Helios-Klinik Lengerich
Rot, Gelb und Grün für Notfälle

Lengerich -

Wie wird in der Notfallambulanz entschieden, welche Patienten wohin weitergeschickt werden? In der Helios-Klinik helfen dabei unter anderem die Ampelfarben Rot, Gelb und Grün. Aber wer kommt überhaupt in die Notaufnahme?

Donnerstag, 23.02.2017, 06:02 Uhr

In der Notfallambulanz gilt:
In der Notfallambulanz gilt: Foto: del

Rot, gelb, grün sind die gepunkteten Linien am Boden, und ebenso wie die Verkehrsampel auf der Straße sorgen die ampelfarbenen Wegweiser im Anmelde- und Wartebereich der Notfallambulanz dafür, dass möglichst alles im Fluss bleibt. „Bei uns landen die internistischen und chirurgischen Notfälle , die Patienten, die zur Kontrolle und OP-Aufklärung kommen, sowie diejenigen, die in die Sprechstunde der Fachärzte möchten“, erklärt Arne Hesselmann , Pflegedirektor der Helios-Klinik, wer die Ambulanz aufsucht und dass die Klinik den Menschen die Orientierung so einfach wie möglich machen wolle.

Rot für den Finger, in den das Gemüsemesser zu tief hineingeraten ist, gelb für die OP-Aufklärung, grün für den Handchirurgen. Alles klar geregelt. Aber was ist eigentlich ein Notfall? „Alles, was eine Operation oder stationäre Aufnahme erforderlich macht“, bringt es Dr. Matthias Wankmüller auf den Punkt. „Wir achten schon darauf, dass die Patienten erst zum ärztlichen Notdienst gehen“, fährt der ärztliche Direktor, Chirurgie-Chefarzt und ärztliche Leiter der Notfallambulanz fort.

Er versichert, dass jeder, der diesen ansteuert, von dort „im Notfall“ weitergeschickt werde. „Das Krankenhaus für das Stationäre, das Ambulante in der Regel von den niedergelassenen Ärzten, die Notfallambulanz als Schnittstelle von beidem, das ist die Stärke des Systems“, ist er überzeugt. Landet jemand nach Unfall, Herzinfarkt, Schlaganfall oder eben nach einem Notdienst-Zwischenstopp in der Ambulanz, geht es nach Dringlichkeit, macht Hesselmann deutlich. „Ziehen sie auf jeden Fall ein Warteticket, damit sind sie immer auf der sicheren Seite“, rät er den Patienten.

Ein Recht auf Behandlung nach Nummer sei damit nicht verbunden. Nicht nur, dass mit dem Rettungswagen eingelieferte Menschen meist schneller Hilfe benötigten als viele – vielleicht schon länger – Wartende. Auch unter diesen gebe es dringende Fälle, die vielleicht nicht zur Wartenummer passten, geben Hesselmann und Wankmüller zu bedenken. „Das versteht nicht jeder“, haben sie beobachtet, aber mit entsprechender Information und einem „Trostpflaster“ in Form eines Kaffees auf Kosten des Hauses gute Erfahrungen gemacht.

Triagierung heißt das System, nach dem die Pflegekräfte entscheiden, wie schwer ein Notfall ist, ob ein Patient sofort oder binnen einer halben Stunde behandelt werden müsse oder ob es gar gereicht hätte, wenn er am nächsten Tag zum Hausarzt gegangen wäre, erläutert Assistenzarzt Florin Stefan das Prozedere. „Die Patienten sind anspruchsvoller, der Wunsch nach Sicherheit ist größer geworden“, hat Arne Hesselmann bemerkt.

Menschen, die die Ambulanz nutzen, weil sie keine Lust auf die Wartezimmer der niedergelassenen Ärzte haben oder zeitnah keinen Termin bekommen, gebe es auch in der Helios-Klinik, sind sie sich einig. Da in der Notaufnahme eingeschränktes Personal im Dienst sei, könnten Menschen, die keine Notfälle seien, Kapazitäten blockieren, weist Wankmüller auf eine mögliche Folge hin.

Jeweils ein Chirurg und ein Internist sind in der Notfallambulanz im Dienst, zudem sind Ärzte auf den Stationen und ein Neurologe der LWL-Klinik in Bereitschaft. „Die Patienten können sicher sein, dass ihnen geholfen wird, wann immer sie kommen“, lautet die Devise. „Wenn nötig, machen wir auch um Mitternacht eine Laparoskopie“, stellt Stefan klar, dass in der Notfallambulanz alles getan werde, um den Patienten zu helfen.

Zuweilen auch denjenigen, die sich vehement gegen eine Behandlung wehren. Hin und wieder kommen Menschen, die aggressiv sind und den Ärzten oder Pflegekräften Gewalt androhen. In solchen Fällen steht die Abwägung vor dem Be(Handeln). „Wenn der Patient nicht zurechnungsfähig ist, müssen wir helfen, ist er hingegen zurechnungsfähig, müssen wir nicht behandeln, es sei denn, es besteht Lebensgefahr“, beschreibt Hesselmann die oft schwierige Entscheidung.

Im Zweifelsfall habe der Selbstschutz des Personals Priorität. Einen ersten Eindruck von den Menschen vor der verschlossenen Tür bekämen die Pflegekräfte zudem durch die Videoaufnahmen vom Eingangsbereich der Ambulanz.

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