Jugendzentrum Lengerich
Nur das Allernötigste

Lengerich -

75 000 Euro sind erforderlich, um die minimalen Anforderungen für einen ordnungsgemäßen Betrieb im Jugendzentrum sicherzustellen. Im Ausschuss für Planung und Umwelt wurde diskutiert, ob es Alternativen zu dieser Ausgabe gibt.

Samstag, 02.12.2017, 06:38 Uhr
Im Treppenhaus des Jugendzentrums stehen Elektroarbeiten an. Dringender Handlungsbedarf besteht auch in Sachen Brandschutz und Sanierung der sanitären Anlagen.
Im Treppenhaus des Jugendzentrums stehen Elektroarbeiten an. Dringender Handlungsbedarf besteht auch in Sachen Brandschutz und Sanierung der sanitären Anlagen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Beim Thema Brandschutz gibt es keine Diskussion. Der ist im Jugendzentrum unabdingbar und muss auf den neuesten Stand gebracht werden. So weit herrscht Einigkeit im Ausschuss für Planung und Umwelt. Doch ob rund 75 000 Euro im nächsten Jahr ausgegeben werden sollten, um zusätzlich auch eine Teil-Sanierung der Toilettenanlage und Elektroarbeiten im Treppenhaus zu finanzieren – da gehen die Meinungen auseinander.

Dabei ist mit dieser Summe, daran lässt Alexander Osenberg keinen Zweifel, nur das Notwendigste möglich, um das Haus an der Bergstraße für die nächsten fünf, vielleicht auch sieben Jahre nutzbar zu halten. „Andere Standorte sind in der Prüfung“, sagt der Leiter des Fachdienstes Zentrale Gebäudewirtschaft. Im gleichen Atemzug nennt er weitere Großprojekte, die die Verwaltung beschäftigen: Innerstädtisches Stadtentwicklungskonzept, Neubau Gesamtschule, Auslaufen der beiden Realschulen und der Gutenberg-Schule, Standortsuche für Feuerwehr und Skate-Anlage. Frühestens im Herbst nächsten Jahres, so Alexander Osenberg, sei ein Vorschlag fürs Jugendzentrum zu erwarten.

Nun sind 75 000 Euro kein Pappenstiel. „Das ist viel Geld“, findet Jens Kröger. Die Stadt hätte intensiver nach einer Übergangslösung – „die gibt es bestimmt“ – suchen können, findet der Fraktionsvorsitzende der FDP . Er macht eine eigene Rechnung auf: Räume mieten wäre günstiger gekommen, in den auslaufenden Schulen würden sich Möglichkeiten anbieten.

„Das wird der guten Arbeit, die an der Bergstraße geleistet wird, nicht gerecht“, hält Klaus Reiher dagegen. Für fünf Jahre ein anderes Gebäude mieten, das schmeckt dem CDU-Fraktionsvorsitzenden überhaupt nicht. Worauf hin alle Fraktionen versichern, dass niemand Zweifel an der guten Arbeit haben, die von JZ-Leiter Thomas Brümmer und seinem Team geleistet wird.

Kommentar

Dass im Jugendzentrum dringender Handlungsbedarf in Sachen Instandhaltung besteht, daran gibt es keinen Zweifel. Beim Thema Brandschutz führt kein Weg daran vorbei, Geld in die Hand zu nehmen. Schließlich steht der Umzug in eine neue Immobilie nicht unmittelbar bevor, sondern ist nur einhelliger Wunsch aller Beteiligten.

75 000 Euro für fünf (oder sieben) Jahre mehr Laufzeit verschaffen Spielraum, eine Dauerlösung zu finden. Die wird nicht an der Bergstraße liegen, dazu ist das Haus zu alt und zu marode. Und ja, ein Großteil dieses Betrages muss im nächsten Jahr ausgegeben werden.

Die Abläufe an der Bergstraße sind eingespielt. Für weniger Geld an anderer Stelle eine nur annähernd adäquate Übergangslösung schaffen? Wie diese Rechnung aufgehen soll, bleibt wohl das Geheimnis der FDP.

 Michael Baar

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Fünf bis sieben Jahre weitere Nutzung für 75 000 Euro: dieser Zeitraum ist Marcus Wiegand (FDP) zu kurz. Andererseits aber auch zu lang, um von einer Übergangslösung zu sprechen. Dass das Jugendzentrum in einem schlechten baulichen Zustand ist, führt Andreas Kuhn darauf zurück, „dass in den vergangenen Jahren zu wenig getan worden ist“. Das sollte sich in der Zukunft ändern, appelliert der SPD-Fraktionsvorsitzende am Donnerstagabend an die anderen Parteien.

Ausschussvorsitzender Björn Schilling hat derweil im Kopf eine Überschlagsberechnung vorgenommen. Das Anmieten von Räumen würde rund 1500 Euro im Monat kosten. „Macht im Jahr 18 000 Euro, das sind in fünf Jahren 90 000 Euro, plus die Gelder für das Herrichten der Räume“, rechnet der Sozialdemokrat vor.

Dem Stadtrat empfiehlt der Ausschuss die Bereitstellung der 75 000 Euro. Nur Marcus Wiegand enthält sich der Stimme.

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