Unsichere Zukunft
Was wird aus dem Jugendzentrum?

Lengerich -

Steckt die Stadt viel Geld in die Sanierung des Jugendzentrums an der Bergstraße? Oder wird ein anderer Standort für die Einrichtung gefunden? Über diese Fragen wurde am Donnerstag im Planungsausschuss diskutiert. Eine Antwort muss nun in den kommenden Monaten gefunden werden.

Samstag, 16.09.2017, 13:09 Uhr

Reichlich Baustellen gibt es im Jugendzentrum an der Bergstraße: Unter anderem müssten die Toiletten erneuert werden.
Reichlich Baustellen gibt es im Jugendzentrum an der Bergstraße: Unter anderem müssten die Toiletten erneuert werden. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Vor einer ungewissen Zukunft steht das Jugendzentrum an der Bergstraße. Die Mitglieder des Planungsausschusses sind am Donnerstag nicht einem Beschlussvorschlag der Verwaltung gefolgt, der vorsah, Mittel für Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen bereitzustellen. Stattdessen erging der Auftrag an die Verwaltung, zu prüfen, ob möglicherweise Alternativen zu dem in die Jahre gekommenen Haus existieren.

Parteiübergreifend gab es während der teils kontrovers zwischen Politik und Verwaltung geführten Debatte ein klares Bekenntnis dazu, dass Lengerich auch in Zukunft ein Jugendzentrum haben muss und wird. Doch im Ausschuss herrschte ebenfalls Einigkeit darüber, nicht einfach hohen Investitionen zuzustimmen, ohne zu wissen, ob es andere Lösungen geben könnte. So standen denn die Worte von CDU-Fraktionschef Klaus Reiher wohl stellvertretend für das, was all seine Ausschusskollegen dachten: „Diesem Maßnahmenkatalog ad hoc zuzustimmen, damit tun wir uns sehr, sehr schwer.“

Als Bürgermeister Wilhelm Möhrke die Damen und Herren Lokalpolitiker mahnte, es sei an ihnen, Entscheidungen zu treffen, bekam er von Reiher und anderen Gegenwind. Es reiche nicht, einfach eine Kostenaufstellung zu präsentieren und dann zu erwarten, dass es das gewesen sei. Hausaufgabe der Verwaltung sei auch, der Politik Entscheidungshilfen zu bieten – in Form der besagten möglichen Alternativen. Das soll nun nachgeholt werden.

Klar wurde während der Sitzung, dass die vorgestellte Liste an Maßnahmen, die in den kommenden zehn Jahren an der Bergstraße fällig wären, noch nicht das Ende der Fahnenstange sind. Bei einer Übung der Feuerwehr seien vor Kurzem Mängel beim Brandschutz offenkundig geworden, berichteten Alexander Osenberg, Fachbereichsleiter Zentrale Gebäudewirtschaft, und Ausschussvorsitzender Björn Schilling, der auch bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist. Osenberg sprach von „akutem Handlungsbedarf“.

In der Folge wurde im Ausschuss nicht mehr von den in der Vorlage genannten rund 500 000 Euro für Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen geredet, sondern von 600 000 Euro und mehr. Die Diskussion ging einerseits in Richtung „Fass ohne Boden“, das zu befürchten sei. Andererseits stellte Bürgermeister Möhrke fest, dass das Jugendzentrum „in seinem derzeitigen Zustand nicht wirklich nutzbar“ sei.

Björn Schilling schließlich stellte das Thema in einen größeren Zusammenhang. In Lengerich habe man aktuell auch noch „viele andere Projekte vor der Brust“. Diese Konstellation sei nicht einfach, biete aber auch Chancen. Damit dürfte der SPD-Ratsherr unter anderem auf den Aufbau der Gesamtschule angespielt haben, mit der auch noch Baumaßnahmen verbunden sein dürften, auf den angedachten Neubau eines Feuerwehrhauses an einem neuen Standort und die in einigen Jahren frei werdende weil auslaufende Bodelschwingh-Realschule.

In diesen Kontext mit hinein spielt auch noch die seit Langem geplante Skateanlage. Bereits am Mittwoch wollte Schillings Parteikollege Andreas Kuhn im Sozialausschuss von der Verwaltung wissen, wie es um dieses Vorhaben steht. Ein Ratsbeschluss besagt, dass die Anlage auf dem Parkplatz am Feuerwehrhaus und damit unweit des Jugendzen-trums gebaut werden soll. Das Thema wurde dann in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung verlagert. Begründet wurde das von der Verwaltung auf Anfrage der WN damit, dass Grundstücksangelegenheiten eine Rolle spielten. Und über die wird in der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten.

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