Bauen für den Nachwuchs
Lengerich braucht Kita-Plätze

Lengerich -

Eng ist es nach Angaben des Kreisjugendamtes schon jetzt in Lengerichs Kindergärten. Um 2018/2019 genügend Plätze zu haben, müssen laut den Prognosen sechs neue Gruppen geschaffen werden. Die Zeit für das Vorhaben ist knapp.

Freitag, 15.09.2017, 05:09 Uhr

Immer mehr Eltern wollen für ihren Nachwuchs einen Platz im Kindergarten. Auch in Lengerich sei das so, sagt das Kreisjugendamt.
Immer mehr Eltern wollen für ihren Nachwuchs einen Platz im Kindergarten. Auch in Lengerich sei das so, sagt das Kreisjugendamt. Foto: dpa

Die Zahl der Kindergartenplätze soll in Lengerich erheblich erhöht werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Kreisjugendamt bei der Planung für 2018/2019. Von sechs fehlenden Gruppen ist die Rede. Die Stadt hat per Ausschreibung bereits nach potenziellen Trägern gesucht. „Drei haben Interesse“, sagte Dirk Vietmeier vom Fachbereich Soziales am Mittwochabend im Ausschuss Soziales, Generationen, Sport.

Den Mitgliedern des Gremiums erläuterten Doris Rehers und Mike Hüsing vom Kreisjugendamt die Entwicklung. Demnach geht es bereits jetzt in den Lengericher Einrichtungen eng zu, Überbelegungen seien keine Seltenheit, so die beiden Experten. Eine Situation, die dauerhaft nicht zu tragen sei. Und auch über Tagesmütter sei die Lücke nicht zu schließen. Es gebe inzwischen Familien, die trotz Rechtsanspruchs keinen Platz erhalten hätten. „Bislang ist aber noch kein Anspruch gerichtlich geltend gemacht worden“, antwortete Rehers auf eine entsprechende Frage von Andreas Kuhn ( SPD ).

Würde in den Kitas alles so bleiben, wie es im Augenblick ist, prognostiziert das Kreisjugendamt, dass 2018/2019 95 Mädchen und Jungen nicht in einem Kindergarten aufgenommen würden, obwohl deren Eltern dies wünschen. Betroffen wären davon alle drei Altersgruppen (Null- bis Zweijährige 14, Zweijährige 35 und Drei- bis Sechsjährige 46). Die von ihnen vorgelegte Präsentation enthielt zudem noch den Zusatz „Mit Nachmeldungen ist in allen Altersgruppen zu rechnen“.

Rehers und Hüsing sagten zwar auch, dass die Voraussagen wie „ein Blick in die Glaskugel“ seien, aber alle Indizien sprächen dafür, dass mit einem erheblichen Mehrbedarf zu rechnen sei. Als Bürgermeister Wilhelm Möhrke insistierte, ihm erschließe sich nicht, woher der große Mehrbedarf plötzlich komme, verwies das Duo aus Steinfurt vor allem auf das veränderte Nachfrageverhalten der Eltern. Lengerich liege bei den Betreuungsquoten unter dem Kreisschnitt, aber bislang sei der Bedarf eben auch nicht ganz so hoch gewesen wie andernorts.

Sollten die sechs neuen Gruppen kommen, hätte Lengerich 2018/2019 insgesamt 42,5 Gruppen. Bis 2021/22 erwartet das Jugendamt momentan, dass sich die Zahl weiter leicht erhöhen wird auf dann 45,5.

Auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten erläuterte Dirk Vietmeier gestern den Stand der Dinge noch weiter. Die Ausschreibung sei auf den Aufbau von zwei Kindergärten à drei Gruppen ausgerichtet worden. Ein Bewerber habe signalisiert, dass er bereit sei, eine Sechs-Gruppen-Einrichtung zu betreiben. Auch das wäre für die Stadt akzeptabel.

Essenziell scheint momentan die Frage zu sein, wo gebaut werden könnte. Laut Vietmeier kläre die Verwaltung sowohl ab, ob Flächen, die sich im kommunalen Eigentum befinden, in Frage kommen als auch die Möglichkeit des Kaufes von Privatgrundstücken. Hartmut Grünagel (CDU) brachte im Ausschuss als Möglichkeiten die Sparkassenfiliale in Hohne ins Spiel, die wie berichtet zum Jahresende in ein SB-Center umgewandelt wird, und die alte Niedermarker Schule, wo bereits ein Waldorf-Kindergarten beheimatet ist.

Der weitere Zeitplan für das Vorhaben ist eng. Wie Mike Hüsing den Ausschussmitgliedern erklärte, bedürfe es seitens der Stadt einer Entscheidung bis zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreises am 7. Dezember. Dort gehe es dann um die entsprechenden Investitionsmittel.

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