Der Respekt vor den Opfern der Kriege
Wie der Gärtner zum Volksbund kommt

Lengerich -

Was bringt einen jungen Mann dazu, nach einer Ausbildung zum Gärtner, dem Erwerb des Meisterbriefes und der Tätigkeit als Ausbilder die Brocken hinzuschmeißen und nach zwölf Jahren im Beruf etwas ganz Neues anzufangen?

Freitag, 11.11.2016, 16:11 Uhr

Horst Howe während der Tätigkeit als Bezirksleiter an seinem Schreibtisch in Pérenchies.
Horst Howe während der Tätigkeit als Bezirksleiter an seinem Schreibtisch in Pérenchies. Foto: Archiv Horst Howe

So krass sieht Horst Howe das nicht. Sein Eintreten in den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge habe zunächst nur einen beruflichen Hintergrund gehabt. 1964 war das und der gebürtige Osnabrücker ist nicht mehr Lehrmeister bei der Firma Weisseno in seiner Geburtsstadt, sondern Bezirksleiter des Volksbundes im Raum Champagne/Ardennen mit Dienstsitz in Reims.

„Bei der Arbeit auf den Soldatenfriedhöfen mit den zahllosen Gräbern der Gefallenen der Weltkriege habe ich dann immer mehr daran gedacht, dass auch Angehörige meiner Familie und der Familie meiner Frau damals umkamen und einige dieser Toten ebenfalls auf Soldatenfriedhöfen bestattet wurden“, schreibt der Landschaftsgärtner. Als Angehöriger sei er nachdenklich geworden und das habe wohl als Anschub für sein Engagement gewirkt.

Doch Horst Howe, der im Zweiten Weltkrieg vom 7. Februar 1944 bis April 1945 in Lengerich die Grundschule besuchte – „Infolge der Kriegswirren wurden wir Schüler in ländlichen Gegenden untergebracht“ –, interessiert sich für das Schicksal von Großvätern, Großonkel, Onkel und Vetter. Die „Schatzkisten“ seiner Oma (Bericht auf dieser Seite) zeigen Spätfolgen.

Der heute 80-Jährige recherchiert, schreibt auf, sammelt alte Fotografien. Das alles fasst er in Buchform zusammen. „Zunächst besonders für meine Kinder und Enkelkinder“, betont er. Die sollen nicht nur oberflächlich etwas von ihren gefallenen Vorfahren erfahren. Diese Biografien sieht Horst Howe zunächst nur „als Teil unserer Familienchronik“. Dass ihm ein Verleger den Tipp gab, die Werke zu veröffentlichen, habe sich dann so ergeben.

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