Jazz-Bistro
In Musik gefasste Geschichten

Lengerich -

Geschichten, Stimmungen und Erfahrungen wollen Uwe Seyfert, Gerrit Baumann, Andreas Müller und Christoph Meiners erzählen und vermitteln – mit Musik. Jetzt haben die vier Musiker eine CD eingespielt und „Speechless“ im Bistro der Gempt-Halle vorgestellt.

Montag, 19.02.2018, 13:02 Uhr

Im Gempt-Bistro spielten Uwe Seyfert, Gerrit Baumann, Andreas Müller und Christoph Meiners (von rechts) die Stücke, die auf der von ihnen eingespielten CD „Speechless“ zu hören sind.
Im Gempt-Bistro spielten Uwe Seyfert, Gerrit Baumann, Andreas Müller und Christoph Meiners (von rechts) die Stücke, die auf der von ihnen eingespielten CD „Speechless“ zu hören sind. Foto: Axel Engels

Nach solch einer erfolgreichen Präsentation wird dieser Silberling bald in vielen heimischen Jazzsammlungen zu finden sein. Der für die Jazzszene in und um Lengerich so aktive Uwe Seyfert hatte einen besonderen Anlass, Jazz-Liebhaber ins Gempt-Bistro einzuladen. Seit Jahren arbeitet er mit dem Pianisten Christoph Meiners , dem Kontrabassisten Andreas Müller und dem Schlagzeuger Gerrit Baumann zusammen. Das Quartett versteht sich in einem natürlich gewachsenen musikalischen Dialog einfach bestens.

Sie haben eine gemeinsame und sehr facettenreiche „Sprache“ gefunden, bei der jeder einzelne Musiker seine Individualität einbringen kann. Da lag es nahe, auch eine CD mit Eigenkompositionen einzuspielen. Dazu machten sie sich auf den Weg nach Hamburg zu Hendrik Ostrau ins renommierte H.O.M.E.-Studio. Gemixt wurde alles in der „Mühle der Freundschaft“ von Marcus Praed, das endgültige Mastering übernahm Fritz Fey von Double-D Mastering. Mit Feinsinn gestaltete Uwe Seyfert das Cover.

Ihrer musikalischen Intention folgend nannten die vier das Ergebnis dann „Speechless“ und widmeten die CD der vor Kurzem verstorbenen Sängerin Susanne Drerup-Christenhuß.

Im Gempt-Bistro spielte das Quartett die in Musik gesetzten Geschichten, Stimmungen und Erfahrungen, wobei der Live-Aspekt den sicher folgenden Erfolg der CD bei den Jazzliebhaber noch unterstützte. Mit Akribie und jederzeit spürbarer Leidenschaft boten sie einen abwechslungsreichen Abend, bei dem sie alle Facetten ihrer Spielkunst einbrachten.

Schon beim einleitenden „Bossassa“ aus der Feder von Uwe Seyfert genoss man das perfekte Zusammenspiel. Andreas Müller lieferte mit seinem kultivierten Kontrabass-Spiel den passenden Grund, auf dem Uwe Seyfert die Melodie mit warm timbriertem Ton erklingen ließ. Zu den filigranen Klängen und Harmonien des E-Pianos von Christoph Meiners passte dies exquisit, zumal Gerrit Baumann am Schlagzeug mit seinem punktgenauen Spiel für den nötigen Drive sorgte.

Gefühlvoll gestaltete das Quartett die langsamen Balladen und ließ bei schnelleren Songs seiner Spiel- und Improvisationsfreude freien Lauf. Gerrit Baumann glänzte wie bei „Notice The Moment“ mit ausgedehnten Soli, wobei er seine Virtuosität im Dienste des Ausdrucks ganz kunstvoll einsetzte. Wenn man sich im „Valse Satinée“ von Christoph Meiners in französische Welten versetzt fühlte, sich von der wunderbaren Melodie bei seinem „Treillis“ umschmeicheln ließ und im dichten Nebel bei „Brouillard Dense“ wandelte, genoss man diese klangmalerisch impressionistische Musik.

Als Namensgeber für die CD war der Song „Speechless“ von Uwe Seyfert allerdings keineswegs „stumm“, sondern kultivierter Jazz mit großem lyrischem Erzählpotenzial. Melancholische Klänge gab es beim „November Day“ von Andreas Müller, wobei nur dezent eingesetzte Effekte die Wirkung des Songs unterstützten. Das Quartett bot dem Publikum einen Abend, bei dem sich Unterhaltungswert und künstlerisches Niveau bestens ergänzten.

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