Zertifikat vom Weihbischof
Öko-faire Kirchengemeinde

Lengerichg -

Am 14. Dezember wird Weihbischof Dr. Christoph Hegge in die Pfarrei Seliger Niels Stensen kommen. Anlass für den Besuch ist die Auszeichnung als „Öko-Faire Gemeinde“. Schon jetzt war das Anlass für einen Vortragsabend.

Samstag, 30.09.2017, 15:09 Uhr

850 Millionen Menschen weltweit hungern. Die Fair-Handelsgesellschaft Münster setzt sich für mehr Gerechtigkeit ein. Georg Knipping berichtete in Lengerich über die Arbeit der Organisation.
850 Millionen Menschen weltweit hungern. Die Fair-Handelsgesellschaft Münster setzt sich für mehr Gerechtigkeit ein. Georg Knipping berichtete in Lengerich über die Arbeit der Organisation. Foto: imago/blickwinkel

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Die katholische Kirchengemeinde kann sich auf die Auszeichnung als „Öko-Faire Gemeinde“ freuen. Weihbischof Dr. Christoph Hegge wird am 14. Dezember zur Übergabe des Zertifikats in die Pfarrei Seliger Niels Stensen kommen. Lengerich wäre nach einer Gemeinde in Münster die zweite Gemeinde im Bistum, die diese Auszeichnung erhält.

Die Arbeitsgruppe „Zukunft einkaufen“ führte in den vergangenen Jahren viele Aktionen zum Programm „Öko-faire Gemeinde“ durch. So wurden über die Frauengemeinschaft kfd fair gehandelte Produkte verkauft.

Den „Schöpfungstag“ am Donnerstag in Lengerich nutzte Georg Knipping von der Fair-Handelsgesellschaft Münster, um über seine Arbeit zu berichten.

Knipping erläuterte die Struktur der weltweit aktiven Organisation Fair-Trade. Der Theologe, Tischler und Kaufmann ist beim „Arbeitskreis Eine Welt“ zuständig für Beratungsarbeit. 25 Gruppen hätten eine Gemeinschaft gegründet, zu der 20 Weltläden und 120 Aktiv-Gruppen gehörten. Das Bistum, die evangelische Kirche und Hilfswerke unterstützten den Verein, erklärte Knipping.

Gerechtigkeit sei in diesem Jahr das Thema. Die Notwendigkeit für Veränderungen unterstrich Knipping mit Zahlen. 850 Millionen Menschen hungerten, 1,2 Milliarden Menschen lebten in bitterer Armut, 80 Millionen Kinder arbeiteten, oft ausbeuterisch. 20 Prozent der Weltbevölkerung verbrauchten 70 Prozent der Energie und 60 Prozent der Nahrungsmittel.

Die gerechte Verteilung sei ein Problem. So habe der brasilianische Bischof Dom Helder Camara schon vor Jahrzehnten auf die ungerechte Verteilung hingewiesen und gefordert, diese Unrechtsstrukturen zu ändern. Seine Forderung nach angemessenen Preisen für die Erzeuger werde auch von den Vereinten Nationen unterstützt, so der Referent.

Ende der 60er Jahre hätten sich auch in Deutschland junge Menschen für mehr Gerechtigkeit und eine Umgestaltung des Wirtschaftssystems eingesetzt. 1975 sei der Weltläden-Dachverband gegründet worden, 2002 das Forum Fairer Handel. 2016 habe es in Deutschland 800 Weltläden und 5000 Aktivgruppen gegeben. Auch Supermarktketten hätten heute Fair-Trade-Produkte in ihrem Sortiment. 2016 machte Fair-Trade-Bewegung weltweit einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. erklärte Knipping.

Der Referent berichtete vom Anfang der Bewegung, wie engagierte Importeure Kleinbauern in Nicaragua aufsuchten und sie überzeugten, Kaffee anzubauen. Er erzählte weiter von Geschmacks-Kritik und Konsumorientierung in den 90er Jahren, Qualitätsverbesserung, der Aufnahme neuer Produkte und Rezeptbroschüren.

Gemäß den Regeln eines modernen Marketings wirbt die Fair-Trade-Gemeinschaft jährlich bundesweit in „fairen Wochen“ für ihre Produkte. Wer die Bewegung unterstützen wolle, solle nach Waren mit dem Siegel „Fair Trade“ Ausschau halten. Knipping stellte auch Aussagen von Produzenten der Fair-Trade-Waren in Südamerika und Asien vor, die durch diesen Handel ihre Existenz sichern können.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5188909?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Sturmwarnung für Sonntag: Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Nachrichten-Ticker