Eiscafé sorgt für Diskussionen
„Nicht nachvollziehbar“

Lengerich -

Viele standen vor den verschlossenen Türen und lasen, was auf einem kleinen Zettel stand. Das Eiscafé Casal am Rathausplatz hatte während des Brunnenfestes geschlossen. Eine Entscheidung, die offenbar als Kritik an Stadt und Werbegemeinschaft zu verstehen ist.

Dienstag, 20.06.2017, 17:06 Uhr

Nachdem am Samstag mit einem Zettel über die unplanmäßige Schließung informiert worden war, herrschte in der Folge bei Casal am Rathausplatz wieder normaler Geschäftsbetrieb.
Nachdem am Samstag mit einem Zettel über die unplanmäßige Schließung informiert worden war, herrschte in der Folge bei Casal am Rathausplatz wieder normaler Geschäftsbetrieb. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es war so etwas wie der Aufreger während des Brunnenfestes: Das Eiscafé Casal am Rathausplatz hatte geschlossen. An der Eingangstür hing ein Zettel, der offenbar erklären sollte, warum es zu dem Schritt gekommen war. Viele lasen ihn – und waren anschließend wohl nur bedingt schlauer.

Während sich der Betreiber gegenüber den Westfälischen Nachrichten nicht näher zu dem Vorgang äußern wollte – er verwies stattdessen auf einen Eintrag bei Facebook –, kamen von der Werbegemeinschaft Lengerich (WGL) als Veranstalter des Festes und von der Stadt sowohl kritische als auch versöhnliche Töne.

WGL-Vorsitzender Christian Mindrup und der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen Kohne nahmen nicht zuletzt deshalb Stellung, weil auf dem kleinen Aushang Werbegemeinschaft und Stadt augenscheinlich kritisiert wurden. Der Betreiber sah sich nach eigenen Worten bei dem Fest im „Abseits“. „Das ist nicht nachvollziehbar“, betont Jürgen Kohne und verweist auf den Verlauf des Brunnenfest am Samstag. Da sei bei Casal dank Wasserbecken, verschiedenen Aktion und dem nahen Flohmarkt sehr wohl eine Menge los gewesen. Weiter stellt der Wirtschaftsförderer fest, dass er von der Schließung völlig überrascht worden sei und er die Entscheidung bedauere. Schließlich seien die beiden Eiscafés ein „wichtiges Element“ für die Innenstadt.

Kohne und Mindrup sagen zudem, dass immer das Gespräch gesucht werden sollte, wenn es Differenzen gebe. Mindrup lud Casal, der auch Mitglied der WGL ist, dazu ein, sich im Arbeitskreis Brunnenfest zu engagieren. So bestehe die Möglichkeit, im Vorfeld Probleme anzusprechen und zu lösen. Wie Kohne weist auch der Vorsitzende der Werbegemeinschaft den Vorwurf zurück, dass Eiscafé habe beim Brunnenfest im besagten „Abseits“ gestanden. „Auf dem Platz war Vollalarm“, so Mindrup salopp zur Besucherresonanz vor Ort.

Am Samstag und auch im Netz hinterließ die Entscheidung viele Lengericher anscheinend ein wenig ratlos. Eine WN-Leserin erzählte von ihrer und anderer Brunnenfestbesucher Enttäuschung. Als man in einem alteingessenen Geschäft in der Innenstadt davon berichtet habe, habe man dort als „Trost“ Eis und Kaffee bekommen und habe sogar die Toilette nutzen dürfen.

Bei Facebook waren Kommentare wie „Die können es sich eben erlauben“ zu lesen, aber auch „Ich persönlich finde die Entscheidung nicht zu öffnen von Casal völlig ok“. Unter dem Namen Natalja Casal-Parfeni findet sich schließlich eine ausführliche Stellungnahme. Zum einen wird darin grundsätzlich eingeräumt, dass zuletzt die angeschlagenen Öffnungszeiten nicht immer eingehalten worden seien, so etwas könne aber „in jedem betrieb vorkommen“. Konkret zum Brunnenfest ist zu lesen, dass man mit einigen Entscheidungen der Stadt und der WGL nicht einverstanden sei und man nicht mehr bereit sei, diese „stumm hinzunehmen“. Durch die Schließung sei versucht worden, darauf aufmerksam zu machen. So gelinge es vielleicht, etwas „Positives“ für die Stadt zu erreichen. Fragen sollten nicht weiterhin bei Facebook ausgebreitet, sondern den „Verantwortlichen“ gestellt werden, „um eine Antwort zu bekommen mit der Ihr vielleicht unsere Reaktion verstehen würdet“.

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