Maiwoche in Osnabrück
Abgeschleppt vom Behinderten-Parkplatz

Lengerich/Osnabrück -

Unangenehme Erinnerungen hat ein Quartett aus Lengerich an den Besuch auf der Maiwoche in Osnabrück. Ihr Auto wurde von einem Behindertenparkplatz abgeschleppt, obwohl ein Rollstuhlfahrer zu der Gruppe gehörte.

Freitag, 12.05.2017, 20:05 Uhr

Die Maiwoche zieht Hunderttausende Besucher an. Entsprechend begehrt sind Parkplätze.
Die Maiwoche zieht Hunderttausende Besucher an. Entsprechend begehrt sind Parkplätze. Foto: OMT

Diesen Besuch auf der Maiwoche in Osnabrück wird das Quartett aus Lengerich wohl nicht so schnell vergessen. Am Mittwoch hatten sie das Volksfest besucht. Weil ein Rollstuhlfahrer dabei war, fuhren sie mit dem Auto nach eigenen Angaben bis in die Innenstadt und stellten den Pkw gegen 17.30 Uhr ganz in der Nähe des Theaters auf einem Behinderten-Parkplatz ab. Bei der Rückkehr drei Stunden später war der Wagen weg. Abgeschleppt.

Wieso, das scheint nicht ganz klar zu sein. Die Lengericher haben ihre Version, seitens der Stadtverwaltung wird die jedoch nicht bestätigt. „Der Sachverhalt stellt sich (...) ausweislich der mir vorliegenden Unterlagen anders dar, als Sie ihn dem Presseamt gegenüber geschildert haben“, antwortet Dr. Sandra Solf , Fachbereichsleiterin Bürger und Ordnung, auf eine Anfrage der WN.

Einer der Lengericher – ihre Namen sollen in der Zeitung nicht erscheinen – war am Donnerstag in der Redaktion und schilderte die Geschehnisse ausführlich. Der 30-Jährige, ein gleichaltriger Freund, der im Rollstuhl sitzt, und zwei schulpflichtige Kinder hatten sich demnach auf den Weg zur Maiwoche gemacht. Da man möglichst dicht an das Geschehen heranwollte, sei die Lortzingstraße angesteuert und der Behinderten-Ausweis dann wie üblich sichtbar hinter der Scheibe platziert worden.

Als gegen 20.30 Uhr die Rückfahrt angetreten werden sollte, war der Stellplatz jedoch leer. Schnell sei man auf eine Polizistin gestoßen, die geholfen habe, den Fall zu klären. Nach und nach sei das in den folgenden rund zwei Stunden gelungen. Das Auto sei auf Veranlassung einer Mitarbeiterin des Ordnungsamtes durch eine Firma abgeschleppt worden. Grund: ein abgelaufener Behinderten-Ausweis.

„Das stimmt auch“, so der Lengericher. Das sei ihm und seinem Freund aber gar nicht bewusst gewesen und der Ausweis habe eine Laufzeit bis einschließlich April gehabt – also bis vor einigen Tagen. Die verantwortliche Politesse habe am Telefon indes von Januar gesprochen. Offenkundig ein Versehen, mutmaßt der Lengericher, dem das Vorgehen der Stadt sehr sauer aufstößt.

Um das Auto dann beim Abschleppdienst abzuholen, habe es wegen des Rollstuhlfahrers gleich zwei Taxen bedurft. Und schließlich sei der Wagen erst zurückgegeben worden, nachdem der Lengericher telefonisch einen Verwandten, der Anwalt sei, eingeschaltet habe. „Die wollten von uns erst direkt das Geld fürs Abschleppen kassieren.“

Fachbereichsleiterin Solf nimmt zu all dem nicht dezidiert Stellung. Sie verweist darauf, „dass ich Ihnen aus Datenschutzgründen zu Einzelfällen keine Auskunft geben darf“.

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