„Kinderrechtsschule“ soll kommen
Ballons setzen ein erstes Zeichen

Lengerich -

Die Grundschule Intrup möchte eine „Kinderrechtsschule“ werden. Am Montag wurde dafür ein erstes Zeichen gesetzt: 80 Luftballons stiegen auf – versehen mit Zetteln auf denen zehn wichtigsten Kinderrechte stehen.

Dienstag, 22.11.2016, 12:11 Uhr

Klasse für Klasse wurden die Ballons auf ihren luftigen Weg geschickt – versehen mit den nach Unicef-Einschätzung zehn wichtigen Kinderrechten.
Klasse für Klasse wurden die Ballons auf ihren luftigen Weg geschickt – versehen mit den nach Unicef-Einschätzung zehn wichtigen Kinderrechten. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die äußeren Bedingungen für den offiziellen Startschuss sind am Montagvormittag nicht gerade ideal gewesen. Der Himmel zeigte sich novembergrau, es tröpfelte. Doch dem Elan, mit dem auf dem Schulhof der Grundschule Intrup zur Sache gegangen wurde, konnte das nichts anhaben. Die Einrichtung möchte sich als Kinderrechtsschule zertifizieren lassen. Leiter Roland Hennig spricht von einem vier- bis fünfjährigen Prozess. Nun ließen die Klassen als Zeichen dafür, dass das Projekt in Gang gesetzt wurde, 80 Luftballons aufsteigen – einen Tag nach dem bundesweiten Aktionstag für Kinderrechte .

Hennig begründet das Vorhaben zum einen damit, dass es wichtig sei, eine Schule als „demokratisches Wesen“ wahrzunehmen. Dazu gehöre konsequenterweise, „Kinder ernst zu nehmen“. Das könne besonders gut gelebt werden, wenn ihnen eine aktive Teilhabe ermöglicht werde. Zum anderen eigne sich das Mittel „Kinderrechtsschule“ in Intrup besonders gut, da dort Menschen sehr vieler verschiedener Kulturen aufeinander träfen. Von den Vereinten Nationen in einer Konvention festgehaltene Rechte für Kinder seien da ein besseres Mittel, Werte zu vermitteln, als beispielsweise eine bestimmte Religion oder auch ein politisches System.

Die am Montag auf den Weg nach irgendwo geschickten bunten Ballons waren mit je einem Flyer versehen, auf dem als Absender die Grundschule Intrup genannt war. Zudem wurden die laut Kinderhilfswerk Unicef zehn wichtigsten Kinderrechte benannt (Gleichheit, Gesundheit, Bildung, Spiel und Freizeit, freie Meinungsäußerung und Beteiligung, gewaltfreie Erziehung, Schutz im Krieg und auf der Flucht, Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung, elterliche Fürsorge, besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung).

Hennig berichtet, dass an der Schule erste Schritte in Richtung „Kinderrechtsschule“ bereits gemacht worden seien. So gebe es einmal wöchentlich Klassenratssitzungen und alle vier Wochen komme das 14-köpfige Schülerparlament zusammen. Beide Institutionen hätten die Möglichkeit, auf das Schulleben direkt Einfluss zu nehmen. Zudem hätten einige Kollegen bereits eine Fortbildung zum Thema absolviert und es habe einen ersten Informationsabend für Eltern gegeben. In Kürze wolle man sich daran machen, allen Eltern die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention schriftlich zukommen zu lassen – und das in der jeweiligen Muttersprache, sei es Deutsch, sei es Russisch, Türkisch oder Arabisch.

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