Betriebsstörung bei Dyckerhoff
Pro Teuto will Aussagen zu Ursache und Schadstoffen

Lengerich -

Am 8. Mai kam es bei Dyckerhoff zu einer Betriebsstörung, bei der nach Unternehmensangaben eine Staubwolke freigesetzt wurde. Nun verlangt die Bürgerinitiative Pro Teuto umfassende Aufklärung, wie es zu dem Vorfall kommen konnte.

Donnerstag, 24.05.2018, 17:06 Uhr

Das Dyckerhoff-Werk in Hohne.
Das Dyckerhoff-Werk in Hohne. Foto: Wilhelm Schmitte

Die Bürgerinitiative (BI) Pro Teuto fordert nach Rücksprache mit einem externen Sachverständigen umfassende Aufklärung zur Betriebsstörung im Zementwerk Lengerich vom 8. Mai. Die Betriebsstörung im Zementwerk vom 23. März sei noch in Erinnerung, als am 8. Mai eine „Staubwolke“ aus dem Werk entwich (WN berichteten). In diesem Fall war eine Schnellabschaltung des Elektrofilters am Ofen 4 aufgrund eines zu hohen Kohlenmonoxidgehaltes im Abgas (CO-Abschaltung) die Ursache für den Austritt einer „Staubwolke“.

In einigen Zementwerken wird das Rauchgas laut Mitteilung der BI noch mit Elektrofiltern gereinigt, die durch elektrostatische Anziehung die Staubpartikel aus dem Abgasstrom ziehen. Dabei bestehe die Gefahr von Funkenbildung. Weisen die eintretenden Rauchgase zu hohe Kohlenmonoxid-Gehalte auf, müssen die Filter wegen Explosionsgefahr abgeschaltet werden.

Die Abschaltung des Elektrofilters zur Schadstoffabscheidung an Ofen 4 hat dazu geführt, dass die Abgase der Anlage ungefiltert in die Umwelt entwichen. Bis der Elektrofilter wieder in Betrieb war, sollen fünf Minuten vergangen sein, schreibt die BI. Die ungefilterten Abgase enthalten Stäube in hohen Konzentrationen, die mit Schadstoffen belastet sind. Eine Abschaltung des Elektrofilters ist deshalb aus Umweltschutzgründen zu vermeiden.

Pro Teuto hat einen Bericht von der Bezirksregierung Münster angefordert, um zu erfahren, warum es keine Möglichkeiten gab, die CO-Abschaltung rechtzeitig zu verhindern. Die Bürgerinitiative möchte von der Überwachungsbehörde erfahren, welche Ursachen diese Betriebsstörung hatte und welche Art und Mengen an staubgebundenen Schadstoffen tatsächlich ausgetreten sind.

Dieser Zwischenfall zeigt laut Mitteilung der Bürgerinitiative deutlich, wie sinnvoll der Einsatz von Tuchfilteranlagen in Zementwerken ist und dass sich der Einsatz für Verbesserungen im Umweltschutz lohnt.

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