Superintendent im Gespräch mit Anja Karliczek
„Familiennachzug für Flüchtlinge ermöglichen“

Lengerich -

Der Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Tecklenburg, Pfarrer i.R. Reiner Ströver, hat gemeinsam mit Superintendent André Ost ein Gespräch mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek (CDU) über den Familiennachzug für Flüchtlinge geführt.

Freitag, 05.05.2017, 06:05 Uhr

Die Zusammenführung von Flüchtlingsfamilien war jetzt Thema eines Gespräches von Superintendent André Ost und Pfarrer Reiner Ströver mit der Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek (CDU)
Die Zusammenführung von Flüchtlingsfamilien war jetzt Thema eines Gespräches von Superintendent André Ost und Pfarrer Reiner Ströver mit der Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek (CDU) Foto: dpa

Die Beauftragten für Flüchtlingsarbeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) wollen erreichen, dass Familienangehörige von Flüchtlingen nach Deutschland nachkommen können – ohne rechtliche und verwaltungspraktische Hürden. Sie suchen dazu in ihren Kirchenkreisen das Gespräch mit Bundestagsabgeordneten und Behörden. Der Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Tecklenburg, Pfarrer i.R . Reiner Ströver , führte darüber jetzt gemeinsam mit Superintendent André Ost ein Gespräch mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek ( CDU ).

Die Flüchtlingsbeauftragten der 28 westfälischen Kirchenkreise fordern den Familiennachzug für Menschen, die nicht als Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention gelten, aber dennoch in ihrer Heimat an Leib und Leben bedroht sind („subsidiär Geschützte“). Die Flüchtlingsbeauftragen der EKvW appellieren außerdem an die Kirchenleitung, sich über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung für weitere Verbesserungen der humanitären Situation Verfolgter einzusetzen.

Reiner Ströver berichtete von besonderen Problemen bei der Antragstellung minderjähriger Flüchtlinge auf Asyl: „Die Bearbeitung dauert sehr lange, manchmal bis zu zwei Jahre. Sobald ein Flüchtling dann das 18. Lebensjahr erreicht, hat er keinen Anspruch auf Familiennachzug mehr“.

Anja Karliczek, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU im Bundestag, habe in dem Gespräch den Wert der Familie hervorgehoben. Sie habe betont, dass die Familie für die Integration von Flüchtlingen sehr wichtig sei.

Thema des Gesprächs sei auch eine Statistik gewesen, wonach 280 000 Geflüchtete in Deutschland ein Anrecht auf Familiennachzug haben: Wenn man davon ausgehe, dass, bezogen auf eine Person, drei Menschen im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland einreisen dürften, hieße dies, 840 000 Menschen hätten ein Anrecht auf Einreise.

Das Recht auf Familiennachzug steht nur denen zu, die ein dreijähriges Aufenthaltsrecht bekommen. Anja Karliczek habe betont, dass für sie aus ethischer Sicht der Familiennachzug wichtig sei, es gebe jedoch das Problem der politischen Durchsetzbarkeit.

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