Terlaus übernehmen „Hexenhäuschen“
„Wie bei Muttern“

Lengerich -

Ins Lengericher „Hexenhäuschen“ ist wieder Leben eingezogen. Ulla und Adolf Terlau führen nun die Gaststätte in der Innenstadt. Vieles erinnert noch an die von Thomas Windmöller geführte Kultkneipe, manches ist aber auch neu.

Donnerstag, 18.01.2018, 05:01 Uhr

Neues Leben im „Hexenhäuschen“: Adolf Terlau sorgt in der Kultkneipe für die Getränke. Seine Frau Ulla wirbelt lieber im Hintergrund und kümmert sich um die nahrhafte Grundlage.
Neues Leben im „Hexenhäuschen“: Adolf Terlau sorgt in der Kultkneipe für die Getränke. Seine Frau Ulla wirbelt lieber im Hintergrund und kümmert sich um die nahrhafte Grundlage. Foto: Mareike Stratmann

Mitte Oktober war Schluss mit „Lasi Hollo Bollo“ im Hexenhäuschen. Thomas Windmöller drehte den Schlüssel um. Ulla Terlau und ihr Mann Adolf haben die Kultkneipe nun wieder aufgeschlossen. Vor gut einer Woche ist in der Altstadt 16 wieder Leben eingekehrt. Die pfundige Kalorienbombe mit dem gewissen Extra Hollandaise und bundesweitem Bekanntheitsgrad ist von der Speisekarte verschwunden. Vieles andere ist geblieben.

Bis Ende November vergangenen Jahres servierte Ulla Terlau Reisenden und Pendlern in der Gaststätte „Gleis 3“ am Lengericher Bahnhof morgens um kurz vor sechs bereits den ersten Kaffee samt frisch belegtem Brötchen und bis in den späten Abend hinein Hausmannskost und das ein oder andere Bierchen. Acht Jahre lang wirbelte sie dort mit ihrem Mann von früh bis spät – und entschied sich nun, im „zarten“ Alter von 77 Jahren, noch einmal einen Neuanfang in der Innenstadt zu wagen.

Als Thomas Windmöller das Aus seiner bundesweit bekannten Kneipe kundtat, griff sie umgehend zum Telefonhörer. „Es macht mir einfach zu viel Spaß und steckt drin im Blut“, sagt die Lengericherin und will nicht verschweigen, dass es ansonsten auch mit der Altersrente nicht weit her sei.

In der Altstadt-Passage tritt sie nach den ungezählten langen Tagen am Bahnhof übrigens keineswegs kürzer. Morgens um 10 Uhr schließt sie das „Hexenhäuschen“ auf, tischt Gruppen nach Voranmeldung ein opulentes Frühstück auf und sorgt ab 11 Uhr für einen ordentlichen Mittagstisch. Eintöpfe, Bratkartoffeln, He-ringsstipp und Schweinebraten. „Gut bürgerliche Hausmannskost“, sagt Ulla Terlau und fügt eher rhetorisch hinzu: „Wo sollen gerade ältere Leute denn sonst mittags noch großartig hingehen in Lengerich?“

Dienstags bis sonntags von morgens bis in die späteren Abendstunden hat das „Hexenhäuschen“ fortan wieder geöffnet. Viele Stammgäste haben den Weg ins neue Lokal bereits gefunden. Man kennt sich. Kein Wunder: Ulla Terlau ist seit über 30 Jahren in der Gastronomie unterwegs. „Die Kantine bei B&K, Gieseking, Kortkamp, Schlemmerstube, Gleis 3“ nennt sie im Schnelldurchlauf einige ihrer vielen Stationen. Nun also das „Hexenhäuschen“. „Hoffentlich der krönende Abschluss“, wie sie sagt. „Ich hab‘ jedenfalls ein gutes Gefühl“, nickt die Köchin, die es wieder an ihren Herd zieht. In der Küche hat sie einiges umgestellt, auch auf der Karte wird Terlaus Handschrift mehr als deutlich. „Ich sag immer, das soll hier schmecken wie bei Muttern“, formuliert es die toughe 77-Jährige und stürzt sich in die Vorbereitung von Schnitzeln und Co..

Doch noch einmal zurück zur Lasagne: Die gibt es übrigens doch. Und zwar als Original Spökenkieker-Lasagne mit ordentlich Bolognese, die sie vor Jahrzehnten in besagter Kneipe schon auf die Karte setzte. Bei nicht wenigen Lengerichern dürften da Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach werden, die im „Hexenhäuschen“ fortan wieder aufleben können.

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