40 Prozent der Neubürger haben einen ausländischen Pass
Zuzug mit internationalem Touch

Lengerich -

Unter dem Strich sind mehr Menschen nach Lengerich gezogen als Personen die Stadt verlassen haben. Eine Erkenntnis aus den Zahlen, die das Statistische Landesamt jetzt vorgelegt hat.

Mittwoch, 28.02.2018, 13:02 Uhr

Dass die meisten Neubürger Lengerichs aus einem anderen Ort Nordrhein-Westfalens zugezogen sind, überrascht nicht wirklich. Ebenso wenig, dass an Nummer zwei der Zuzüge das benachbarte Niedersachsen steht. Addiert man die Zahlen (834 NRW, 263 Niedersachsen), kommen bis auf 96 Personen aus anderen deutschen Bundesländern die Zuzüge im Jahr 2015 mehr oder weniger aus der Nachbarschaft. Das hat Information und Technik, das statistische Landesamt in Nordrhein-Westfalen, in einer jetzt vorgelegten Wanderungsstatistik ermittelt.

Immerhin die Nummer drei unter den deutschen Bundesländern, aus denen Menschen nach Lengerich ziehen, ist Bayern. 21 Zugezogene haben früher südlich des „Weiß-Wurst-Äquators“ gelebt. Zweistellige Zuzugszahlen gibt es sonst nur noch aus Baden-Württemberg (16 Personen) und Rheinland-Pfalz (zehn Menschen). Lediglich aus dem Saarland hat kein Einziger den Weg an den Südrand des Teutoburger Waldes gefunden.

714 der Zuzügler aus dem Bundesgebiet haben die deutsche Staatsangehörigkeit, 479 Personen eine andere. Der Blick, für welche Landsleute Lengerich besonders attraktiv ist, offenbart Überraschendes: Die Rumänen stellen mit 244 Personen, darunter eine mit deutschem Pass, das größte Kontingent. Es folgen Bulgarien (70) und Polen (47). Insgesamt sind 460 Bürger aus 21 verschiedenen Nationen nach Lengerich gekommen. Auf eine zweistellige Zahl an Zuzügen haben es außer den genannten Nationen lediglich noch die Türkei (14), Italien (zwölf) und die Russische Föderation (zehn) gebracht.

Eine Nullnummer steht nicht nur bei der Vatikanstadt, sondern beispielsweise auch beim Steuerparadies Irland, der Überraschungs-Fußballnation Island, dem glamourösen Monaco, der Briefkastenfirmen-Heimat Malta oder dem kleinsten Formel 1-Ausrichterland San Marino. Dass aus dem Vereinigten Königreich (oder Großbritannien) kein Bürger „Zuflucht“ in Lengerich gesucht hat, verwundert angesichts des Brexit dann doch ein wenig.

Und wohin hat´s diejenigen gezogen, die Lengerich den Rücken gekehrt haben? Von den insgesamt 1133 Weggezogenen waren 807 Deutsche und 326 Ausländer. Die meisten von ihnen (806 insgesamt) sind in Nordrhein-Westfalen geblieben. 221 Menschen hat es nach Niedersachsen gezogen, 20 nach Baden-Württemberg und 18 nach Bayern.

Von ausländischen Staaten war Rumänien für 147 Menschen das Ziel ihres Weggangs aus Lengerich. Auf den Plätzen folgen Kosovo (27) und Polen (21).

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