Leseförderung an Grundschulen größtes Projekt der Stiftung Bildung, Kunst, Kultur
Spielerisch die Welt der Wörter erobern

Lengerich -

Die Leseförderung ist das größte Projekt der Stiftung für Bildung, Kunst, Kultur Lengerich. Aus Spendengeldern werden die vier Grundschulen bei diesem Anliegen unterstützt. Wie das im Einzelnen aussieht, davon hat sich Kris Steinbeck, Vorstand der Stiftung, in der Grundschule Hohne ein Bild gemacht.

Freitag, 06.11.2015, 16:11 Uhr

Auf eine entspannte Atmosphäre legt Almut Rinderknecht (am Tisch) bei der Leseförderung Wert. Wie das läuft, darüber informierten sich (hinten von rechts) Kris Steinbeck, Angelika Steinborn, Elisabeth Braumann und Gisela Marstatt-Stienecker.
Auf eine entspannte Atmosphäre legt Almut Rinderknecht (am Tisch) bei der Leseförderung Wert. Wie das läuft, darüber informierten sich (hinten von rechts) Kris Steinbeck, Angelika Steinborn, Elisabeth Braumann und Gisela Marstatt-Stienecker. Foto: mba

Almut Rinderknecht ist jeden Tag in der Schule. 25 Kinder groß ist die Schar ihrer Schützlinge, denen sie in Kleingruppen hilft, das Geheimnis der Buchstaben zu lüften. An fünf Tagen in der Woche, wenn nötig sogar schon um 7.30 Uhr, deutlich vor Unterrichtsbeginn.

Die ehemalige Mode-Designerin sieht darin nichts Ungewöhnliches. „Mittags war der Junge nicht mehr aufnahmefähig. Zufällig habe ich ihn morgens getroffen und wir haben uns dann zusammengesetzt.“ Der Erfolg gibt ihr Recht. Der Junge hat rasante Fortschritte gemacht.

Die Leseförderung wird am Schrägweg ergänzend angeboten. „Aus dem Regelunterricht wird niemand herausgenommen“, betont Angelika Steinborn . Probleme gibt es dadurch nicht. „Die Kinder empfinden die Teilnahme an der Leseförderung als Bonus“, erzählt die Lehrerin. Schüler, die gut lesen können, würden immer mal wieder darum bitten, ebenfalls an den Stunden mit Almut Rinderknecht teilnehmen zu dürfen.

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis? Die hauptamtliche Förderin schüttelt den Kopf. Sie setzt auf spannende Geschichten. Und wenn es mit dem Lesen noch gar nicht klappt, kommen die Kommunikationskarten auf den Tisch. Darauf ist ein Bild und ein Wort oder ein kurzer Satz zu sehen. „Die Kinder sehen das Motiv, hören, wie das Wort heißt und erschließen so die Bedeutung“, erläutert Almut Rinderknecht. Gerade Kinder, die noch kein Wort Deutsch sprechen, würden gut damit klar kommen. „Die übersetzen sich das im Kopf.“

Alles, was sie anpackt, will sie auf spielerischem Weg den Kindern vermitteln. „Das nimmt den Druck.“ Anreize setzt sie auch, mit einem Lesepass. Wenn ein Kind zehn Minuten Zuhause vorliest, wird das von einem Elternteil per Unterschrift bestätigt. Ist der Pass voll, darf sich das Kind ein Stofftier aussuchen. „Alles gespendet.“ Der Hinweis ist ihr wichtig, denn Spendengelder sollen für den Kern der Leseförderung – Bücher – ausgegeben werden.

„Das Geld ist genau richtig ausgegeben“, freut sich Elisabeth Braumann. Die Mitarbeiterin von Windmöller & Hölscher überzeugt sich an diesem Vormittag, wie die jüngste Spende von 2000 Euro eingesetzt wird.

Die stete Förderung durch die Stiftung schlägt sich in der Vera-Lernstandserhebung in Deutsch und Mathe in den dritten Klassen nieder. Beim jüngsten Vergleich hat die Grundschule Hohne „extrem gut“ abgeschnitten, sagt Gisela Marstatt-Stienecker. Besser als der Landes-Durchschnitt und auch über dem Wert der Vergleichsgruppe. Vor Jahren sah das noch ganz anders aus. „Uns wurde bewusst, dass etwas passieren muss“, nennt die Schulleiterin den Anlass, systematisch an die Leseförderung heranzugehen. Das war, bevor die Stiftung sich einbrachte.

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