Lions-Club Tecklenburg
Eine gute Idee, die ankommt

Lengerich -

Einen kurzen Moment waren Sylvia Egelkamp und Wolfgang Flohre sprachlos, als sie auf der Bühne standen. Wenig verwunderlich, hatten sie doch gerade von Dr. Cord Prigge und Holger Merge erfahren, mit welchen Beträgen der Lions-Club Tecklenburg ihre Projekte unterstützt: 120 000 Euro gehen an das Projekt stationäres Hospizhaus Tecklenburger Land in Ibbenbüren, 30 000 Euro an die Kinder- und Jugendschutzstelle der evangelischen Jugendhilfe.

Sonntag, 14.01.2018, 17:01 Uhr

Überreichung der Spendengeld (von links): NRW-Sozialminsiter Karl-Josef Laumann, Dr. Cord Prigge (Präsident Lions-Club), Jörg Krause (Schatzmeister Lions-Förderverein), Wolfgang Flohre (Hospizhaus), Silvia Egelkamp (Kinder- und Jugendschutzstelle) und Holger Merge (Lions). .
Überreichung der Spendengeld (von links): NRW-Sozialminsiter Karl-Josef Laumann, Dr. Cord Prigge (Präsident Lions-Club), Jörg Krause (Schatzmeister Lions-Förderverein), Wolfgang Flohre (Hospizhaus), Silvia Egelkamp (Kinder- und Jugendschutzstelle) und Holger Merge (Lions). . Foto: Michael Baar

Die Initiatoren des Hospizhauses sind damit einen großen Schritt weiter, erzählte Wolfgang Flohre. Derzeit laufe die Suche nach einem Grundstück. „Wenn alles reibungslos über die Bühne geht, könnte das Haus vielleicht schon Ende 2019 stehen.“

In der Kinder- und Jugendschutzstelle soll das Geld für Traumatherapien eingesetzt werden. „Es ist nicht damit getan, dass wir die Kinder und Jugendlichen aufnehmen. Das, was sie erlebt haben, müssen sie auch verarbeiten und das können sie nicht allein“, sagte Sylvia Egelkamp , Mitarbeiterin in der für den Kreis Steinfurt zuständigen Schutzstelle.

„Eine gute Idee ist nur gut, wenn sie bei anderen Menschen ankommt.“ Diesen Anspruch sah Karl-Josef Laumann durch die Charity-Aktion des Lions-Club mehr als erfüllt. Der NRW-Sozialminister, Schirmherr der Aktion, wertete diese als Zeichen für das Gemeinschaftsgefühl im Tecklenburger Land. „Die Gäste hier sind die größte Belohnung und Anerkennung ihres ehrenamtlichen Engagements“, lobte der den Lions-Club.

„Überlegen Sie einmal, was ein Kind erlebt haben muss, wenn es in Obhut genommen werden muss.“ Ein nachdenklich stimmender Satz des Ministers. Jeder sollte froh sein, der das nicht erfahren müsse. Die Inobhutnahme wertete er nicht nur als staatliche, „sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“.

We serve – wir dienen

Vor 100 Jahren entstand in den USA der erste Lions-Club. Schon damals galt der Grundsatz: „Kein Club soll die finanzielle Bereicherung seiner Mitglieder zum Ziel haben.“ Vielmehr ging es um sozialgesellschaftliches Engagement.

Der Lions-Club Tecklenburg erhielt 1958 die Charterurkunde und war einer der ersten Clubs für einen Landkreis in Deutschland.

Weltweit zählt Lions circa 1,3 Millionen Mitglieder, die in etwa 45 000 Clubs in rund 200 Ländern und Regionen aktiv sind.

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Die Hospizarbeit stehe auf zwei Säulen, der ambulanten und der stationären, sprach Karl-Josef Laumann das zweite geförderte Projekt an. Für ihn sei das ein gutes Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt. Vor eineinhalb Jahren habe es in Deutschland eine – „sehr gut geführte“ – Diskussion über das Thema Sterbehilfe gegeben. „Wir haben entschieden, wir wollen das nicht. Und genau dann greift doch die Hospiz-Bewegung“, stellte der Minister fest. Er betonte, dass in diesem Zusammenhang die Palliativ-Medizin ein wichtiger Bestandteil sei.

Der erste Hospiz-Verein sei 1968 in Nordrhein-Westfalen gegründet worden. Erst in den 1990er Jahren habe das Thema richtig Fahrt aufgenommen. „Die Hospiz-Bewegung widerlegt durch ihre Entwicklung die These, dass die Menschen immer egoistischer werden“, stellte Karl-Josef Laumann fest. Dass im Pflegebereich – auch im stationären Hospiz – zehn Prozent Eigenanteil zum Jahresetat erbracht werden muss, wertete er als sinnvoll. „Damit bleibt die Idee des Hospiz in der Gesellschaft verankert.“

Cord Prigge, Präsident des Lions-Club Tecklenburg, hatte zuvor die Entstehungsgeschichte der Charity-Aktion erläutert. 100 Jahre nach Gründung der Lions-Bewegung und 60 Jahre nach Gründung des Clubs Tecklenburg sei überlegt worden, wie das Jubiläum angemessen begangen werden könne. Schnell sei klar gewesen, dass „ordentlich Geld für Projekte vor Ort“ gesammelt werden soll, der Club mit Mitglieder aus elf Kommunen, in denen rund 170 000 Menschen leben, den Austausch fördern wolle. Nicht zuletzt „wollen wir durch das Jubiläum den Club öffnen und verjüngen“.

Das habe zu der Idee geführt, 100 Firmen zu finden, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Selbstbewusster Ansatz bei der Ansprache der Unternehmen: „Wir wollten einen Euro-Betrag entsprechend dem Gründungsjahr der Lions-Bewegung von jedem.“ Vor diesem Hintergrund seien 150 000 Euro ein großer Erfolg. „Wir sind stolz und glücklich, dass die Idee zum Erfolg geworden ist“, stellte er fest.

Da für das Charity-Event in der Gempt-Halle Sponsoren gefunden wurden, geht der komplette Erlös an die beiden Projekte. Den Vertretern der 100 Firmen wurde an diesem Abend nicht nur bestätigt, dass sie Gutes unterstützt haben. Kleine Leckerbissen mundeten vorzüglich. Und mit den Queenz of Piano hatten die Lions einen Glücksgriff getan. Anne Folger und Jennifer Rüth begeisterten mit ihren Auftritten nicht nur durch virtuoses Klavierspiel, sondern auch mit Humor und Akrobatik. Nach dem offiziellen Teil heizten Hotte und Bassmass den knapp 300 Gästen ein. 

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