Lengericher muss doch nicht in Haft
Klein-Dealer erhält Bewährung

Lengerich/Münster -

In erster Instanz war der Mann noch zu über zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Jetzt kam der Lengericher in einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Münster mit einer Bewährungsstrafe davon. Es ging um Drogengeschäfte.

Mittwoch, 24.05.2017, 17:05 Uhr

 
  Foto: dpa

Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit Bewährung lastete noch auf den Schultern des 37-Jährigen, als er sich im Juni 2016 erneut vor einem Strafrichter zu verantworten hatte. Der Vorwurf: unerlaubtes Handeln mit Betäubungsmitteln.

An einem nicht mehr genau festzustellenden Tag zwischen Ende 2013 und September 2014 hatte der Angeklagte in Lengerich aus seiner Wohnung heraus und mit kleiner Gewinnspanne gedealt. Es ging um fünf Gramm Amphetamine und zwei Gramm Marihuana. Dafür gab es vom Amtsgericht in Ibbenbüren einen „Aufschlag“, sodass eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten gebildet wurde – und das ohne Bewährung. Es drohte also die Haftverbüßung.

Am Dienstag stand der Angeklagte vor einer Berufungskammer am Landgericht in Münster. Der Sachverhalt an sich war unstrittig. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, ob, wie am Amtsgericht geschehen, eine Gesamtfreiheitsstrafe gebildet werden durfte. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Hatte der Drogenhandel vor oder nach der ersten Verurteilung stattgefunden? Das konnte im Berufungsverfahren nicht genau festgestellt werden.

Für den Lengericher stand am Ende nicht der befürchtete Gang hinter Gitter. Das Gericht hob, mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft, die verhängte Gesamtfreiheitsstrafe der ersten Instanz auf und verurteilte den Angeklagten für die „kleinen“ Drogengeschäfte zu vier Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung. Als Bewährungsauflage muss der 37-Jährige unter anderem 60 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten, sich einem Bewährungshelfer unterstellen und weiterhin zur Drogenberatung gehen.

Nach eigenen Angaben hatte der Angeklagte schon in jungen Jahren mit dem Konsum von Cannabis begonnen, später seien dann Ecstasy und Kokain hinzugekommen. „Es ging von Null auf Hundert“, sagte er. Für ihn sprach offenbar, dass er heute als „stabil“ gilt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4871005?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Kampf gegen Plastikfolie und Einwegbecher
Einwegverpackungen sollen reduziert werden.
Nachrichten-Ticker