Landtagswahl: Wie in Lengerich gewählt wurde
Spitze sind 55,5 Prozent

Lengerich -

Egal ob SPD, CDU, FDP oder Grüne – in den vergangenen Jahrzehnten hatte jede der vier Parteien mal Grund zum Jubeln, mal Grund zur Trauer, wenn es um die Ergebnisse geht, die bei den Landtagswahlen in Lengerich eingefahren wurden. Die WN schauen bis 1975 zurück.

Mittwoch, 10.05.2017, 13:05 Uhr

Am Sonntag wird der nordrhein-westfälische Landtag neu gewählt.
Am Sonntag wird der nordrhein-westfälische Landtag neu gewählt. Foto: dpa

Wenn es so wäre wie 1985, der Jubel bei der Lengericher SPD würde am Sonntagabend wohl keine Grenzen kennen. Bei der CDU dürfte die Freude besonders groß sein bei einem Ergebnis wie 2005. Die Grünen in der Stadt schielen möglicherweise auf 2010 und die FDP auf den NRW-Urnengang 2000. Vier Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen blicken die WN zurück und nehmen die lokalen Ergebnisse seit 1975 unter die Lupe.

Den besten Wert in all diesen Jahren und aller Parteien holten die Sozialdemokraten bei besagter Abstimmung 1985: 55,5 Prozent der Wähler in Lengerich gaben der Partei damals ihre Zweitstimme. Einerseits ein Spitzenresultat, andererseits holte die SPD von 1975 bis 1995 in der Stadt bei jeder Landtagswahl über 50 Prozent. Danach ging es bergab bis auf 41,4 Prozent (2010). Bei der bislang letzten Abstimmung, bei der es um die Sitzverteilung im Düsseldorfer Parlament ging, standen 2012 bei den Genossen 45,7 Prozent zu Buche.

Es war gleichzeitig das Jahr, das für die CDU einen Tiefpunkt bedeutete. 25,6 Prozent, für mehr reichte es seinerzeit nicht. Sieben Jahre zuvor, 2005, holte die Union mit 42,9 Prozent noch ein Rekordergebnis. Die Landtagswahl war bislang die einzige seit 1975, bei der die CDU in Lengerich vor der SPD (41,8 Prozent) lag. Ansonsten errang die Partei etwa zwischen 30 und 38 Prozent.

Für die FDP lagen in Lengerich Höhe- und Tiefpunkt noch enger beieinander. Satte 11,9 Prozent fuhren die Liberalen 2000 in Lengerich ein, nur fünf Jahre zuvor waren es lediglich 4,7 Prozent. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren entfielen auf die FDP 7,4 Prozent.

Für ein zweistelliges Ergebnis (10 Prozent) reichte es da bei den Grünen. Noch ein Prozent mehr und damit den höchsten Stimmenanteil gab es bei der Wahl zuvor (2010). Das bislang schlechteste Ergebnis wurde 1980 eingefahren. Magere 2,8 Prozent waren es da, die Grünen gingen seinerzeit das erste Mal ins Rennen.

Wenig zu holen gab es bislang für die Linke in Lengerich. Beim Start 2000 waren es gerade einmal 1,1 Prozent. Immerhin 4,7 Prozent dann 2010. 2012, als die Piraten aus dem Stand auf 7,1 Prozent kamen, ging es für die Linke wieder runter auf 1,7 Prozent.

Wahlberechtigt sind am Sonntag in Lengerich nach Angaben der Stadtverwaltung 16 678 Bürger. 2012 und 2010 lag diese Zahl auch schon einmal knapp über 16 700, 1975 waren es gerade einmal 14 903. Mehr Frauen und Männer, die ihre Stimme abgeben dürfen, aber weniger, die das am Ende auch machen – das ist ein klarer Trend in den vergangenen Jahrzehnten. 1975 lag die Wahlbeteiligung bei 81,7 Prozent, 1980 dann sogar bei 82,9 Prozent. Danach ging sie Stück für Stück runter bis auf 54,8 Prozent im Jahr 2000. 2005 stieg sie dann zwar noch einmal auf 61,3 Prozent, aber 2010 und 2012 waren wiederum nur 55 beziehungsweise 56 Prozent der Wahlberechtigten bei den Landtagswahlen an den Urnen.

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