Bericht über Flüchtlinge
Die Kunst der Integration

Lengerich -

Wie sieht es mit der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Lengerich aus? Zu dieser Frage wurde den Mitgliedern des Sozialausschusses am Mittwochabend ausführlich berichtet. Alles in allem fällt das Urteil der zuständigen Mitarbeiter der Stadt positiv aus.

Freitag, 12.05.2017, 05:05 Uhr

Die Teestube „Weltweit“ – hier ein Bild vom Sommerfest im vergangenen Jahr – wird als Vorzeigeprojekt der Integrationsarbeit angesehen.
Die Teestube „Weltweit“ – hier ein Bild vom Sommerfest im vergangenen Jahr – wird als Vorzeigeprojekt der Integrationsarbeit angesehen. Foto: Flüchtlingshilfe

Die Zahl der Asylbewerber/Flüchtlinge, die von der Stadt untergebracht und betreut werden, ist seit Anfang des Jahres erheblich zurückgegangen. Laut Stadtverwaltung gibt es mit Stand 8. Mai 91 Asylbewerber „mit einer Gestattung oder Duldung“. Am 31. Dezember 2016 waren es noch 118. Hinzu kommen noch 62 Personen mit einer sogenannten Wohnsitzauflage (siehe Info-Kasten). Darüber wurden am Mittwochabend die Mitglieder des Sozialausschusses informiert.

Mehrere Mitarbeiter der Stadt sowie Gaby Gottwald von der Flüchtlingshilfe schilderten, wie es aus ihrer Sicht aktuell um die „soziale Betreuung und Integration von Flüchtlingen in Lengerich“ bestellt ist. Ihr Fazit fiel alles in allem positiv aus. Zum einen sei festzustellen, dass sich viele Flüchtlinge/Asylbewerber wohl fühlten. Zum anderen sei es gelungen, gute Strukturen für sie zu schaffen. Bärbel Rehder , die unter anderem die Teestube „Weltweit“ an der Bahnhofstraße organisiert, lobte in diesem Zusammenhang auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich nach wie vor um die Menschen aus Staaten wie Syrien, Eritrea oder Afghanistan kümmern.

Betont wurde aber auch, dass die Aufgaben „sehr komplex und vielfältig“ seien. Beispielsweise, wenn es darum gehe, für einen Flüchtlingen, der taub ist, passende Integrationsangebote zu finden. Oder aber bei der Suche nach Wohnraum für anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge auf dem freien Markt.

Durch den Rückgang sind in den städtischen Unterkünften momentan nur 17 von 324 Plätzen belegt. Nach den Worten vom Dirk Vietmeier aus dem Fachbereich Soziales wird im Laufe des Jahres darüber zu entscheiden sein, ob die Verträge für gemietete Objekte verlängert werden oder ob man sie angesichts der aktuellen Entwicklung auslaufen lässt. Er legte auch Zahlen vor, die den Rückgang von 118 auf 91 Asylbewerbern erklären. Demnach gab es seit Jahresbeginn unter anderem zwölf Abschiebungen und vier freiwillige Ausreisen. Zwei Personen seien untergetaucht, eine umverteilt worden und eine gestorben. 14 Menschen wurden zudem als Flüchtlinge anerkannt. Neuzuweisungen gab es sieben.

Mit der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg soll in Kürze eine Vereinbarung geschlossen werden, die besagt, dass bis zum 30. Juni weitere 35 Personen nach Lengerich kommen, erläuterte Vietmeier weiter. Aber auch damit würde sich die Gesamtzahl noch unter dem Niveau bewegen, mit dem die Stadt im laufenden Haushalt rechnet. Kalkulationsgrundlage im Etat sind 218 Personen, die auf Grundlage des Flüchtlingsaufnahmegesetzes berechtigt wären, finanzielle Leistungen zu erhalten.

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