Konzert des „Caucasian Chamber Orchestra“
Orient und Okzident

Lengerich -

Ein Konzert in der Gempt-halle hat am Dienstagabend das „Caucasian Chamber Orchestra“ unter der Leitung von Uwe Berkemer gespielt. Geboten wurde dem Publikum Musik aus Armenien, Georgien und Aserbaidschan.

Donnerstag, 10.03.2016, 17:03 Uhr

Musik als Zeichen der Völkerverständigung und des Friedens: Das „Caucasian Chamber Orchestra“ mit Dirigent Uwe Berkemer machte im Rahmen seiner Tournee zum zehnjährigen Bestehen am Mittwoch auch Station in Lengerich.
Musik als Zeichen der Völkerverständigung und des Friedens: Das „Caucasian Chamber Orchestra“ mit Dirigent Uwe Berkemer machte im Rahmen seiner Tournee zum zehnjährigen Bestehen am Mittwoch auch Station in Lengerich. Foto: Axel Engels

Es dürfte bislang noch nicht oft passiert sein, dass in der Gempt-Halle Musik aus Armenien, Georgien und Aserbaidschan zu hören war. Am Mittwoch bestand die Gelegenheit dazu – dank des „Caucasian Chamber Orchestras“. Das war auf Einladung der Lengericher Stiftung für Bildung, Kunst und Kultur zu Gast.

Nachdem morgens in Gesprächskonzerten mit Schulklassen der Dirigent und Lehrer am Ibbenbürener Johannes-Kepler-Gymnasium Uwe Berkemer mit dem Orchester zahlreiche junge Musikfreunde in diese spezielle Musikwelt eingeführt hatte, präsentierte sich abends im Konzert das Kammerorchester unter seiner versierten Leitung von seiner besten Seite.

Seit dem russisch-georgischen Krieg kann das Ensemble nur eingeschränkt arbeiten. Trotz dieser Einschränkungen hat es sein hohes künstlerisches Niveau beibehalten. Dies zeigte sich bei der „The Legend of Nisami, Sinfonie für Streichorchester“ von Fikret Amirov aus dem Jahre 1977. Amirov war der wohl bekannteste Komponist Aserbaidschans während der Sowjet-Periode. Starke folkloristische Elemente prägten dieses viersätzige Werk, es faszinierte mit seinen wunderbar einfühlsamen Melodien über den recht traditionellen Harmoniegefügen.

Mit der „Sinfonietta für Streichorchester“ des armenischen Komponisten Alexander Arutyunyan erklang auch ein Werk, das stilistisch seine Hinwendung zum Neoklassizismus zeigte, wobei auch die Vorliebe des Komponisten für den Barock und die Romantik in seine markante Musiksprache Einklang gefunden haben. Wie von Staub befreit erklang dieses angenehm zu hörende Stück aus dem Jahre 1966, eingängige Melodien waren durch das „Caucasian Chamber Orchestra“ in ein sehr klangfarbenreiches Gewand gekleidet.

Nach der Pause ging es mit sechs kleinen Kunstwerken aus den „Caucasian Miniatures“ des auch international bekannten georgischen Komponisten Sulkhan Tsintsadze in expressive klangmalerische Welten. Bis ins kleinste Detail genau mit exquisiter Gestaltung der dynamischen Abstufungen spielte das „Caucasian Chamber Orchestra“, sodass die Miniaturen ihre ganze Schönheit entfalten konnten. Lebendigkeit und Spielfreude prägten das „Scherzo Ashugsayaghi“ von Uzeyir Hajibeyov und die Ballettmusik „Tanjez Dzevushekt“ von Kara Karajev, die aus dem kulturellen Bild Aserbaidschans eine ganz mitreißende Facette aufzeigten.

Mit technischer Brillanz und rhythmischer Sicherheit reagierte der Orchester sehr direkt auf das stringente Dirigat von Uwe Berkemer. Dieser international bekannte Künstler zeigte sich auch als einfühlsamer Komponist. Die vier Werke aus seinen „Caucasian Traditionals“ zeigten sehr klangfarbenreich sein tiefes menschliches Verständnis für die gebirgige Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, ließ man sich von diesen in Musikbilder gesetzten starken Gefühlen faszinieren.

Das Programm dieses Konzertes war für viele der rund 100 Musikliebhaber recht ungewöhnlich. Aber das Zusammenwirken von Orient und Okzident überzeugte einfach bei solch intensiver Musizierkunst.

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