Mehr Kooperation
Beratungsstelle und Gemeinde rücken zusammen

Lengerich -

In Lengerich gibt es schon seit Längerem eine Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Bistums: Die will nun enger mit der katholischen Kirchengemeinde zusammenarbeiten. Wie und warum erklären Pfarrer Peter Kossen und Beraterin Marion Klinkenbusch-Gierlich.

Mittwoch, 05.07.2017, 06:07 Uhr

Wollen die Schnittmenge zwischen Gemeindepastoral und Beratungsstelle vergrößern: Beraterin Marion Klinkenbusch-Gierlich und Pfarrer Peter Kossen.
Wollen die Schnittmenge zwischen Gemeindepastoral und Beratungsstelle vergrößern: Beraterin Marion Klinkenbusch-Gierlich und Pfarrer Peter Kossen. Foto: Michael Baar

Die Bande zwischen Gemeindepastoral und Beratung enger knüpfen. Das wollen Marion Klinkenbusch-Gierlich und Peter Kossen . Für die Beraterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums in Lengerich ist das Papst-Schreiben Amoris laetitiae ein „wunderbares Beispiel für ein liebevolles Miteinander“. Und für den leitenden Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen ist „die Ehe ein Geschenk“: für das Paar, dessen Umfeld und die Gemeinde.

Da rückt im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten unwillkürlich der Bundestagsbeschluss vom vergangenen Freitag zur „Ehe für alle“ in den Blick. „Es kommen schon gleichgeschlechtliche Paare. Die haben ähnliche Probleme“, sagt die Beraterin und fügt hinzu: „Wir sind offen für alle.“ Auch gleichgeschlechtliche Paare müssen sich in der Kirchengemeinde willkommen fühlen, ergänzt der Seelsorger.

Paaren mehr Gelegenheiten zum Austausch bieten, weniger bewerten. „Da kann die Kirchengemeinde vielleicht einen Rahmen bieten“, sagt Peter Kossen. Denn nicht jedes Paar, das zu Marion Klinkenbusch-Gierlich in die Beratungsstelle kommt, sucht Begleitung bei der Kommunikation miteinander. Dabei, das betont sie, sei das miteinander reden und zuhören elementar für das Zusammenleben.

Ein anderer Aspekt: Auch andere haben Krisen. Deshalb verdienen Ehe und Partnerschaft eigene Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Da gehe es nicht immer nur um die Familie. „Für Paare kann ich eine Art Geländer sein“, beschreibt Marion Klinkenbusch-Gierlich ihre Rolle als Begleiterin. „Auch wenn es mir manchmal nahe geht.“

Natürlich gebe es kirchliche Regeln, gesteht Peter Kossen zu. Aber ob die immer für alle gelten? Das Schreiben des Papstes gebe da wichtige Anstöße.

„Es geht nicht immer alles glatt“, weiß er aus seiner täglichen Arbeit. Und da könne schon das Gefühl bei Paaren entstehen, wenn die Ehe scheitert, gehe auch der Platz in der Kirche verloren. Dem will er, gemeinsam mit der Beratungsstelle, entgegenwirken.

Paare suchen früher die Beratungsstelle auf, nicht erst, wenn eine echte Krise eingetreten ist. Diese Erfahrung macht die Beraterin. Ein Grund dafür, so vermutet sie, könnte die Arbeit in den Familienzentren sein. Dort werden Eltern Informations- und Beratungstermine angeboten. Und da würde manchem klar, dass es auch bei anderen Paaren nicht immer glatt laufe.

„Die Pflanze der Partnerschaft nähren“, das will Marion Klinkenbusch-Gierlich. Und die Kirchengemeinde könne dabei Hilfestellung geben, ist Peter Kossen überzeugt. Dabei spiele es keine Rolle, wie lange ein Paar zusammenlebt.

Die Geburt eines Kindes stelle ebenso einen Einschnitt in der Beziehung da wie die Pubertät. Wenn die Kinder das Haus verlassen, sei das für die Beziehung der Eheleute ebenso elementar wie der Zeitpunkt, wenn einer oder beide in Rente gehen. Wer dabei Begleitung wünsche, sei herzlich willkommen. In der Beratungsstelle ebenso wie in der Kirchengemeinde.

Zum Thema

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle, Bahnhofstraße 88a in Lengerich, ist unter ' 0 54 81/90 20 880 zu erreichen.

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