Neues aus der Teestube „Weltweit“
Ein Café nur für Frauen

Lengerich -

Einmal im Monat öffnet ab sofort in der Teestube „Weltweit“ ein Café ausschließlich für Frauen. Die Einrichtung, die vor allem für Asylbewerber und Flüchtlinge gedacht ist, besteht inzwischen seit rund zwei Jahren.

Mittwoch, 11.04.2018, 17:04 Uhr

Deutschkurse für Frauen gehören zum Angebot der Teestube „Weltweit“.
Deutschkurse für Frauen gehören zum Angebot der Teestube „Weltweit“. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber ist in Lengerich seit der Schließung der Erstunterkunft im ehemaligen Berufskolleg sicher nicht mehr ganz so im öffentlichen Bewusstsein präsent, wie in der Zeit davor. Gleichwohl, es gibt nach wie vor Menschen, die aus den Krisengebieten und armen Regionen dieser Welt den Weg in die Stadt finden. Nicht zuletzt für sie ist vor rund zwei Jahren von der Stadt die Teestube „Weltweit“ an der Bahnhofstraße 52 eingerichtet worden. Die wurde inzwischen mit mehreren Preisen ausgezeichnet – und hat nun wieder etwas Neues zu bieten: ein Frauencafé.

Bärbel Rehder berichtet, dass die Premiere in der vergangenen Woche bereits stattgefunden habe. Die Mitarbeiterin der Stadt ist für „Weltweit“ verantwortlich und hat dabei ein Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie einige Kooperationspartner und Spender an ihrer Seite. Das Frauencafé wird es ihren Worten zufolge künftig an jedem ersten Dienstag eines Monats geben, immer von 15 bis 18 Uhr. Die Frage nach dem Warum, beantwortet sie mit dem Hinweis darauf, dass im „Weltweit“-Alltag bei den Gästen meist ein Männerüberschuss herrsche. Gründe habe das verschiedene. Einige Frauen seien durch Haushalt und Kinder mehr ans Heim gebunden als ihre Männer. Die Kultur spiele hier und da eine Rolle. Und schlicht die Tatsache, dass eben vergleichsweise viele junge Männer als Asylbewerber in die Stadt kommen.

Gebe es dann im „Weltweit“ eine klare Männermehrheit, scheue die ein oder andere Frau vielleicht den Weg dorthin. Das soll sich mit dem neuen Angebot ändern.

Drei Stunden lang besteht bei dem für die Besucherinnen die Möglichkeit, sich auszutauschen, gemeinsam zu kochen oder zu backen oder einfach das umsetzen oder anzupacken, was sich die Frauen wünschen.

Unter dem Titel „Brückenprojekt“ läuft zudem seit Beginn des Jahres eine Kooperation mit dem DRK. Mit im Boot ist auch die VHS. Die Volkshochschule stellt wie schon zuvor die Dozentin für einen Deutsch-Kursus für Frauen. Neu ist, dass zwei Erzieherinnen vom Roten Kreuz sich währenddessen um die Kinder der Frauen kümmern. Eigentlich hätte das über einen Kindergarten laufen sollen, erzählt Bärbel Rehder, sei aber nicht wie gewünscht angenommen worden. „Die Lösung, die nun gefunden wurde, ist für uns ideal.“

Abseits solcher Projekte und Angebote erfährt „Weltweit“ weiterhin auch Unterstützung von heimischen Unternehmen und anderen Institutionen. So haben zuletzt der Betriebsrat von Dyckerhoff und der Zementhersteller selbst dafür gesorgt, dass wieder ein Billardtisch in der Teestube zur Verfügung steht. Vom Jugendzentrum kam ein Kickertisch. Und auch die örtlichen Geldinstitute hätten helfend unter die Arme gegriffen, so die Mitarbeiterin der Stadt.

Auch angesichts dieser Unterstützung, die man immer wieder erfahre, sei es schade, dass nach wie vor recht selten die Lengericher den Weg ins „Weltweit“ finden. Wenn Deutsche kämen, dann seien die meist von außerhalb, beschreibt Bärbel Rehder die Situation. So hätten vor Kurzem Studenten aus Münster Station an der Bahnhofstraße 52 gemacht. „Die legten während einer Radtour eine Pause bei uns ein und fanden es total toll.“ Sie wiederum fände es toll, wenn künftig beispielsweise beim Frauencafé auch Besucherinnen dabei sind, die schon lange in der Stadt ihre Heimat haben.

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