Klimacafé: Viele Ideen gesammelt
Alles vollgeschrieben

Lengerich -

Viel zu schreiben hatten am Donnerstagabend die Lengericher, die beim Klimacafé dabei waren. Ihre Aufgabe war es, Ideen für das Klimaschutzkonzept einzubringen. Davon gab es reichlich, die es zu notieren galt.

Freitag, 20.05.2016, 17:05 Uhr

Ihre Vorschläge schrieben die Teilnehmer auf Papiertischdecken. Die vielen Notizen werden ausgewertet vom Fachbüro Gertec, das für die Stadt ein Klimaschutzkonzept erstellt.
Ihre Vorschläge schrieben die Teilnehmer auf Papiertischdecken. Die vielen Notizen werden ausgewertet vom Fachbüro Gertec, das für die Stadt ein Klimaschutzkonzept erstellt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Der ein oder andere tat sich am Anfang nicht leicht damit, mit einem Edding-Stift auf Tischdecken zu schreiben. Doch rund eineinhalb Stunden später konnte sich Andreas Hübner bestätigt sehen. Der Geschäftsführer der Gertec Ingenieurgesellschaft wollte vor allem eines: Ideen sammeln für das Klimaschutzkonzept, das Gertec im Auftrag der Stadt erstellt. Am Donnerstagabend hatten Bürger die Chance, ihren Teil dazu beizutragen. Und dafür sollten die Tischdecken genutzt werden.

„Klimacafé“ nannte sich die Veranstaltung im Gempt-Bistro. 25 bis 30 Teilnehmer waren dabei. Bürgermeister Wilhelm Möhrke ebenso wie ein paar Mitarbeiter aus der Verwaltung und Mitglieder aus dem Rat, aber beispielsweise auch einige recht junge Lengericher. Nach einer erklärenden Einführung durch Hübner und Möhrke begann an den drei Thementischen die Ideenfindung. Mobilität, erneuerbare Energien und „Klimaschutz to go“ waren die Schlagworte, um die es ging.

Recht schnell kristallisierten sich einige prägende Elemente heraus: Zum einen legte sich niemand Denkverbote auf, es wurde frei von der Leber weg diskutiert. Zum anderen waren es bestimmte Aspekte, die immer wieder angesprochen wurden.

Am Mobilitäts-Tisch war das der Komplex Fahrradfahren/Fahrradwege. Die Verbesserung der Infrastruktur war ein Kernsatz, der in diesem Zusammenhang zu hören war. Solle das Fahrrad nicht nur in der Freizeit genutzt werden, sondern auch als gleichwertiges Verkehrsmittel neben dem Auto, müssten an den Hauptverkehrsstraßen bis in die Bauerschaften und Nachbarorte hinein Radwege vorhanden sein. Aber auch der öffentliche Personennahverkehr, die Parkplatz-Situation und die Frage, ob Autos eher aus der Stadt herausgehalten werden sollten, wurden beleuchtet.

Abwärme von Firmen für angrenzende Privathaushalte nutzen, von großen hin zu eher kleinen Windrädern gehen, Standards beim Neubau schaffen, die über den gesetzlichen Anforderungen liegen, Energiegemeinschaften bilden – das waren Stichworte, die auf dem Tisch Erneuerbare Energien notiert wurden. Eine der Ideen, die am Ende mit zu den „Lieblingen“ gekürt wurde, kam hier aus dem Kreis der jungen Teilnehmer: Es könnten Platten in der Stadt verlegt werden, die Energie erzeugen, wenn sie betreten werden.

Während sich das ein bisschen futuristisch-technisch anhörte, ging es beim „Klimaschutz to go“ naheliegender Weise handfester zu: autofreier Sonntag, Veggy Day, örtliche Veranstaltungen klimaneutral gestalten, eine „Lengerich Stofftasche“ auf den Markt bringen, die Plastiktüten ablösen könnte, Willkommensgrüße mit Radfahrkarten für Neubürger, einen Hochzeitswald pflanzen (auch gedacht für Jubiläen, Geburtstage, Schulabgänger), es wurden einige Vorschlägen gemacht, die sich vergleichsweise einfach umsetzen ließen. Diskutiert wurde aber auch über das Image Lengerichs. „Die Stadt ist besser als ihr Ruf“, hieß es da. Eine Botschaft, die verstärkt Richtung Pendler transportiert werden sollte, die in Lengerich arbeiten. Denn würde sich von denen der ein oder andere für einen Umzug hin zur Arbeitsstätte entscheiden, profitierte die Stadt und der Klimaschutz.

Hübner zeigte sich angetan von der Kreativität und dem Engagement, mit dem die Klimacafé-Teilnehmer ihre Aufgabe erfüllten. Er sei vor allem „überrascht von der Vielfalt“ der Anregungen. Der Gertec-Geschäftsführer berichtete, dass derzeit auch noch Workshops liefen zu speziellen Themen und mit vorbestimmten Teilnehmern. All das, was bei den Veranstaltungen erarbeitet werde, solle in das Klimaschutzkonzept einfließen.

Er riet aber auch, die „Aufbruchstimmung“ zu nutzen, um geeignete Projekte schnell umzusetzen und nicht zwangsläufig auf die Fertigstellung des Konzeptes zu warten.

Im September wird das Klimaschutzkonzept voraussichtlich dem Stadtrat zur Verabschiedung vorgelegt. Dann soll es auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Enthalten wird es nach Aussage von Hübner und seiner Kollegin Lisa Maurer eine Reihe von Empfehlungen, aber auch einen konkreten Maßnahmenkatalog inklusive grober Kostenschätzungen.  

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