„Sachlicher Teilplan Kalk“
Zweieinhalb Stunden Pro und Kontra

Lengerich -

Knapp zweieinhalb Stunden gab es Informationen zum „Sachlicher Teilplan Kalk“. Rund 200 Zuhörer informierten sich in der Gempt-Halle über die Positionen von Bezirksregierung, Firma Dyckerhoff und Bürgerinitiative Pro Teuto.

Dienstag, 21.02.2017, 19:30 Uhr

Die Teilnehmer auf dem Podium: Rolf Krasting, Sigrid Elling-Augé, Franz-Josef Barton, Dr. Katrin Wulfert, Frank Lammert, Ralf Weidmann, Gunhild Wiering und Wilhelm Möhrke (von rechts).
Die Teilnehmer auf dem Podium: Rolf Krasting, Sigrid Elling-Augé, Franz-Josef Barton, Dr. Katrin Wulfert, Frank Lammert, Ralf Weidmann, Gunhild Wiering und Wilhelm Möhrke (von rechts). Foto: Michael Baar

Welche Perspektiven gibt es für den Kalkabbau im Teutoburger Wald ? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsveranstaltung, zu der die Stadt in die Gempt-Halle eingeladen hatte. Rund 200 Zuhörer verfolgten, was Mitarbeiter der Bezirksregierung zum Verfahren und Vertreter des Unternehmens Dyckerhoff und der Bürgerinitiative Pro Teuto zu den jeweiligen Standpunkten vortrugen.

Im vergangenen Jahr hatte die Bezirksregierung im Regionalrat den „Sachlichen Teilplan Kalk “ vorgelegt. Darin wird vorgeschlagen, die Wünsche der Unternehmen Dyckerhoff und Calcis (Lienen) nach einer Verlängerung der Abgrabungserlaubnis im Teutoburger Wald abschlägig zu bescheiden. CDU und FDP im Regionalrat hatten sich gegen diesen Vorschlag ausgesprochen und gefordert, die Situation am Teuto unter dem Aspekt einer 35-jährigen Versorgungssicherheit mit Rohstoff zu bewerten.

Gunhild Wiering und Ralf Weidmann erläuterten als Mitarbeiter der Bezirksregierung den bisherigen Ablauf des Verfahrens sowie die dem vorgeschlagenen „Sachlichen Teilplan Kalk“ zugrundeliegenden Daten. Für die Firma Dyckerhoff bezog Werkleiter Franz-Josef Barton Stellung. Unterstützt wurde er von Dr. Katrin Wulfert, die im Auftrag des Unternehmens ein Gutachten zur Verträglichkeit des Kalkabbaus mit dem Naturschutz erstellt hat.

Rohstoff-Transporte

Sollte der Rohstoff fürs Zementwerk Lengerich angeliefert werden müssen, ist nach Angaben von Werkleiter Franz-Josef Barton folgender zusätzlicher Straßenverkehr zu erwarten:

Anlieferung Rheine: 6000 Tonnen pro Tag erfordern für den Transport 474 Lkw oder vier Züge. Der Flächenverbrauch: 400 Hektar gegenüber 27 Hektar in Hohne.

Anlieferung Beckum: 5000 Tonnen pro Tag erfordern 400 Lkw für den Transport. Flächenverbrauch: 130 Hektar gegenüber 27 Hektar. Zudem würden Investitionen in Millionen-Höhe, die in Lengerich in den vergangenen Jahren getätigt wurden, vernichtet. An anderer Stelle müsste entsprechend investiert werden. mba

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Wolf Krasting und Sigrid Elling-Augé erläuterten die Sichtweise der Bürgerinitiative Pro Teuto. Die spricht sich klar gegen eine Verlängerung der Abgrabungserlaubnis im Teuto aus.

Im Zuge des Verfahrens wollen Stadtrat und Verwaltung die Möglichkeit nutzen, eine Stellungnahme abzugeben. Knapp zweieinhalb Stunden wurden in sachlicher Form Argumente ausgetauscht und Fragen beantwortet.

Bis zum 24. März haben alle Bürger die Möglichkeit, Einblick in die in der Stadtverwaltung ausliegenden Unterlagen zu nehmen und eine Stellungnahme abzugeben. 

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