Lienener Straße: Geplante Sanierung sorgt für dicke Luft
Amtsleiter wird zum „Prügelknaben“

Lengerich -

Reichlich Kritik musste sich am Donnerstag Stephan Selker anhören. Der Leiter des Kreis-Bauamtes war nach Lengerich gekommen, um über die geplante Sanierung der Lienener Straße zu berichten. Bei der Vorbereitung des Projektes war nicht alles glatt gelaufen.

Samstag, 16.09.2017, 21:09 Uhr

In keinem guten Zustand ist die Lienener Straße. Die Sanierung eines knapp einen Kilometer langen Teilstücks verzögert sich. Ihrem Ärger darüber haben sich jetzt Mitglieder des Planungsausschusses Luft gemacht.
In keinem guten Zustand ist die Lienener Straße. Die Sanierung eines knapp einen Kilometer langen Teilstücks verzögert sich. Ihrem Ärger darüber haben sich jetzt Mitglieder des Planungsausschusses Luft gemacht. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Stephan Selker hat bestimmt schon angenehmere Termine in seinem Berufsleben gehabt. Der Leiter des Kreis-Straßenbauamtes war am Donnerstagabend im Lengericher Planungsausschuss zu Gast, um noch einmal die Pläne für die Sanierung eines Teilstückes der Lienener Straße zu erläutern. Aus den Reihen der Ausschussmitglieder hagelte es Kritik am Vorgehen seines Hauses.

Selker war darauf offenbar so nicht vorbereitet. Im Laufe seiner Ausführungen sagte er irgendwann: „Ich bin ein bisschen überrascht, hier auf so viel Skepsis zu stoßen.“ Ursache für die vielen harschen Worte, die er zu hören bekam, ist unter anderem die Zeitplanung für das Millionenprojekt. Die musste vom Kreis massiv korrigiert werden. Und Karl-Heinz Horstkotte (SPD) äußerte offen Zweifel, dass nun die vom Amtsleiter gemachten Aussagen eintreffen werden. Klaus Reiher meinte gar, dass der Mann aus Steinfurt Glück gehabt habe, im Ausschuss zu sein und nicht in einer Anwohnerversammlung. „Da wären sie nicht heile rausgekommen.“ Und Bürgermeister Wilhelm Möhrke sprach von „großem Unmut“ in der Bevölkerung angesichts der erheblichen Verzögerungen.

Für die Terminprobleme führte Selker drei Gründe an: 1. Mit mehreren Anliegern seien die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen, Näheres dazu könne er nur nicht-öffentlich äußern. Er glaube aber, dass die Gespräche erfolgreich abgeschlossen werden. 2. Anregungen und Bedenken von Anwohnern seien in die Bauplanungen eingeflossen. Diese seien dadurch optimiert worden, hätten aber auch überarbeitet werden müssen. 3. Für die Untersuchungen des Baugrunds gebe es neue Vorschriften.

Am zuletzt vom Kreis mitgeteilten Zeitplan und Ablauf soll sich nun nichts mehr ändern. Bis Ende des Jahres wird demnach das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen sein. Am 20./21. Januar 2018 erfolgt der Start der Bauarbeiten.

Die erste Phase (von der Ecke Bahnhofstraße bis Höhe Dyckerhoffstraße) soll in zweieinhalb bis drei Monaten abgearbeitet sein. Das Konzept sieht vor, den Verkehr stadtauswärts fließen zu lassen, stadteinwärts wird es Umleitungen geben. Zudem wird die Einmündung in die Dyckerhoffstraße bis zu einer Woche lang komplett gesperrt.

Zwei bis zweieinhalb Monate werden für die zweite Phase einkalkuliert, sie umfasst die Strecke zwischen der Dyckerhoffstraße und der Dyckerhoff-Werkszufahrt. Für den Verkehr gelten dieselben Regeln wie während der ersten Phase.

Die dritte Bauphase bezeichnete Bauamtsleiter Selker als diffizilste. Es ist der Abschnitt der Lienener Straße vom Dyckerhoff-Werk bis etwa in Höhe der Hohner Kirche. Für den Schwerlastverkehr soll eigens eine Alternativstrecke über das angrenzende DB-Gelände geschaffen werden, der sonstige Verkehr weiträumig über den Südring umgeleitet werden. Für die Vollsperrung muss mit einer Zeit von drei Monaten gerechnet werden. Selker sagte allerdings, dass über einen sogenannten Beschleunigungszuschlag für das beauftragte Unternehmen nachgedacht werde. Jeder Tag weniger Bauzeit und damit Sperrung würde dann finanziell vergütet. Die Fertigstellung kündigte er für den 15. Dezember 2018 an.

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