin des brandenburgischen Landtags, Britta Stark.

Montag, 29.06.2015, 07:06 Uhr

Rita Süßmuth wurde von Klaus Raape begrüßt. Das Vorstandsmitglied des Bildungswerkes NRW moderierte die Veranstaltung.
Rita Süßmuth wurde von Klaus Raape begrüßt. Das Vorstandsmitglied des Bildungswerkes NRW moderierte die Veranstaltung. Foto: Lennard Walker

„25 Jahre deutsche Einheit“ - so hieß das Diskussionsthema des „Deutschland- und Europapolitischen Bildungswerkes NRW “ am Samstag in der Akademie Talaue. Mit dabei waren zwei prominente Gäste. Zum einen Rita Süssmuth – die frühere Bundesministerin war während des Mauerfalls Bundestagspräsidentin – und die aktuelle Landtagspräsidentin Brandenburgs, Britta Stark .

Klaus Raape, Vorstandsmitglied des Bildungswerkes und Moderator der Veranstaltung, freute sich besonders über den Besuch der Politikerinnen, da man so eine „westliche Sicht durch Rita Süssmuth sowie eine östliche Sicht durch Britta Stark auf das Thema hat“.

Da solch wichtige Ereignisse meist auch eine große Rolle im persönlichen Leben spielen, erzählten beide zuerst, wo sie sich aufhielten, als sie die Meldung des Mauerfalls erreichte. Süssmuth war in ihrem Bonner Büro mit einem Künstler aus der DDR, der gerne in der damaligen Bundeshauptstadt ausstellen wollte. Zunächst habe sie gar nicht glauben wollen, was sie hörte, so Süßmuth. Und auch der Künstler habe das Geschehen nur mit den Worten „Die spinnen doch“ kommentiert. Stark befand sich direkt an der Bornholmer Straße in Berlin und bekam so direkt mit, wie die Grenze geöffnet wurde. „Fremde Menschen lagen sich in den Armen“, schilderte sie die historischen Stunden. „Die dramatische Stimmung in Ostberlin, die schon wochenlang anhielt, erreichte damit ihren Höhepunkt.“

Schnell kam nach dem Mauerfall auch die Frage nach der Hauptstadt auf. Rita Süssmuth meinte nun, dass dies ein zentraler Punkt gewesen sei, zu dem es in der darauffolgenden Bundestagssitzung fünf Anträge gegeben habe. Dass die Hauptstadt Berlin geworden sei, sei „wichtig für das Gefühl der Ostdeutschen“. Auch Britta Stark zeigte sich ebenfalls als Berlin-Befürworterin und betonte auch, dass „im Ausland nichts anderes erwartet wurde“.

Uneinigkeit herrschte zwischen den beiden prominenten Gästen hingegen bei der Frage, wie es mit dem Solidarpakt weitergehen sol, wenn er 2019 ausläuft. Während die ehemalige Bundestagspräsidentin dafür plädierte, etwas zu ändern und genauer hinzuschauen, wo Förderung nötig sei, vertrat Stark die Meinung, dass am aktuellen Modell, bei dem vor allem Ostdeutschland gefördert wird, nicht gerüttelt werden solle.

Abschließend appellierte Brandenburgs Landtagspräsidentin, dass Ost- und Westdeutsche offen aufeinander zugehen sollten. Rita Süssmuth ergänzte, dass die deutsche Einheit in allen Gebieten der Welt, wo Teilung eine Rolle spiele – sie nannte als Beispiel Israel und die palästinensischen Gebiete – als Vorbild gesehen werde.

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