Zehn Jahre „Vorhang auf!“
Eine Party wie im richtigen Leben

Lengerich -

Es war eine große Party, die alles bot, was die Kleinkunstbühne „Vorhang auf!“ groß gemacht hat: Musik, Comedy und jede Menge Spaß für das Publikum in der ausverkauften Gempt-Halle.

Sonntag, 20.11.2016, 19:11 Uhr

Über einen Geburtstagskuchen von Gerda Zirbes und Angelika Beneteau freut sich das Moderatoren-Trio Jendrik Peters, Christopher Niggenaber und René Auffahrt (von rechts).
Über einen Geburtstagskuchen von Gerda Zirbes und Angelika Beneteau freut sich das Moderatoren-Trio Jendrik Peters, Christopher Niggenaber und René Auffahrt (von rechts). Foto: Klaus Hartwig

„Aus unserem Baby ist das geworden, was wir heute hier sehen“, stellte am Samstagabend ein sichtlich stolzer Dieter Tepe mit Blick in die voll besetzte Gempt-Halle fest. Der „ Vorhang auf!“-Moderator der ersten Stunde reichte seinen Nachfolgern Jendrik Peters, René Auffahrt und Christopher Niggenaber anlässlich des Zehnjährigen der offenen Bühne symbolisch die Hand und attestierte ihnen, in den vergangenen zwei Jahren gute Arbeit geleistet zu haben. Trotz anfänglicher Skepsis über die Lebensdauer sei die Veranstaltung mittlerweile ein wichtiger kultureller Botschafter für Lengerich .

Weit über drei Stunden Unterhaltung wurden zur Feier des Geburtstags geboten, von Musik bis Lyrik, von Hochkultur bis Trash war wieder alles vertreten. „Ein Hoch auf uns“ sang das Moderatorentrio zu Anfang selbstgewiss und schaffte es im Verlauf des Abends, den tapsigen Charme der Kleinkunstbühne im Bistro auch in der großen Halle zu bewahren – mit allen Vor- und Nachteilen.

Die Tontechnik war nicht anders als katastrophal zu nennen, zwischendurch entstand durch lange Umbaupausen immer wieder Unruhe. Und auch manche Acts hätten gern etwas kürzer sein dürfen. Über all das sahen die Zuschauer aber gern hinweg, hielt das Programm doch manchen Höhepunkt bereit.

Zehn Jahre Vorhang auf

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  • Ausverkauftes Haus bei der Gala-Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der Kleinkunstbühne „Vorhang auf“.

    Foto: Klaus Hartwig
  • Das aktuelle Moderatoren-Trio Christopher Niggenaber, Jendrik Peters und René Auffahrt (von rechts).

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  • Glückwünsche von Bürgermeister Wilhelm Möhrke.

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  • Ein Projektchor, der sich zum Zehnjährigen gefunden hatte.

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  • Auch der Bürgermeister stimmte mit ein.

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  • Die Warta-Reisegruppe stellte sich auf die Bühne. . .

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  • und intonierte ein Lied. Spitzname des Ensembles: „Gröhl-Gruppe aus dem Bus“.

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  • Gratulant vom Land: Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp alias Andre Hölscher.

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  • Das Publikum war begeistert.

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  • Gerda Zirbes bringt Kindern nicht nur die plattdeutsche Sprache bei, sondern auch Mundart-Liedkes.

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  • Die Gitarre zupft Werner Biedenkapp.

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  • Und zum Abschluss gibt´s das „Pöggsken“-Gedicht.

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  • Gerda Zirbes und Angelika Beneteau zünden die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen an.

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  • Die drei Moderatoren freuen sich über das süße Geschenk.

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  • Gerda Zirbes und Annette Benetau gratulieren.

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  • Maike und Leona aus Emsdetten versuchten sich als Comedy-Duo.

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  • Ob instrumental . . .

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  • . . . oder mit Gesang:

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  • Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der Kleinkunstbühne.

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  • Was alles in einem Akkordeon steckt, demonstrierte das Orchester Musica Viva.

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  • Thomas Plüß erfreute mit Nonsens-Gedichten.

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  • Stammgast bei Vorhang auf und auch bei der Geburtstagsparty auf der Bühne: Julian Prey alias Jürgen Kortkamp.

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  • Sarah Mrohs und Nicola Löhr überzeugten als Gitarren-Duo.

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  • Setzte den Schlusspunkt: Trompeter Jürgen Hakmann.

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Den Anfang machte die Warta-Reisegruppe unter Führung von Bürgermeister Wilhelm Möhrke , der sein Grußwort überbrachte und dann mit der selbst ernannten „Gröhl-Gruppe aus dem Bus“ zu Ehren der Partnerstadt ein deutsches und ein polnisches Lied zum Besten gab. Möhrke hätte für den zweiten Auftritt auf der Bühne bleiben können – Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp erkor ihn zu seinem Opfer und nahm ihn in seinem komödiantischen Ritt durch die Niederungen der modernen Welt des Öfteren aufs Korn.

Abgelöst wurde er von „Vorhang auf!“-Urgestein Gerda Zirbes, in deren Schlepptau eine ganze Schar Grundschüler aus Stadtfeldmark und Hohne ungeduldig auf den großen Auftritt wartete. Freimütig gaben sie eine Kostprobe ihrer Plattdeutsch-Fähigkeiten, ein Ständchen wurde gesungen und natürlich durfte am Schluss auch das obligatorische „Pöggsken“-Gedicht nicht fehlen.

Doch nicht nur heimische Akteure suchten den Weg ins Scheinwerferlicht. Das Comedy-Duo Maike und Leona aus Emsdetten versuchten das Publikum mit Einblicken in ihren Beamtenalltag zum Lachen zu bringen, was aber als etwas ausgelutscht-zotige Gag-Sammlung daherkam und nicht so recht gelang. Ganz anders bei „Musica viva“ aus Everswinkel. Das Akkordeonorchester war unbestritten der Star des Abends und brachte fast eine Dreiviertelstunde lang die Halle zum Kochen. Ein schmissiges Party- und Hit-Programm mit Gassenhauern wie Liquidos „Narcotic“ oder „Let me entertain you“ lud das Publikum im Nu zum Mitklatschen und Mitsingen ein und trat dem Image des angestaubten Schifferklaviers, das nur Volksmusik kann, munter entgegen. Mit Standing Ovations und Zugabe-Rufen feierten die Besucher die spielfreudigen Musiker und besonders deren flippigen Dirigenten.

Einen ruhigen, aber kaum weniger unterhaltsamen Kontrapunkt setzte danach Thomas Plüß mit einer Auswahl seiner selbstverfassten Nonsens-Gedichte. Seine betont ernste Vortragsweise in Kombination mit Versen wie „Ich bin die dicke Doris und spiele gern im Schlamm“ sorgte für große Erheiterung.

Der Abschluss des Abends gestaltete sich dann wieder musikalisch: Der Dauergast auf der Bühne, Julian Prey, lieferte am Keyboard eigenwillige Synthie-Interpretationen von „Spiel mir das Lied vom Tod“ und den „Glocken von Stella Maria“. Sarah Mrohs und Nicola Löhr entließen die Zuschauer mit gefühlvollen Gitarrenklängen und Gesang dann schließlich in die Nacht.

Der trotz mancher Hänger gelungene Geburtstag wird seinen Schwung hoffentlich ans elfte Jahr weitergeben. Dass Neues und Unbekanntes sich in Altbewährtes einfügt und dem bunten Mosaik der Veranstaltung immer wieder ganz eigene Noten hinzufügt, das bewiesen nicht nur die drei gut aufgelegten Moderatoren. Das ist das Prinzip, das nach wie vor die große Beliebtheit von „Vorhang auf!“ bei Jung und Alt ausmacht.

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