Vielseitiger Kalk
Ein Begleiter im Alltag

Lengerich -

Seit langer Zeit wird in Lengerich und Lienen Kalkstein abgebaut. Während daraus bei Dyckerhoff heute „nur“ noch Zement entsteht, produziert Calcis Kalk. Der lässt sich für viele Dinge verwenden.

Dienstag, 31.10.2017, 21:10 Uhr

Im Alltag begegnet man in vielen Bereich Kalk – zum Beispiel ist es Bestandteil von Zahnpasta.
Im Alltag begegnet man in vielen Bereich Kalk – zum Beispiel ist es Bestandteil von Zahnpasta. Foto: colourbox

Waschen, Zähne putzen, dann die Haut eincremen – morgendlicher Alltag in vielen Badezimmern. Der Griff zur Tageszeitung beim Frühstück, ein Stück Zucker in den Kaffee oder Tee, vor dem Verlassen der Wohnung in die Lederschuhe geschlüpft. Ein Blick auf die Autoreifen – in den nächsten Tagen sollen die Winter-Sohlen drauf. Im Büro den PC eingeschaltet – Mist, kein Papier mehr im Drucker.

Was diese willkürlich aufgezählten Sachen von A bis Z gemeinsam haben? Chemiker werden es wissen, Laien vielleicht vermuten: Überall steckt Kalk drin. Entweder direkt wie in Zahnpasta und Seife, oder indirekt als Grundstoff, um beispielsweise Farben, Leder oder Nahrungsmittel herzustellen beziehungsweise zu bearbeiten.

Das Grundprodukt Kalkstein wird in den Steinbrüchen der Firmen Dyckerhoff in Lengerich und Calcis in Lienen abgebaut. Was daraus gemacht wird, unterscheidet sich stark: Calcis produziert Kalk für – wie beschrieben – viele Einsatzzwecke. Dyckerhoff brennt Zement. Das ist nicht immer so gewesen. Stummer Zeuge für die Kalk-Zeit im Unternehmen ist das stillgelegte Werk auf dem Gelände an der Lienener Straße.

Bis zum Jahr 2003 hat Dyckerhoff dort Kalk produziert. Dann wurde das Werk an das Unternehmen Rheinkalk verkauft. „Wir mussten uns entscheiden, ob wir Zement oder Kalk machen wollten. Beides zusammen hat sich nicht gerechnet“, erläutert Werkleiter Franz-Josef Barton. Die Wahl sei nicht schwer gefallen. Beim Kalk sei Dyckerhoff nur ein kleiner Spieler am Markt gewesen. Beim Zement sieht das anders aus.

Der Käufer hat zwischen 80 000 und 120 000 Tonnen Kalk pro Jahr produziert. im Durchschnitt waren 18 Leute im Kalkwerk beschäftigt. Doch sieben Jahre nach dem Kauf wird Dyckerhoff das Werk zum Rückkauf angeboten.

Eine Frage, für die der Werksleiter nur eine Antwort kennt: „In der Ausbildung habe ich immer gehört, Silos kann man nicht genug haben.“ Da zum Kalkwerk Silos gehören, greift Dyckerhoff zu. Die Lager werden genutzt, das eigentliche Werk stellt den Betrieb ein.

Am Freitag, 3. November, soll, wie berichtet, mit einem lauten Knall das nicht mehr standsichere Kalkwerk in sich zusammenfallen. Die Sprengung beendet ein Kapitel Werksgeschichte. Die letzten Spuren werden Anfang des nächsten Jahres mit der letzten Fuhre Schutt beseitigt.

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