Helios-Klinik Lengerich
Die Ungewissheit ist weg

Lengerich -

Die Erleichterung sei fast greifbar gewesen, sagt Dr. Michael Mandrysch, Chefarzt der Neurologie, nach Bekanntwerden der Entscheidung, dass diese Abteilung des LWL an die Helios-Klinik übergehen soll.

Dienstag, 09.01.2018, 06:01 Uhr

Blick in die Abteilung Neurologie: Bislang hat dort an der Martin-Luther-Straße 49 der Landschaftsverband das Sagen. Das wird sich mit Übernahmen der Abteilung durch die Helios-Klinik ändern. Der LWL trennt sich von dieser Abteilung.
Blick in die Abteilung Neurologie: Bislang hat dort an der Martin-Luther-Straße 49 der Landschaftsverband das Sagen. Das wird sich mit Übernahmen der Abteilung durch die Helios-Klinik ändern. Der LWL trennt sich von dieser Abteilung. Foto: Wilfried Gerharz

Übergang der Neurologie vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) an die Helios-Klinik ohne Abstriche bei der Zahl der Betten: Das beinhaltet die Entscheidung des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums zur Zukunft der Neurologie (WN vom 6. Januar).

„Erst mal froh“ war Frank Mönter nach Erhalt der Nachricht aus Düsseldorf. Der Geschäftsführer der Helios-Klinik geht davon aus, dass der offizielle Trägerwechsel in den nächsten Monaten über die Bühne geht.

Ob dann alle rund 55 Beschäftigten der Neurologie auch den Arbeitgeber wechseln? „Wir haben allen den Übergang zu Helios angeboten“, erläutert Frank Mönter. „Alle haben ein Angebot von Helios erhalten“, bestätigt Dr. Michael Mandrysch , Chefarzt der Neurologie. Zudem habe der LWL allen Neurologie-Mitarbeitern angeboten, dass sie zurück zum Landschaftsverband wechseln können, sollte es ihnen bei Helios nicht gefallen. Arbeitsort wäre weiter Lengerich, aber nicht mehr an der Martin-Luther-Straße 49, sondern an der Parkallee 10, Abteilung Psychiatrie.

Am Montag, dem ersten normalen Arbeitstag nach Erhalt der Nachricht, habe man es gespürt: „Es gab keinen lauten Jubel, aber die Erleichterung darüber, dass endlich Klarheit herrscht, war fast greifbar“, beschreibt Michael Mandrysch im Gespräch mit den WN die Atmosphäre in der Station. „Von der Abteilung ist eine große Unsicherheit abgefallen.“

In der MS-Ambulanz (Multiple Sklerose) sei das ebenso gewesen am Montagmorgen. Die Patienten hätten sich ein Stück weit verunsichert gefühlt. „Wie lange seit ihr noch da? Wo muss ich dann hin?“, wiederholt der Chefarzt zwei Fragen, die in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gestellt worden seien.

„Zusätzliches Standbein“ fürs Krankenhaus

Für die Helios-Klinik Lengerich bedeutet die Übernahme der Neurologie, dass zum Haus künftig eine vierte bettenführende Abteilung gehört. Mit Blick auf knapp 1400 Patienten, die im Jahr in der Neurologie versorgt werden, spricht Frank Mönter von einem „zusätzlichen Standbein“ für sein Haus. Helios versorgt rund 8000 Patienten im Jahr an der Martin-Luther-Straße.

„Wir haben uns eine gute wirtschaftliche Situation erarbeitet“, zieht er ein Resümee der gut zehn Jahre seit Übernahme des Hauses. Die Neurologie passe gut zu den Abteilungen Innere Medizin und Orthopädie. An die Chance, eine Gynäkologie oder Geburtshilfe zu etablieren, glaubt er nicht. Münster und Osnabrück seien zu nah, Lengerich zu lange nicht mehr mit diesem Angebot am Markt.

Nachdenken ließe sich über das Thema Pflege, räumt er im Gespräch ein. Kurzzeit-Pflege könnte das sein, aber auch das Thema Rehabilitation.

Ist dafür Platz im Gebäude? Aktuell werde eine halbe Station nicht genutzt, der LWL habe für die Neurologie zwei Stationen angemietet, da könnte eventuell auch eine halbe frei werden.

Macht rein rechnerisch eine ganze Station. „Angesichts der guten Entwicklung in der Chirurgie könnte da der Bedarf steigen“, erläutert er. Und dann ist da ja noch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) von Helios in Ibbenbüren. „Da kommt vielleicht auch der eine oder andere Patient seinem Arzt hinterher“, wünscht sich der Geschäftsführer. mba

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„Es kann eigentlich nicht anders.“ Dieser Gedanke sei ihm in den vergangenen Monaten immer wieder durch den Kopf gegangen. Jetzt freut sich der Mediziner, dass ihn sein Bauchgefühl nicht getrogen habe.

Ob die Patienten künftig etwas vom Betreiberwechsel spüren werden? „Hinter den Kulissen wird es etwas einfacher, weil wir nicht mehr gucken müssen, ist es ein LWL- oder ein Helios-Patient“, erläutert Michael Mandrysch. Was auf der Station wohl eher auffallen würde, wären optische Veränderungen.

Baulich solle noch etwas geschehen, damit der Helios-Standard erfüllt werde, formuliert der Mediziner. Ob dazu auch ein Umzug im Haus gehöre, „muss noch besprochen werden“. Eine Sanierung sei das Ziel, bestätigt Frank Mönter.

Der Geschäftsführer bleibt im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten zurückhaltend. Zunächst sei da die Widerspruchsfrist gegen die Entscheidung des Landes, die am 20. Februar auslaufe. „Sollte Widerspruch von einem der drei anderen Interessenten eingelegt werden, wird es relativ schnell eine Entscheidung darüber geben“, ist er überzeugt.

Gegen diesen Feststellungsbescheid des Landes bleibt eine weitere Einspruchsfrist von einem Monat. Auch dann, davon geht Frank Mönter aus, würde über einen Widerspruch schnell entschieden. Danach wäre der Weg frei für den Übertrag der Neurologie vom LWL auf die Helios-Klinik. Davon ist er überzeugt, gibt es doch aus seiner Sicht kein Argument für eine andere Lösung.

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