THW hat Probleme
Eingeschränkte Einsatzbereitschaft nach Einbruch

Lengerich -

Die Einsatzbereitschaft des THW-Ortsverbandes Lengerich liegt nach Auskunft des Ortsbeauftragten Karsten Grundmeier zurzeit bei „Fünf minus.“ Der Grund: Einbrecher haben in der Nacht zum 28. Dezember aus der THW-Dienststelle an der Ladberger Straße viel Material gestohlen. Wann Ersatz kommt, steht in den Sternen

Mittwoch, 17.01.2018, 05:01 Uhr

Für langjährige Mitarbeit wurden während der Jahreshauptversammlung vom Ortsbeauftragten Karsten Grundmeier (rechts), seinem Stellvertreter André Engel (2. von rechts), dem Landesbeauftragten Dr. Hans-Ingo Schliewinski (3. von links), dem Leiter der Geschäftsstelle Münster des THW, Josef Frieling (2. von links) und Bürgermeister Wilhelm Möhrke eine Reihe von Mitgliedern ausgezeichnet.
Für langjährige Mitarbeit wurden während der Jahreshauptversammlung vom Ortsbeauftragten Karsten Grundmeier (rechts), seinem Stellvertreter André Engel (2. von rechts), dem Landesbeauftragten Dr. Hans-Ingo Schliewinski (3. von links), dem Leiter der Geschäftsstelle Münster des THW, Josef Frieling (2. von links) und Bürgermeister Wilhelm Möhrke eine Reihe von Mitgliedern ausgezeichnet. Foto: Michael Baar

Die Frage nach der Einsatzbereitschaft des THW-Ortsverbandes Lengerich hört Karsten Grundmeier nicht gerne. Doch der THW-Ortsbeauftragte redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Fünf minus.“ Der Grund für diese Einschätzung ist in einem Einbruch begründet. In der Nacht zum 28. Dezember war die THW-Dienststelle an der Ladberger Straße Ziel von Einbrechern.

Die haben kräftig eingepackt. Auf 20 000 bis 25 000 Euro schätzt er den Wert der Beute. Vier Motorsägen, zwei Elektro-Flex, zwei Bohrhämmer, Schere, Spreizer, Hydraulikpresse, Brennschneidgerät samt Schläuchen, Armaturen und 20-l-Flaschen, Flex-Scheiben, unter anderem aus Diamant, Flutlicht-LED-Scheinwerfer, Benzin-Flex, Elektro-Fuchsschwänze, Digitalkamera, zwei Fahrzeugschlüssel. Die Kasse der Jugendabteilung fällt da kaum noch ins Gewicht. „Da war nur wenig Bargeld drin.“

Die Pumpengruppe des Ortsverbandes ist nach wie vor einsatzbereit. Für die Rettungs- und Bergungsgruppe gilt das allenfalls „stark eingeschränkt“, urteilt Karten Grundmeier. Hinzu kommt der am und im Gebäude angerichtete Schaden. Unter anderem muss eine neue Schließanlage kommen. Der Ortsbeauftragte vermutet, dass die Täter gezielt vorgegangen sind.

Eine Einschätzung, die von Josef Frieling und Dr. Hans-Ingo Schliewinski geteilt wird. „Im November ist beim THW Havixbeck eingebrochen worden, nach dem selben Muster“, erzählt der Leiter der Geschäftsstelle Münster des THW im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Lengericher Ortsverbandes.

Wann Ersatz für die gestohlenen Sachen kommt, steht in den Sternen. Das Technische Hilfswerk als Bundeseinrichtung ist nicht versichert. „Das ist ganz normal“, erläutert Dr. Hans-Ingo Schliewinski, Landesbeauftragter NRW der Organisation. Das Problem liegt in Berlin. „Solange es nur eine geschäftsführende Bundesregierung gibt, ist unser Haushalt, wie der anderer Bundeseinrichtungen auch, mit einer Sperre belegt.“ Das heißt, die laufenden Kosten werden bezahlt, Geld für Neu- oder Ersatzanschaffungen gibt es erst, wenn eine neue Bundesregierung im Amt ist und damit die Haushaltssperre entfällt.

Bitter für die Lengericher THWler. Karsten Grundmeier drückt in diesem Fall der Schuh noch an anderer Stelle: Dass eine neue Schließanlage kommen muss, ist unstrittig. Der Ortsbeauftragte hätte gerne eine elektronische Version. Sein Problem: „Ich weiß keinen, der die Mehrkosten übernimmt.“

Immerhin gewinnt er der ganzen Sache noch etwas Gutes ab. Zum Glück sei kein Helfer zum Zeitpunkt des Einbruchs auf dem Gelände gewesen. „Wir haben nur einen Zugang, das ist wie eine Mausefalle“, mag er nicht daran denken, was bei einem Aufeinandertreffen von Tätern und Helfer passiert wäre.

Schon vor 20 Jahren war das Lengericher THW Ziel von Einbrechern. Damals wurden unter anderem zwei Hydraulikpressen gestohlen. „Eine ist nach einem Einbruch wiederentdeckt worden. Die Täter hatten damit einen Tresor aus einer Wand gedrückt“, erinnert sich der Ortsbeauftragte. 

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