Klassentreffen nach 70 Jahren
Unterrichtsausfall bei Fliegeralarm

Lengerich/Lienen-Kattenvenne -

Klassentreffen gibt es reichlich. Doch dieses sticht heraus. Ehemalige der Volksschule in Hohne-Niedermark kamen jetzt zusammen – 70 Jahre nach ihrem Abschluss.

Montag, 15.08.2016, 05:08 Uhr

Verließen vor 70 Jahren die Schule Hohne l: Heinz Hölscher, Loni Schniederbernd, Reinhard Bragulla, Anita Glindmeyer, Walter Lotz und Ernst Wilhelm Lindemann (von links).
Verließen vor 70 Jahren die Schule Hohne l: Heinz Hölscher, Loni Schniederbernd, Reinhard Bragulla, Anita Glindmeyer, Walter Lotz und Ernst Wilhelm Lindemann (von links). Foto: Anne Reinker

Ein Klassentreffen der besonderen Art hat am Samstag sechs ehemalige Schülerinnen und Schüler der Volksschule in Hohne-Niedermark zusammengeführt. Das Außergewöhnliche daran: Stolze 70 Jahre sind seit ihrem Abschluss vergangen. Ein Anlass also allemal, um sich wiederzusehen. In der Gaststätte Gravemeier ließen die Senioren die Zeit um das Jahr 1946 noch einmal Revue passieren.

„Die Schulzeit früher lässt sich mit der heutigen nicht vergleichen“, meint Anita Glindmeyer , die gemeinsam mit Ernst Wilhelm Lindemann das Treffen organisierte. Von den Annehmlichkeiten, wie sie heute üblich sind, durfte man damals wohl nur träumen. Werden die weiter weg wohnenden Kinder längst mit Bussen oder Autos zur Schule gebracht, mussten einst so einige Anstrengungen in Kauf genommen werden. „Der längste Schulweg war bestimmt vier Kilometer“, schätzt Ernst Wilhelm Lindemann, der selbst das Glück hatte, in der Nähe der Einrichtung zu wohnen. Von 14 Kindern wurde ihre Klasse besucht. Die Lehrer Friedrich Schröer, Emil Kattmann und Fritz Vogelsang unterrichteten im Zwei-Klassensystem, die Jahrgänge ein bis vier zusammen in der einen, die fünften bis achten in der anderen.

Mit vielen schönen, aber auch unschönen Erinnerungen ist die Schulzeit behaftet. „Bei Fliegeralarm sollten wir nach Hause laufen“, weiß Ernst Wilhelm Lindemann noch über die Kriegsjahre. „Aber wird durften nicht über die Brücke gehen.“ Kurzzeitig sei die Schule aufgrund der Kriegswirren sogar geschlossen worden.

Im Gedächtnis geblieben sind den ehemaligen Schülerinnen und Schülern auch die Spiele auf dem Schulhof. „Im Handball waren wir unschlagbar“, freut sich Lindemann heute noch. Der Platz dafür wurde von den Schülern selber angelegt. Am Training und am Spiel beteiligte sich dann auch manchmal einer der Lehrer, erinnert sich der Senior. Eine schöne Pause vom Unterrichtet, der einer strengen Disziplin unterstand.

Hat ein Leistungszeugnis heute eine große Bedeutung für den weiteren Lebensweg, sei das damals nicht der Fall gewesen. Das meinen Anita Glindmeyer und Ernst Wilhelm Lindemann einhellig. Die Übergabe der Leistungsbescheinigung sei nicht mit einer Feier verbunden gewesen und ganz unspektakulär abgelaufen. „Es hatte längst nicht so einen hohen Stellenwert wie heute“, sagt Glindmeyer.

Fast alle der Mitschülerinnen und -schüler wohnen heute noch in der näheren Umgebung. Trotzdem ist ihnen die Zusammenkunft anlässlich der Schulentlassung wichtig. Und eins scheint schon klar zu sein: In fünf Jahren soll es wieder ein Klassentreffen geben.

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