AWO-Neujahrsempfang
„Wir müssen sagen, was nicht geht“

Lengerich -

Klare Worte hat Wilhelm Schmidt beim Neujahrsempfang des AWO-Kreisverbandes in Lengerich gesprochen. „Wir werden für den Sozialstaat kämpfen“, versprach der AWO-Präsident den über 50 Gästen.

Montag, 15.01.2018, 06:01 Uhr

Kinder aus den vier Tagesstätten der AWO in Lengerich eröffneten mit ihren Liedern den Neujahrsempfang des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt. Gastgeber war der Ortsverband Lengerich in seinem Begegnungszentrum.
Kinder aus den vier Tagesstätten der AWO in Lengerich eröffneten mit ihren Liedern den Neujahrsempfang des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt. Gastgeber war der Ortsverband Lengerich in seinem Begegnungszentrum. Foto: Michael Baar

„Wir werden für den Sozialstaat kämpfen.“ Dieses Versprechen hat Wilhelm Schmidt am Sonntag beim Neujahrsempfang des AWO-Kreisverbandes in Lengerich gegeben. Einbringen will der Präsident des Wohlfahrtsverbandes dieses Thema, sollte es zu Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD kommen. Ob er dafür schon beim Parteitag der Sozialdemokraten am nächsten Samstag Stellung beziehen wird, ließ er offen.

Der Sozialstaat, davon ist Wilhelm Schmidt zutiefst überzeugt, sei nur zu sichern, wenn die Tradition und Aufgaben mitgenommen werden. „Wir sind nicht um unserer selbst willen tätig, unsere Angebote werden gebraucht“, spannte er den Bogen von Kindertagesstätten bis Seniorenheime. In den Tagesstätten müsse mit der Hilfe angefangen und das bis ins hohe Alter durchgezogen werden.

Altersarmut, so bemängelte er, stehe nicht in dem 28-Seiten-Papier über die Sondierungsgespräche drin. Aus seinem Standpunkt machte er keinen Hehl: „Wir müssen standfest sein und sagen, mit uns geht das nicht.“ Was er sich schon in der vergangenen Legislaturperiode, beispielsweise bei den Themen Flüchtlinge und Integration, gewünscht hätte.

„Ist der Sozialstaat in Gefahr?“ Aus der Sicht des AWO-Präsidenten komme nur ein „Ja“ in Frage. Er mahnte an, damit aufzuhören, so viel aus wirtschaftspolitischer Sicht zu sehen. Mindestanforderungen für den Sozialstaat stellen und sehen, was in den Gesprächen in Berlin umgesetzt wird, lautet seine Devise. „Wir müssen nicht hinterherlaufen“, unterstrich er. Auch wenn die Arbeiterwohlfahrt kein politischer Verband sei, „haben wir tiefe politische Überzeugungen“.

Eröffnet wurde der Neujahrsempfang von Kindern der vier AWO-Kindertagesstätten in Lengerich, unter anderem mit dem Lied von der einen Welt. „Es wäre schön, wenn wir den Kindern mit auf den Lebensweg geben könnten, wo von sie singen: eine Welt“, stellte Wilhelm Schmidt fest. Wie die Mädchen und Jungen erhielt auch der Gewerkschaftschor Signale viel Beifall.

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