Zukunftspläne in der katholischen Gemeinde
Neue Wege und alte Zöpfe

Lengerich -

Wie soll die Zukunft in der katholischen Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen aussehen? Mit dieser Frage befasst sich seit geraumer Zeit eine Steuerungsgruppe. Nun fand ein zweiter „Zukunftstag“ statt.

Samstag, 23.09.2017, 21:09 Uhr

Auf einer Stellwand fanden sich Informationen und eine Karte, auf der die Größe der Gemeinde deutlich wurde.
Auf einer Stellwand fanden sich Informationen und eine Karte, auf der die Größe der Gemeinde deutlich wurde. Foto: Maria Wellmeyer

Unter dem Motto „In vielen kleinen Schritten zur großen Vision“ waren die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen vor zwei Jahren in die Planung und Entwicklung ihrer Zukunft gestartet. Seitdem hatte eine Steuerungsgruppe intensiv am lokalen Pastoralplan gearbeitet. Dessen endgültige Fassung soll noch vor der Wahl zum Pfarreirat im November verabschiedet werden. Auch ein Grobkonzept erstellte die Gruppe.

Am zweiten „Zukunftstag“ ging es konkret darum, die drei Grundpfeiler Liturgie, Katechese und Diakonie für ein zukunftsfähiges Gemeindeleben zu gestalten. Zufrieden waren die Teilnehmer am Ende eines konstruktiven Abends mit guten Gesprächen, Überlegungen, wer sich wo einbringen wolle, und einem nun greifbareren Pastoralplan, der Wege aufzeige, wie frohe Botschaft gelebt werde. Pastor Peter Kossen wünschte sich eine Diskussion darüber, welche „alten Zöpfe“ abgeschnitten werden könnten.

Prioritäten als „Wege“ und weniger Wichtiges als „stillgelegte Wege“ zu definieren, soll es in Zukunft einfacher machen, Ziele im Blick zu behalten. Sicher sind sie, dass immer neue Gruppen die „Wege“ für die Gemeinde auskundschaften.

Das Jahr 2019 soll unter ein Jahresthema gestellt werden, das der Pfarreirat noch in diesem Jahr unter Berücksichtigung von Vorschlägen aus der Gemeinde erarbeitet.

Einheit, Inklusion, Integration und Teilhabe sollen zum „roten Faden“ des Gemeindelebens werden.

Unter dem Thema „Einladung zum Glauben“ beschreitet die Gemeinde bewährte, aber auch neue Wege der Katechese. Familienkreise, Austausch über Glaubensfragen und Glaubenskurse für Erwachsene sollen für Begeisterung und Glaubensfreude sorgen.

(Christliche) soziale Institutionen sollen als kirchliche Orte identifiziert und gestaltet werden. Die Gemeinde wird ihre Kindergärten, aber auch andere Institutionen wie die Arche Tecklenburg, die Ledder Werkstätten, die Kliniken, die Altenheime, die Pfarrbücherei oder die Tafel als Orte verstehen, an denen christliches Gemeindeleben durch tätige Solidarität, Interesse und Wertschätzung gelebt wird. Unter dem Motto „Wir gehen an die Ränder der Gesellschaft, weil wir dort unsere Mitte finden und Gott begegnen“ vernetzen sich Christen mit anderen Menschen guten Willens.

Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen Räume geöffnet werden. Lienen bekommt mit dem Neubau des Pfarrheims ein starkes Profil „Jugendkirche“.

Neue Gottesdienstformen wie „Kreuz und quer“ an besonderen Orten, „Pray & eat“ inklusive Frühstück für Schüler und weitere niederschwellige Angebote werden entwickelt.

In Gebet, Glaubenszeugnis und Werken der Nächstenliebe möchte die Gemeinde noch stärker die ökumenische Vernetzung suchen. Regelmäßige Kontakte zwischen Ortsausschuss und Presbyterium, ökumenische Kinderbibeltage, Begegnungen von Konfirmanden und Firmlingen werden organisiert, Traditionen wie der „Weltgebetstag der Frauen“ und das Ferienlager Lienen weiterhin unterstützt.

Die Gläubigen möchten Innovationen und Experimente fördern, Ehrenamtliche suchen, qualifizieren und offiziell beauftragen.

Durch das Internet und soziale Medien sollen viele Gemeindemitglieder an Diskussionen und Entscheidungen beteiligt werden.

Die Homepage soll prägnant und auf kurzem Wege Informationen geben. Alle Gruppen und Verantwortlichen verpflichten sich, die Seite ständig mit aktuellen Informationen zu „füttern“. Eine Arbeitsgruppe pflegt die Homepage und baut sie aus.

Die Gemeinde führt eine Willkommenskultur ein, spricht Flüchtlinge, Gäste, Touristen und Pilger an..

Die Eucharistie soll neu entdeckt und gefeiert werden.

Unter der Überschrift „Zukunft einkaufen“ verpflichtet sich die Gemeinde zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Ad acta gelegt werden sollen parallele Sonntagsgottesdienstzeiten, Kirchturmdenken und Rekrutierungsversuche durch Sakramentenspendung

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